Umwelt

Mit Recycling „Made in Germany“ gegen den Klimawandel

Wie Anlagen zur klimafreundlichen Wiederverwertung aufgebaut sind, lässt sich auch anhand von liebevoll gestalteten Dioramen nachvollziehen.

Wie Anlagen zur klimafreundlichen Wiederverwertung aufgebaut sind, lässt sich auch anhand von liebevoll gestalteten Dioramen nachvollziehen.

Foto: Alexander Barth

Iserlohn.  Neue Dauerausstellung in der Sase zeigt, was moderne Technik zu leisten vermag

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Der weltweite Kampf gegen die Folgen der Wegwerfgesellschaft hat eine neue Brisanz erreicht – der Plastikmüll in den Meeren findet, zu Mikropartikeln zerrieben, den Weg bis in unser Verdauungssystem. Die gesundheitlichen Konsequenzen: noch völlig unklar. Während wir das unangenehme Gefühl, das uns der Gedanke daran in der Magengegend bereitet, nur verdrängen können, dürfen wir zumindest unser Gewissen weitgehend reinwaschen. „Die Plastiktüten, die im Pazifik schwimmen, sind nicht von uns“, stellte Dr. Jochen Hoffmeister von der Düsseldorfer Wirtschaftsforschungs-AG Prognos vor Kurzem in der Ausstellungshalle der Sammlung aus Städtereinigung und Entsorgungswirtschaft (Sase) klar.

Herausforderungen, aber auch Chancen in der Zukunft

Dort eröffneten Geschäftsführer Ernst-Peter Rahlenbeck und wissenschaftlicher Mitarbeiter Dr. Dirk Wiegand die neue Dauerausstellung zum Thema „Klimaschutz durch Kreislaufwirtschaft“. Eine Hälfte der Halle ist dafür umgestaltet worden und veranschaulicht in Form von Schauwänden, Modell-Dioramen und anderen Exponaten, was Recycling für den Klimaschutz leisten kann. Hoffmeister skizzierte im Rahmen seiner Gastrede den Status quo in Deutschland und zukünftige Herausforderungen – aber auch Chancen, die sich durch die Digitalisierung ergeben.

Als Beispiel für Abfälle, die durch den Einsatz moderner Technik umweltschonend aufbereitet werden können, nannte er Klärschlamm aus der Abwasserwirtschaft, der rückgewinnbaren Phosphor enthält. Brennstoffzellen sind vergleichsweise klimafreundlich, aber wenn sie auf den Müll wandern, ist spezielle Technik gefragt. Auch die Ökostromerzeugung ist mit Müll verbunden, der nicht ganz einfach zu entsorgen ist: Solarpaneele etwa, oder Windkraftanlagen, die das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben. Allein die Dimensionen erfordern bei letzteren einen besonderen Umgang. „Ich konnte selbst nicht glauben, wie schwer schon ein Ein-Meter-Abschnitt eines Windflügels ist. Den kann kein Mensch anheben“, sagte Ernst-Peter Rahlenbeck mit Blick auf eines der neuen Stücke, das sicherlich zu den Blickfängen zählt – das Innenleben der gigantischen Rotoren ist komplexer, als man vermutet.

Branchenarchiv soll demnächst bald werden

An die 100 Gäste aus dem Bundesgebiet waren der Einladung zur feierlichen Eröffnung gefolgt. Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens vertrat die Stadt Iserlohn bei der Veranstaltung, die deutlich machte, welchen Stellenwert die Sase hat: „Die weltweit umfassendste technische Sammlung und das größte Branchenarchiv“, wie Rahlenbeck betonte. Als zweiter Gastredner sprach Prof. Dr. Martin Faulstich vom Institut für die Zukunft der Industriegesellschaft (IZIN) über „Weitere Potenziale zur CO²-Einsparung durch den Einsatz von Recyclingrohstoffen“. Die Branche könne Lösungen für den Klimaschutz anbieten, umweltfreundliches Recycling dürfe aber nicht als Allheilmittel angesehen werden, lautete der Tenor. Eine weitere Nachricht verkündete Dr. Wiegand: Das Branchenarchiv soll digitalisiert werden.

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