Nachruf

Mit spektakulären Aktionen für den Denkmalschutz geworben

Peter Treudt ist im Alter von 63 Jahren am Mittwoch verstorben.

Foto: Michael May

Peter Treudt ist im Alter von 63 Jahren am Mittwoch verstorben. Foto: Michael May

Iserlohn.   Peter Treudt ist im Alter von 63 Jahren gestorben. Der vielseitig interessierte Berufsschullehrer hat sich um den Denkmalschutz in Iserlohn große Verdienste erworben.

Mit Peter Treudt verliert die Stadt Iserlohn einen seiner profiliertesten ehrenamtlichen Denkmalschützer. Im Alter von 63 Jahren ist der Vorsitzende des Vereins „Iserlohn denkmal“ nach langer Krankheit am Mittwoch gestorben.

Noch im November hatte Peter Treudt mit Unterstützern seines Projektes „Haus der kleinen Leute“ Bergfest im Südengraben 28 gefeiert. Er hatte das 1712 an der alten Stadtmauer erbaute Objekt, das als ältestes Haus im Innenstadtring gilt, erworben, um es mithilfe des Vereins vorbildlich zu sanieren und die Geschichte des Hauses und der Bewohner zu erforschen. Dafür war er 2016 von der Stiftung „Westfalen Initiative“ in Münster ausgezeichnet worden. „Er wird die Vollendung nicht mehr erleben, hat aber zu seiner Freude und Genugtuung feststellen können, dass sich auch in Iserlohn privates Engagement auszahlen kann“, erklärt Vorstandskollege Holger Lüders. „Er war im positiven Sinne auch ein streitbarer Mensch, der sich für die Sache ganz oder gar nicht einsetzte, andere begeistern und mitreißen konnte und dies auch von seinen Mitstreitern erwartete.“ Der Verein hat mit vielen Aktionen für den Denkmalschutz in der Stadt geworben, auch am Schlieper Block, der Industriebrache Christophery oder am Zeughaus 14.

Peter Treudt hat einst das Grün-Alternative Bündnis Iserlohn mitgegründet und sich viele Jahre politisch engagiert, besonders als sachkundiger Bürger im Kulturausschuss. Er wirkte beim Revolutionstheaterstück „Aufruhr im Mai“ anlässlich des Stadtjubiläums 750 Jahre Iserlohn mit und war maßgeblich an der Gestaltung des Berliner Platzes unter Einbeziehung der Nußberger Bürger beteiligt. Treudt hat sich mit dem früheren Stadtarchivar Götz Bettge für die Aufarbeitung der Iserlohner Geschichte eingesetzt, insbesondere mit der Historie der jüdischen Gemeinde. Auf seine Initiative hin kam Heinz Becker, der Sohn des letzten Vorstehers der jüdischen Gemeinde, nach Iserlohn.

Ökologischer und sozialer Einsatz

Seit 2015 warb der vielseitig engagierte Iserlohner außerdem als „Dämmbotschafter“ der „co2online“-Initiative bei Hausbesitzern für die Reduzierung des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes. Die hat er selbst an seinem Haus am Osterholdweg umgesetzt. Treudt war außerdem Geschäftsführer des Vereins „Jeder kann mitmachen“ (Jekami). An seiner früheren Schule, dem Berufskolleg in Plettenberg, hat der Berufsschullehrer die Öko-AG geleitet. In den 80er Jahren initiierte er die soziale „Jugendwerkstatt Hohler Weg 24“ mit dem „Betreuten Wohnprojekt für Jugendliche“.

Die Trauerfeier wird am kommenden Freitag auf dem Waldfriedhof in Hemer stattfinden.

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