Kinder- und Jugendbüro

Mit Spiel und Kunst die Kinder stärken

Dorian Heilmann bot den Nachwuchskünstlern extra eine ungewöhnliche Pose für ihre Skizzen an den Staffeleien auf dem Spielplatz im Buchenwäldchen.

Dorian Heilmann bot den Nachwuchskünstlern extra eine ungewöhnliche Pose für ihre Skizzen an den Staffeleien auf dem Spielplatz im Buchenwäldchen.

Foto: Torsten Lehmann / IKZ

Iserlohn.  Das Kinder- und Jugendbüro zieht eine positive Zwischenbilanz beim „Mobilen Experimentierlabor“ im Buchenwäldchen.

Nach zehn Sekunden fand Dorian Heilmann seine Idee als „Model“ nicht mehr ganz so gut. „Das ging jetzt schon ziemlich in den Rücken“, sagte der 24-jährige Lehramtsstudent, nachdem die Kinder mit ihren Skizzen an den Staffeleien fertig waren und ihn aus seiner unbequemen Position auf der Bank erlöst hatten. Doch er nahm das gerne auf sich, konnte man doch sehen, mit wie viel Freude die Kinder bei der künstlerischen Arbeit waren an diesem dafür eher ungewöhnlichen Ort, dem Spielplatz an der Ecke Schulstraße/Bertha-vonSuttner-Straße.

„Mobiles Experimentierlabor unterwegs“ lautet der Titel des Projekts, bei dem am Samstag Dorian Heilmann, Abbas Moussa aus dem Kinder- und Jugendrat sowie die Studentin Marion Schmidt die beiden Dortmunder Künstler Astrid Halfmann und Jens Schmidt bei der Betreuung der Kinder unterstützten. Stattfinden kann es dank Mitteln aus dem Bundesprogramm „Kultur macht stark“ und in Kooperation mit dem Verein „Spielmobile e.V.“. Der ist nicht zu verwechseln mit dem Iserlohner Spielmobil, das es durchaus noch gibt, das mangels Personal jedoch viel zu selten noch unterwegs sein kann.

Umso mehr freute sich das Kinder- und Jugendbüro in Zusammenarbeit mit dem KiJuRat und durch die Förderung seit Juli und noch bis November diese besondere Form der aufsuchenden Straßensozialarbeit anbieten zu können. Das Ziel: mehr Kinder und Jugendliche zunächst in diesem, im kommenden Jahr dann auch in anderen Stadtteilen zu erreichen. 1303 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 6 und 24 Jahren wohnen laut städtischer Statistik im Bereich Wermingsen/Wiesengrund. Auch mit Blick auf den Weltkindertag am kommenden Sonntag, der unter dem Motto „Kinderrechte schaffen Zukunft“ steht und corona-bedingt nicht so stattfinden kann wie gewohnt (siehe Informationen am Ende des Artikels), soll das „Mobile Experimentierlabor“ dazu beitragen, vor allem den Jüngeren unter ihnen „die ihnen zustehenden Rechte auf Spiel, Teilhabe und Mitsprache im öffentlichen Raum zu gewähren, ihnen die Möglichkeit zu bieten, sich Spielräume anzueignen und ihre altersgerechte Medienkompetenz zu fördern“, wie es im Fördermittel-Antrag heißt.

Zunächst Vertrauensbasis zu den Eltern aufbauen

Und es klappt: „Die Kinder finden uns anscheinend ganz gut“, zog Astrid Halfmann nach zehn Wochen eine Zwischenbilanz mit ein wenig Untertreibung. Denn tatsächlich sind die 5- bis 16-Jährigen bei den Kreativ- und Spielangeboten mit großer Begeisterung dabei. Das war nicht von Anfang an so: Obwohl die Kinder aus dem Wohnpark Buchenwäldchen und den angrenzenden Straßen stammen, hätten sie vorher nicht zusammengespielt und sich erst durch das Projekt kennengelernt, und dabei dann auch ihre Stärken und Talente. „Anfangs mussten wir auch erst einmal eine Vertrauensbasis zu den Eltern aufbauen“, berichtete Astrid Halfmann. Unterschiedliche Herkunftsländer, sprachliche Barrieren und auch Corona hätten zunächst für Zurückhaltung gesorgt. Natürlich wird die Projektarbeit und Betreuung unter Beachtung der Schutzverordnung, also mit Masken oder dem nötigen Abstand durchgeführt, vor allem wenn es bei schlechtem Wetter auch mal in die von der Gemeinschaft Buchenwäldchen zur Verfügung gestellte Halle ging. „Das war aber nur zweimal bisher der Fall. Wir waren auch bei Regen im Stadtteil unterwegs.“ Den zu erkunden, unter anderem auch mit Tablets und mit Hilfe der „Stadtsache“-App, dabei auch Missstände wie achtlos weggeworfenen Müll anzuprangern und daraus dann auch noch kleine Kunstwerke zu machen, waren einige der Aktionen. Die tollen Ergebnisse aus den zehn Wochen gab es am Samstag in einer Ausstellung zu sehen.

Interessierte Kinder und Jugendliche aus dem Stadtteil können jeden Samstag von 12 bis 15 Uhr ohne Anmeldung zum Spielplatz im Buchenwäldchen kommen.

Auch spontan kann man bei „Iserlohn macht bunt“ mitmachen

Am Freitag, 18. September, lädt das Kinder- und Jugendbüro mit den Organisatoren der „Wald Stadt Sommer“-Reihe Jung und Alt dazu ein, mit Kreide das Grau aus der Fußgängerzone zu vertreiben.

Insbesondere Kindergärten, Schulen und Vereine sind aufgerufen, sich an dem „Farb-Flash“ zwischen 11 und 17 Uhr zu beteiligen. Dafür nötig ist auch keine Anmeldung nötig. Interessierte können einfach direkt zum Informationsstand am Alten Rathausplatz kommen.

Jeder Kreativgruppe wird ein zu gestaltender Bereich in der Stadt im Vorfeld zugewiesen. Kosten entstehen den Teilnehmern keine, die Kreide wird zur Verfügung gestellt.

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