Verabschiedung

Mit viel Herzblut im Einsatz für die Feuerwehr

Mit seiner Familie an seiner Seite nahm Christian Eichhorn den Zapfenstreich ab.

Mit seiner Familie an seiner Seite nahm Christian Eichhorn den Zapfenstreich ab.

Iserlohn.   Nach 14 Jahren an der Spitze der Iserlohner Feuerwehr wurde Christian Eichhorn feierlich verabschiedet.

Einen Monat nach seinem Wechsel in die Führungsspitze der Stadtverwaltung ist Christian Eichhorn am Freitag nach 14 Jahren offiziell als Leiter der Feuerwehr verabschiedet worden. Und es wurde ein sehr emotionaler Abend mit zwei besonderen Höhepunkten: der seltenen Verleihung des Feuerwehr-Ehrenkreuzes in Silber an den neuen Ressort-Chef für Sicherheit, Bürger und Feuerwehr und vor allem mit dem bei einem solchen Abschied traditionellen Zapfenstreich.

Mit seiner Frau Freya sowie seinen vier Kindern Jonathan (20), Johannes (18), Noah (16) und Chiara (14), die alle in der Löschgruppe Hennen bzw. der Jugendfeuerwehr sind, an seiner Seite verfolgte Eichhorn sichtlich ergriffen die Zeremonie auf dem Innenhof der Feuerwache. Angetreten waren dazu neben dem Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Drüpplingsen unter Leitung von Alexander Angelkorte und dem Orchesterverein Hemer mit Martin Niedzwiecki auch rund 200 Gäste aus Politik, Verwaltung, von benachbarten und vor allem von der Iserlohner Feuerwehr.

Staatssekretär überreichte Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber

Zuvor hatte in der Fahrzeughalle der Staatssekretär des NRW-Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, Dr. Jan Heinisch, in seiner Funktion als Vorsitzender des Verbandes der Feuerwehren in NRW das Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber an den 52-jährigen Hennener für dessen Verdienste in der Verbandsarbeit verliehen. Auf Kreis- und Landesebene hat Christian Eichhorn den stellvertretenden Vorsitz inne, zudem gehört er dem Präsidium der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren an. Dass seine Expertise gefragt ist, zeigte sich unter anderem 2009, als er in der nach ihm benannten Eichhorn-Kommission die Vorkommnisse um die Insolvenz des Landesfeuerwehrverbandes und den Umbau des Feuerwehr-Tagungshotels Phönix in Bergneustadt aufklärte. Auch für die Digitalisierung, die ja eines seiner Handlungsfelder im Rathaus ist, hat er sich stark gemacht und beispielsweise die Idee aufgebracht, dass künftig Drohnen bei Einsätzen vorausfliegen könnten, um die anrückenden Feuerwehrleute auf die Lage am Einsatzort vorzubereiten.

Wie sehr Eichhorn stets die Zukunft der Feuerwehr im Blick hatte, unterstrich auch der designierte Kreisbrandmeister Michael Kling („Du warst immer ein Garant dafür, nach vorne und auch mal quer zu denken. Geht nicht, gibt’s bei dir nicht.“), der zudem seinen Einsatz für die Neukonzipierung der Truppführer-Ausbildung lobte.

Vizebürgermeister Thorsten Schick betonte, mit wie viel Herzblut Christian Eichhorn Chef der Feuerwehr war, wie er mit Nachdruck erfolgreich für ihre Belange gekämpft habe und deswegen „kein einfacher Verhandlungspartner“ fürs Rathaus und „nicht der Liebling der Kämmerer“ gewesen sei. Neue Gerätehäuser für die Löschgruppen Stadtmitte sowie Ober- und Untergrüne wurden in seiner Amtszeit gebaut, in Sümmern wurde deutlich erweitert, an der Dortmunder Straße entstand die neue Einsatzzentrale. Ein einheitliches Bekleidungskonzept für alle Feuerwehrleute, die Einrichtung des Stabes für außergewöhnliche Einsätze oder das Fahrzeugkonzept bis 2030 seien weitere Punkte. „Sie hinterlassen ein gut bestelltes Feld“, sagte Schick.

Auch Eichhorns bisheriger Stellvertreter Jörg Döring, dem die kommissarische Leitung übertragen wurde und dem dabei Jenz Erl zur Seite steht, blickte zurück. Eichhorn war 1982 als 17-Jähriger in die Feuerwehr eingetreten (der er übrigens auch weiterhin angehört), 1997 fing der Diplom-Ingenieur als Referendar bei der Berufsfeuerwehr an, zwei Jahre später übernahm er die Verantwortung für den vorbeugenden Brandschutz, 2003 die Leitung der Feuerwehr.

Deren Zukunftsfähigkeit soll durch teils bereits erfolgte Umorganisationen bei den Wachabteilungen und auf der Führungsebene sowie durch ein Gebäudekonzept gesichert werden, das Eichhorn noch skizziert hat. Er dankte am Freitag nicht nur seiner Familie und allen Angehörigen der Feuerwehr, die ihn immer unterstützt hätten, sondern wünschte sich dieses vor allem auch für seinen Nachfolger: „Bitte steht auch hinter der neuen Führung“, sagte Eichhorn unter Applaus. Die Stellenausschreibung solle intern erfolgen, „weil wir das Potenzial bei uns in der Feuerwehr haben.“

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