Parkhalle

Mitte der 90er folgt ein Konkurs dem nächsten

Mitte der 90er Jahre erhielt die Empore eine neues Gesicht.

Mitte der 90er Jahre erhielt die Empore eine neues Gesicht.

Iserlohn.   Nachdem die Parkhalle seit Ende des vergangenen Jahres geschlossen worden ist, blicken wir zurück in die wechselhafte Geschichte der Festhalle auf der Alexanderhöhe.

Die Iserlohner Parkhalle ist seit Dezember vergangenen Jahres Geschichte. Die baufällige Halle, die 1972 als schneller Ersatz für die abgebrannte Parkhalle in Dienst gestellt wurde, ist aus Sicherheitsgründen geschlossen worden. Der Abbruch der verstärkten Zeltkons­truktion (damalige Baukosten rund vier Millionen Mark) ist nur noch eine Frage der Zeit. Derweil blickt die Heimatzeitung zurück auf Epochen in der 45-jährigen Geschichte der Iserlohner Fest- und Schützenhalle.

Im Frühjahr 1994 überschlagen sich die Ereignisse rund um die Parkhalle. Deren Geschicke werden mittlerweile von einer Betriebsführungs-Gesellschaft geleitet, unter deren Fittichen auch das Seilersee-Restaurant steht. Diese „Seilersee-Gastronomie GmbH“, mit den Gesellschaftern Beat Stoffner und dem Ehepaar Carotti, muss im März 1994 überraschend Konkurs anmelden. Ursache sind die fehlenden Umsätze im Seilersee-Restaurant. Zwei Jahre lang hatte der See ohne Wasser dagestanden, Ausflügler waren weggeblieben – so hieß es seinerzeit. Zwangsläufig war auch die Parkhalle von dem Konkurs betroffen. Generalpächter Helmut Schreiber aber garantiert, dass das Schützenfest in der Halle stattfinden kann.

Ein Nachbar übernimmt das Restaurant und die Parkhalle

Die Nachricht vom Konkurs war nur wenige Tage alt, da präsentierte Helmut Schreiber schon einen Nachfolger als Inhaber des Seilersee-Restaurants und gleichzeitig Pächter der Parkhalle. Es ist gewissermaßen ein Nachbar – der damals 29-jährige Ulf Kraney, Junior-Chef vom nahegelegenen „Waldhotel Horn“ im Seilerwald. Das „Seilersee-Restaurant“ wird nur eine Woche nach seiner Schließung wieder geöffnet. Kraney und Schreiber versichern in der Heimatzeitung, dass alle geplanten Veranstaltungen in der Halle stattfinden können – was bei Stadt und IBSV für große Erleichterung sorgt.

Kraney geht mit großem Enthusiasmus ans Werk. Er steckt Geld in die Hallentechnik, wirft die wenig attraktiven Sitznischen raus, renoviert Garderoben- und Toilettenbereich. Während der Arbeiten kommen immer mehr Mängel zum Vorschein, und schnell wird klar, dass die veranschlagte Summe (die Sparkasse hatte Kraney gut zwei Millionen Mark Kredit für die Renovierung gewährt) nicht ausreicht. Verzögerungen führen obendrein zu Umsatzausfällen, weil keine Veranstaltungen stattfinden können. Die Stadt springt ein, gibt Zuschüsse für insgesamt 1,4 Millionen Mark für die Parkhalle. Schwarze Zahlen werden auch nach der Renovierung nicht geschrieben. Das kann auch der Farbprospekt, der landesweit für die Halle als modernem Veranstaltungsort Werbung macht, nicht ändern. Ulf Kraney ist es, der im August 1997 – dreieinhalb Jahre, nachdem er die Halle übernommen hatte – die Reißleine zieht und Konkurs anmeldet. Nach der Stoffner-Carotti-Gesellschaft nun schon die zweite Pleite für einen Parkhallen-Wirt.

Wenige Wochen später klingelt das Telefon bei Eva und Franz Biermann. Die beiden hatten damals gerade die Führung der Kantine in der Kreishandwerkerschaft abgegeben und wollten eigentlich eine kleine Auszeit nehmen. Diesen Plan durchkreuzte der Anruf des damaligen Bürgermeisters Klaus Müller. Der wusste um die Fähigkeiten der Eheleute Biermann und fragte, ob sie es sich zutrauen würden, den Hallenbetrieb wieder in Schwung zu bringen. „Mittwochs hatten wir die große Besprechung, und am Samstag danach stand schon die erste große Veranstaltung, ein Rock-Festival, an“, erinnert sich Franz Biermann. Und dass er – wohlwissend, dass es in der Vergangenheit immer wieder Beschwerden wegen Lärmbelästigung aus der Nachbarschaft gegeben hatte – damals alle Anwohner eingeladen hatte. „Vielleicht haben wir deshalb nie Ärger gehabt“, denkt Biermann rückblickend.

Nach der Insolvenzmussten neue Ideen her

Es war das erste Mal für Eva und Franz Biermann, dass sie eine Insolvenz übernommen hatten, für die beiden Ansporn genug. Sie entwickelten neue Ideen und präsentierten Publikumslieblinge wie Ingo Appelt und Joy Flemming auf der Parkhallen-Bühne. Klar war, dass die beiden die Halle nur so lange betreuen, bis sich ein neuer Pächter findet. Und als nach rund eineinhalb Jahren im Februar 1999 ein Nachfolger gefunden war, blickte das Ehepaar Biermann zufrieden zurück: „Für uns war es eine tolle Sache, die Halle voran zu bringen, diese Zeit hat uns riesigen Spaß gemacht“, resümiert Biermann seine Parkhallen-Episode.

Schon zu Kraney-Zeiten hatte es einen Mitarbeiter gegeben, der neben seinem normalen Job in der Parkhalle eine große Hilfe war: Und als Biermanns die Halle managten, war er für Personalplanung zuständig: Bernd Hegemann. Er schreibt die Geschichte der Halle ab 1999 weiter. Lesen Sie dazu mehr in einer unserer nächsten Ausgaben.

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