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Nach Brand: Becker baut in Zollhaus

Dieses freie Grundstück im Industriegebiet

Dieses freie Grundstück im Industriegebiet

Foto: Tim Gelewski

Iserlohn.   Der Startschuss für den Wiederaufbau der Galvanikhalle soll bereits im Juni dieses Jahres fallen

Es war der größte Brand in Iserlohn seit Jahren und ein schwerer Schlag für den Traditionsbetrieb Becker Oberflächentechnik GmbH: Im September vergangenen Jahres brannte eine Galvanikhalle des Unternehmens an der Baarstraße, die Flammen hinterließen eine 1500 Quadratmeter große Trümmerwüste und einen Schaden im zweistelligen Millionenbereich. Die Aufräumarbeiten dauerten mehrere Monate an. 300 Feuerwehrleute waren im Einsatz, die Brandursache konnte nicht geklärt werden – vermutlich ein technischer Defekt.

Nun gibt es wieder gute Neuigkeiten von dem Unternehmen, bei dem immerhin 50 Menschen ihren Arbeitsplatz haben. „Wir haben bereits im Dezember ein Grundstück an der Zollhausstraße gekauft und werden hier neu bauen“, erklärt bei einem Termin am künftigen Bauplatz Geschäftsführer Christoph Becker. Das Thema beschäftigte in seiner letzten Sitzung auch den Planungsausschuss der Stadt Iserlohn (siehe Zweittext).

6800 Quadratmeterstehen zur Verfügung

6800 Quadratmeter groß ist das für den Neubau vorgesehene Grundstück in unmittelbarer Nachbarschaft von Burgtec GmbH und HP-Polytechnik. Gebaut werden sollen hier zwei Hallen von jeweils gut 1100 Quadratmetern Größe, eine für die Metallveredelung, eine für Lager und Versand.

„Eigentlich wäre ein Umzug für uns nie in Frage gekommen“, erklärt Becker. Man habe vor dem Brand sogar beabsichtigt gehabt, an der Baarstraße ein Nachbargrundstück zur Vergrößerung des ursprünglichen Betriebsgeländes hinzuzukaufen.

Mit dem Feuer allerdings hätten sich die Vorzeichen geändert. „Trotz Bestandsschutz hätten wir uns den Neubau auch an alter Stelle neu genehmigen lassen müssen, weil die Technik inzwischen eine andere ist als in den 90er Jahren, als die alte Halle gebaut wurde.“ Durch Gespräche mit der Stadt und private Kontakte sei dann die Zollhausstraße als möglicher neuer Standort ins Spiel gekommen. Im dortigen Industriegebiet sei der Genehmigungsprozess für eine Galvanik deutlich unkomplizierter als am alten Standort mit unmittelbarer Nähe zum Museumsdorf und Baarbach. Schon im Juni soll nun möglichst der Baustart sein. „Laut dem Architekten könnte die Halle Ende des Jahres oder Anfang des nächsten Jahres fertig sein“, sagt Becker. Die Produktion könnte dann im Idealfall noch im ersten Quartal 2020 am neuen Standort anlaufen, so die Hoffnung.

Werkstatt undSozialräume

Verwaltung, Lager und auch Teile der Produktion sollen weiter an der Baarstraße verbleiben. „Wobei wir Dienstleister sind für unsere Kunden und ohnehin keine großen Lagerflächen brauchen“, sagt Becker.

Was auf der mittlerweile von den Trümmern des niedergebrannten Gebäudes an der Baarstraße befreiten Fläche passieren wird, ist noch unklar. Aktuell liegt hier die Bodenplatte offen.

Eine Werkstatt und Sozialräume, die durch Löschwasser zerstört wurden, sollen noch wiederaufgebaut werden. „Weitere Pläne haben wir hier erstmal nicht“, sagt Christoph Becker.

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