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Nach den ersten 100 Tagen

Dirk Matthiessen (56), Leiter des Stadtmarketings.

Dirk Matthiessen (56), Leiter des Stadtmarketings.

Foto: Michael May

Iserlohn.   Drei Fragen an den Stadtmarketing-Leiter Dirk Matthiessen.

Dirk Matthiessen war am Mittwoch genau 100 Tage als Leiter des Iserloher Stadtmarketings im Amt. Für uns Anlass genug, dem in Kiel geborenen 56-Jährigen drei Fragen zu Iserlohn und seinem Aufgabengebiet zu stellen:

Frage: Herr Matthiessen, wie würden Sie nach den ersten drei Monaten Iserlohn und die Region beschreiben?

Iserlohn hat eine reizvolle, grüne Lage und ist gleichzeitig eine sehr verkehrsdichte Stadt. Es gibt hier eine hohe Dynamik in einem dicht besiedelten Raum. Das ist ein ganz genereller Unterschied zu Norddeutschland und auch für mich eine neue, sehr lebendige Situation. Ich bewege mich gern als Fußgänger und als Radfahrer durch die Stadt und begegne so vielen Menschen. Das steht für mich für Kontakte und Kommunikation, und das ist das, was ich möchte. Also profitiere ich davon, dass wir hier in einem sehr dicht besiedelten Raum leben, der eine ganz andere Dynamik besitzt, als ich es aus Norddeutschland gewohnt bin.

Wo sehen Sie die Stärken Iserlohns als lebenswerte Einkaufsstadt und wo die Schwächen?

Ich sehe die Stärken in einem sehr ausgewogenen Mix aller Angebote. Und gucke da nicht nur auf die Innenstadt, die sehr gut und sehr modern aufgestellt ist. Es gibt intakte Fassaden, eine tolle Architektur, es gibt echte Aufenthaltsqualität und eine gute gastronomische Gesamtsituation. Und es gibt in den Stadtteilen und in der Peripherie der City diverse ergänzende Angebote, die wirklich zu einem sehr starken Paket gebündelt werden können. Dass wir dieses Paket bündeln müssen, ist gleichzeitig die Herausforderung und ein Punkt, an dem ich Entwicklungspotenzial sehe. Die Stärken besser zu verkaufen und die Schwächen zu tilgen, das ist die Aufgabe und geht am Ende nur über Einigkeit und Schulterschluss zwischen Stadt und Kaufmannschaft, über einen gemeinsamen Auftritt. Ich möchte dazu motivieren und gleichzeitig moderieren, damit wir alle gemeinsam an einem großen Rad drehen.

Was kann der Einzelhandel tun, um auf die veränderte Wettbewerbssituation (Konkurrenz im Internet), effektiv zu reagieren?

Er sollte mehr über sich selbst wissen und kommunizieren, er sollte das Engagement der Werbegemeinschaft ernst nehmen, die Jungs versprühen zur Zeit eine Menge Aufbruchsstimmung und haben Power. Die Kaufmannschaft braucht ein starkes Mandat, das sie gegenüber der Stadt und Interessengruppen glaubwürdig vertreten kann, es geht nicht mit einem Stadtmarketing allein. Deshalb brauchen wir eine eigene Händlerschafts-Vertretung.

Wir wissen aus einer Studie, dass die Iserlohner eine hohe Online-Affinität besitzen, die sie auch vom Einzelhandel erwarten. Der Iserlohner möchte im Voraus wissen, bekomme ich mein Produkt heute in meinem Fachgeschäft, ist es wirklich vorrätig. Der Iserlohner besucht die Innenstadt wegen des Internetangebotes nicht seltener, er möchte aber auch, dass der Fachhändler vor Ort sein Angebot vorher gut online kommuniziert hat. Wenn der Iserlohner Einzelhandel diese Verbindung zwischen Geschäft vor Ort und Online-Angebot schafft, dann haben wir sehr viel gewonnen. Die Innenstadt wird wegen des Online-Handels ganz bestimmt nicht aussterben.

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