Warnstreik

Nachtschicht legt für Stunde die Arbeit nieder

Ausgestattet mit Plakaten, Fahnen, Mützen und Weckern haben die Mitarbeiter von Kirchhoff Witte eine Stunde lang gestreikt.

Foto: Thomas Range

Ausgestattet mit Plakaten, Fahnen, Mützen und Weckern haben die Mitarbeiter von Kirchhoff Witte eine Stunde lang gestreikt. Foto: Thomas Range

Sümmern.   Mitarbeiter des Iserlohner Automobilzulieferers Kirchhoff Witte haben die erste Warnstreikwelle gestartet

In der Nacht von Sonntag auf Montag hat die IG Metall im Märkischen Kreis beim Iserlohner Automobilzulieferer Kirchhoff Witte die erste Warnstreikwelle in der laufenden Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie gestartet. Für eine Stunde legte die Nachtschicht des Betriebs die Arbeit nieder und schloss sich der Kundgebung der Gewerkschaft vor dem Werkstor an.

Gudrun Gerhardt, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Märkischer Kreis und Mitglied der Verhandlungskommission in der Tarifrunde, bekräftigte die Forderungen der Beschäftigten: Sechs Prozent mehr Gehalt und den Einstieg in die Reduzierung der Arbeitszeit auf 28 Stunden pro Woche für Beschäftigte, die Angehörige pflegen oder großziehen sowie Schichtarbeiter. „Die Arbeitgeber sagen uns, dass für Lohnerhöhungen in diesen wirtschaftlich guten Zeiten kaum möglich seien. Immerhin müsse man für schlechtere Zeiten sparen. Das würden die Beschäftigten auch gerne. Deswegen müssen sie einen gerechten Anteil am wirtschaftlichen Erfolg ihrer Betriebe erhalten. Denn dafür arbeiten sie“, bekräftigt die Gewerkschafterin.

Schichtarbeiter erleben höhere Anstrengungen

Ulrich Kunz, Betriebsratsvorsitzender bei Kirchhoff Witte, ist wie Gudrun Gerhardt Mitglied der Metaller-Verhandlungskommission und sitzt bei den Tarifverhandlungen seinem Arbeitgeber Arndt Kirchhoff gegenüber, der Präsident des nordrhein-westfälischen Arbeitgeberverbands ist. Kunz sprach zur Nachtschicht in seiner Funktion als Mitglied der Verhandlungskommission. Er berichtete über die Forderungen der Gegenseite. Unter anderem sollen die Schichtzulagen wegfallen. „Menschen, die in Schichtarbeit beschäftigt sind, erleben höhere Anstrengungen und Druck als ihre Kolleginnen und Kollegen. Deswegen werden wir es nicht hinnehmen, dass ihre Zulagen gestrichen werden sollen.“

Gudrun Gerhardt zeigte sich mit der Resonanz des ersten Warnstreiks der laufenden Tarifrunde zufrieden: „Auch bei niedrigen Temperaturen ist die Nachtschicht vor das Werkstor gekommen und hat sich zu unseren Forderungen in dieser Tarifrunde bekannt. Die Lohnforderung ist nicht überhöht und unsere Arbeitszeitforderungen werden mittlerweile sogar von arbeitgebernahen Kommentatoren positiv bewertet. Die Gegenseite sollte sich nun bewegen. Wir sind darauf vorbereitet, den Druck im Zweifel zu erhöhen. Wir fordern nur das, was den Beschäftigten auch zusteht.“ In den kommenden Tagen setzt die IG Metall ihre Warnstreiks in der Region und im Bundesgebiet fort.

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