Politik

Näher an allen zentralen Einrichtungen

Das Jürgens-Gelände (re.) befindet sich näher an Eissporthalle und den Bädern, links zu sehen der Verkehrslehrgarten.

Das Jürgens-Gelände (re.) befindet sich näher an Eissporthalle und den Bädern, links zu sehen der Verkehrslehrgarten.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Planungs- und Verkehrsausschuss wünschen weitere Untersuchungen zu einer Jürgens-Verlagerung.

Der Rat wird sich am 8. Oktober abschließend mit der Angelegenheit befassen, aber nach der gemeinsamen Sitzung von Planungs- und Verkehrsausschuss am Mittwochabend ist klar: Die Lösung für die Parkplatzproblematik am Seilersee wird auf dem Gelände des Verkehrslehrgartens gesehen. Dabei gibt es aber unterschiedliche Vorzeichen. Die Mehrheit in beiden Ausschüsse möchte zwei Varianten prüfen: die Verlagerung des Autohauses Jürgens zum Verkehrslehrgarten, um auf dem jetzigen Jürgens-Gelände den Parkplatz zu bauen, oder eben diesen direkt auf dem Gelände des Verkehrslehrgartens zu bauen. Keine Mehrheit fand der Vorstoß der Linken, sich von der Jürgens-Verlagerung zu verabschieden, und nur noch die zweite Variante zu prüfen.

Einhellig waren beide Ausschüsse dagegen davon überzeugt, die Alternativen für eine Jürgens-Verlagerung – Festplatz Seilersee und Hemberg-Parkplatz – nicht weiter zu verfolgen. Parkraum zu schaffen, indem an anderer Stelle Parkraum vernichtet wird, mache keinen Sinn. Ebenso einhellig wurde beschlossen, die ÖPNV-Anbindung des Seilerseegebietes grundlegend zu verbessern.

Parkhaus-Debatte flammte nochmals kurz auf

Manuel Huff (Die Linke) führte zwei Argumente gegen eine Jürgens-Verlagerung an: Die Lösung, einen Parkplatz auf dem Gelände des Verkehrslehrgartens zu bauen, sei am Ende deutlich günstiger und die benötigte Zeitschiene sei deutlich kürzer. Eva Kirchhoff (CDU) warb dagegen dafür, eine Jürgens-Verlagerung weiter zu prüfen. Der entscheidende Vorteil dieser Lösung sei es, dass der Parkplatz dann räumlich deutlich näher an den Einrichtungen liegen würde, für die er ja am Ende gebaut werden soll. Gemeint waren Eissporthalle, Seilerseebad, Freibad Schleddenhof und Gesamtschule. Und Ralf Langner (SPD) meinte, das Autohaus Jürgens habe ein Recht auf einen attraktiven Standort. Für andere Unternehmen engagiere man sich ja auch entsprechend. Natürlich dürften dabei die Kosten nicht außer acht gelassen werden. Diese müssten nun berechnet werden, um auf dieser Basis entscheiden zu können.

Karsten Meininghaus (CDU), Hans-Immanuel Herbers (UWG-Piraten) und Martin Isbruch (Grüne) sorgten dafür, dass zwischenzeitlich nochmal kurz die Parkhausdebatte aufflackerte. Während Meininghaus sagte, dass es richtig sei, dass es gelungen ist, die neun Millionen Euro schwere Parkhauslösung zu beerdigen, vertraten Herbers und Isbruch die Auffassung, dass ja gerade der Verzicht auf das Parkhaus die jetzige Parkplatzmisere ausgelöst habe. Wenn man einen Stein aus einem Gesamtkonzept herauslöse, funktioniere das Ganze nicht mehr, sagte Isbruch. Und beide sahen durch die jetzige Marschrichtung auch ökologische Nachteile. Durch einen großen Parkplatz werde deutlich mehr Fläche versiegelt, als durch ein Parkhaus, das über mehrere Ebenen in die Höhe gehe. Michael Schmitt (CDU) meinte dagegen, dass ein Parkplatz nicht zwingend eine Komplettversiegelung bedeuten müsse.

Klare Mehrheit für bessere ÖPNV-Anbindung

Gegen die Lösung, den Parkplatz direkt auf dem Gelände des Verkehrslehrgartens zu bauen, führten mehrere Ausschussmitglieder Bedenken bezüglich der Überquerung der Mendener Straße durch die Parkplatzbenutzer an. Nils Koschinski (FDP) verwies auf die vorhandene Fußgängerbrücke, die ja genutzt werden könne. Stadtbaurat Thorsten Grote äußerte große Bedenken bezüglich der Leistungsfähigkeit des Knotenpunktes Mendener Straße/Schlesische Straße/Seilersseestraße. Ein Parkplatz auf dem Gelände des Verkehrslehrgartens könnte einen weiteren Ausbau der Kreuzung notwendig machen. Und dann könnte die erwähnte Fußgängerbrücke durchaus zur Disposition stehen. Manuel Huff bezweifelte das. Einen massenhaften gleichzeitigen Aufbruch gebe es ja im Prinzip nur nach Roosters-Spielen, und dann könne ja vielleicht die Polizei regelnd in den Verkehr eingreifen. Karsten Meininghaus sah dagegen in der Lösung, den Parkplatz auf dem Jürgens-Gelände zu bauen, eine insgesamt bessere Zukunftsperspektive für das gesamte Seilerseegebiet.

Einigkeit, wie eingangs erwähnt, herrschte bezüglich der Verbesserung des ÖPNV-Angebotes. Herzstück der Überlegungen ist eine Ringbuslinie, die die Innenstadt und innenstadtnahe Quartiere besser mit dem Seilerseegebiet verknüpfen soll. Thorsten Grote sagte, der beste Verkehr sei der, der gar nicht erst entsteht. Deshalb sei der ÖPNV-Ausbau ein wichtiger Baustein, um Verkehrsprobleme rund um den Seilersee in den Griff zu bekommen.

Begonnen hatte die gemeinsame Sitzung von Planungs- und Verkehrsausschuss mit deutlicher Kritik seitens der Verkehrsausschuss-Mitglieder wegen der Kurzfristigkeit der Einladung. Diese Kritik kam bei der Verwaltung auch an. Hans Immanuel Herbers stellte sogar einen Vertagungsantrag. Mit diesem Ansinnen fand er aber keine Gefolgschaft.

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