Karneval

Närrisches Treiben in Werkstätten und Kneipen

Bei „Friesendorf“ ging seit dem Nachmittag ordentlich die Post ab. Fotos:Michael May

Bei „Friesendorf“ ging seit dem Nachmittag ordentlich die Post ab. Fotos:Michael May

Iserlohn.  Auch wenn der Rosenmontag in Iserlohn nicht auf den ersten Blick spür- und sichtbar ist: Karneval wurde trotzdem und teils recht intensiv gefeiert. Nicht immer ist ein Kostüm dafür erforderlich.

Karneval spaltet in Iserlohn die Gemüter: Während einige bunt verkleidet durch die Kneipen und Säle ziehen, wollen andere möglichst gar nichts damit zu tun haben.

In den Iserlohner Werkstätten war bereits mittags Karnevalsspaß angesagt: Ab 14 Uhr konnte sich die Belegschaft, die aus Menschen mit Behinderungen besteht, auf das Programm des Festkomitees der Kolpingsfamilie Hennen freuen. Mit viel Tamtam gab es Tanzaufführungen von dem Kindertanzkorps, der Kindergarde, den Flotten Bienen und Golden Girls. Thomas Schmitz, Mitglied des Festkomitees des Hennener Karnevals, hat auch am Programm mitgewirkt. „Wir konzentrieren uns vor allem auf das karnevalistische Liedgut“, sagte er. Auf Wortbeiträge oder Büttenreden habe man verzichtet. „Das Schunkeln und Feiern steht im Mittelpunkt“, sagte Schmitz. Alle zwei Jahre besuchen die Hennener die Werkstätten.

Elke Meinke, Abteilungsleiterin bei den Iserlohner Werkstätten, ist dankbar für die willkommene Abwechslung. „Das ist für die Mitarbeiter was ganz Besonderes“, erklärte sie. Viele von ihnen seien aufgrund ihrer Behinderung nicht in einem Karnevalsverein. Die Veranstaltung ermögliche den Werkstatt-Mitarbeitern die Teilhabe. Aber auch die Karnevalsmuffel kamen auf ihre Kosten: „Wer nicht mitmachen möchte, konnte früher gehen.“

Gasträume warenbunt dekoriert

Feiern stand nicht nur bei den Mitarbeitern der Werkstätten im Mittelpunkt – das war auch das Ziel der Kneipenbesucher. „Bei den Veranstaltungen im Iserlohner Norden ist mir das Bühnenprogramm zu lang, ich will eigentlich nur tanzen“, verriet eine Besucherin bei „Friesendorf“, wo sich um 14 Uhr die Türen für die Narren geöffnet hatten. Bunt geschmückt mit Girlanden, Clownsgesichtern und vielen anderen Dekorationselementen kam der Gastraum daher, nicht weniger bunt die größtenteils älteren Besucher. Aber auch gänzlich unverkleidete Frauen und Männer hatten den Weg zur Mendener Straße gefunden. Für die passende Musik sorgte DJ Gerd bei „Friesendorf“ und traf augenscheinlich den Nerv der Feierlustigen. Auch diejenigen, die einen Platz auf einem Barhocker ergattert hatten, wippten im Takt der Musik, die von typischen Karnevalsschlagern bis hin zum aktuellen „Despacito“ reichte.

Etwas später, dafür ebenso euphorisch ging es in der „Wachstube“ rund. Dort trafen Generationen aufeinander: Junge Frauen von Anfang 20 waren genauso vertreten wie Männer von etwa 70 Jahren. Und auch die Kulisse im winzigen Lokal war dem Rosenmontag entsprechend – Konfetti, Girlanden und dergleichen. So passten Krümelmonster, Teufelin und Marienkäfer perfekt in die Szenerie – natürlich auch mit der passenden Musik von Kölschen Tönen über deutsche Schlager bis hin zu aktuellen Chart-Hits.

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