Schnee

Neue Fahrzeuge und optimierte Planungen

Für Dr. Klaus Weimer (SIH-Vorstand, Mi.), Joachim Wetzel (Bereichsleiter Infrastruktur, li.) und Marc Giebels (Pressesprecher) kann der Winter kommen. Der Stadtbetrieb fühlt sich personell wie technisch gut vorbereitet.

Foto: Andreas Drees

Für Dr. Klaus Weimer (SIH-Vorstand, Mi.), Joachim Wetzel (Bereichsleiter Infrastruktur, li.) und Marc Giebels (Pressesprecher) kann der Winter kommen. Der Stadtbetrieb fühlt sich personell wie technisch gut vorbereitet. Foto: Andreas Drees

Iserlohn.   Stadtbetrieb sieht sich für den Winter gut aufgestellt, doch schon am ersten Schneetag ist Kritik zu lesen

Kaum sind die ersten Schneeflocken gefallen, die ersten Unfälle vermeldet, da reden die Waldstädter nicht nur über das Wetter, sondern auch über den Räumdienst des Stadtbetriebs Iserlohn/Hemer (SIH). In Hinweisen an die Redaktion, vor allem in Beiträgen auf Facebook findet sich – alle Jahre wieder – teils derb formulierte Kritik an der Leistung des Winterdienstes. Die SIH-Leitung hat gestern, am ersten Einsatztag der Saison 2017/2018 zum Pressegespräch eingeladen und sieht sich optimiert aufgestellt.

Seit einer Woche gilt für 190 Mitarbeiter des Stadtbetriebs die Rufbereitschaft. Sind Frost und Schnee angekündigt, rücken gegen 3 Uhr nachts drei Einsatzleiter aus und kontrollieren an unterschiedlichen Stellen im Stadtgebiet die Straßen, erläutert Joachim Wetzel, Bereichsleiter Infrastruktur beim SIH. Von deren Einschätzung hänge dann ab, ob der Winterdienst im Gebiet der beiden Städte ausrückt. Im Regelfall beginnt dann für die Fahrer der Räumfahrzeuge um 4 Uhr ihre Schicht, für die Mitarbeiter der Handräumung, etwa auf Gehwegen, um 5.30 Uhr. Wetzel, seit einem halben Jahr in der SIH-Leitung, spricht von Optimerungen im Vergleich zu den Vorjahren. „Wir haben mehr Mitarbeiter in den Kolonnen, um bei Krankheit Ersatzleute zu haben“, sagt Wetzel. „Auch unter einem weiteren Gesichtspunkt sind wir sehr gut aufgestellt“, ergänzt SIH-Vorstand Dr. Klaus Weimer. „In den vergangenen anderthalb Jahren haben wir viel für die Erneuerung des Fahrzeugparks getan.“ Insofern sei ein funktionierender Winterdienst kein Zufallsprodukt, sondern auch auf gutes Material zurückzuführen. Konkret seien zwei Schlepper (kleinere Fahrzeuge, etwa für Gehwege), zwei Unimogs und zwei LKW mit Salzsilo neu angeschafft worden. Insgesamt kommen an Tagen mit Schnee und Eis 40 davon zum Einsatz, inklusive Kleinfahrzeuge privater Winterdienste. Die Straßen werden nach einer Prioritätenliste abgefahren, Hauptstraßen und Gefahrstellen zuerst.

Die Fahrzeuge parken nachts übrigens nicht komplett auf dem Betriebshof im Gewerbegebiet Corunna. Laut Joachim Wetzel stehen einige voll beladen mit Salz bei Mitarbeitern praktisch vor der Haustür, strategisch verteilt auf die beiden Stadtgebiete. So könne der Räumeinsatz effektiver beginnen.

Bei der Wetterprognose sind die Mitarbeiter des Stadtbetriebs auf die Berichte des Deutschen Wetterdienstes angewiesen, besondere Angebote für Winterdienste gebe es da nicht. Für die Zukunft ist laut Wetzel geplant, zusätzlich zu den bisherigen Mechanismen auch die rund um die Uhr besetzten Leitstellen von Feuerwehr und Stadtwerken einzubeziehen, um den Räumdienst auf die Straßen zu schicken.

Räumfahrzeuge blieben im Berufsverkehr stecken

Gestern morgen setzte sich die Räum-Maschinerie gegen 6.45 Uhr in Bewegung, erste Schneeflocken waren aus Hennen gemeldet worden. Im Berufsverkehr sei es dann zu Rückstaus gekommen, bei denen die Fahrzeuge des SIH nicht wie geplant ihre Routen abfahren konnten. Von etlichen Unfällen im Stadtgebiet und Bussen, die nicht vorankamen, berichteten Polizei und Märkische Verkehrsgesellschaft. Entsprechend wurde nicht nur bei Facebook Kritik geübt, Beschwerdeanrufe gingen auch beim SIH ein. „Ist das Anspruchsdenken vielleicht so hoch, dass der SIH diesem nie entsprechen kann?“, formulierte Pressesprecher Marc Giebels mit Blick auf die jedes Jahr aufkommenden Beschwerden und appelliert an die Bürger, beim Einsatz von Sommerreifen nicht den Stadtbetrieb verantwortlich zu machen. „Wenn Schnee und Glatteis ist, kann ich nicht so fahren, als wäre die Straße frei“, unterstützt ihn SIH-Vorstand Weimer. „Jede Spitze bekommen wir möglicherweise auch nicht abgefangen“, erklärt er mit Blick auf mögliche Extremsituationen. Man müsse im Sinne der Bürger wirtschaftlich agieren. Was das Streumittel angeht, hat der SIH wohl ordentlich vorgesorgt. In Iserlohn und Hemer sind rund 1000 Tonnen Salz und Streumittel eingelagert.

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