Wochenmarkt

Neuer Standort bietet mehr Möglichkeiten

Die Markthändler, die vom Schillerplatz wegen der Baustelle umziehen mussten, loben die lebendige Atmosphäre auf dem Marktplatz.

Die Markthändler, die vom Schillerplatz wegen der Baustelle umziehen mussten, loben die lebendige Atmosphäre auf dem Marktplatz.

Foto: Cornelia Merkel

Iserlohn.  Der Umzug einiger Marktbeschicker wegen der Schillerplatz-Baustelle zum Marktplatz kommt gut an.

In Veränderungen liegen Chancen. Und der Name ist dort auch Programm: Mit dem neuen Standort auf dem Marktplatz zeigen sich Marktbesucher und die Schillerplatzbaustellen-„Vertriebenen“ überwiegend zufrieden. Sie loben das schönere Ambiente und das Flair des Marktplatzes mit seinen Bäumen und der Gastronomie. Das ergab am Samstag eine stichprobenartige Umfrage auf dem Iserlohner Wochenmarkt. Monika Fränzer, Ehefrau des Chefs der Interessengemeinschaft Iserlohner Marktbeschicker, Thomas Fränzer, kann das nur bestätigen. Allerdings müsse bei dem einen oder anderen Markthändler noch etwas am Standort nachjustiert werden.

Auf dem Marktplatz gibtes mehr Laufkundschaft

„Die meisten Kunden sagen, es ist schön, dass ihr jetzt hier unten seid“, erzählt Fleischereifachverkäuferin Sabine Plesse-Harley am Stand von Metzgerei Bührmann. Ähnlich beschreibt Monika Wulf die Resonanz bei den Stammkunden des Käsespezialisten, der seit 30 Jahren auf dem Wochenmarkt vertreten ist. „Und wir haben jetzt ein ganz anderes Publikum dazu gekriegt. Einige sind bisher gar nicht zu uns hochgekommen. Die Leute mögen es auch, dass auf dem Marktplatz alles kompakter ist.“ Nebenan ähnliche Stimmung bei Blumenhändler Häuschen: „Obwohl wir Urlaubszeit haben, war es vom Publikumsverkehr besser“, zeigt sich Heinz-Günter Häuschen (75), einer der Senioren unter den Marktbeschickern, mit dem neuen Standort zufrieden. „Insgesamt muss es sich aber noch einspielen.“

Markthändler mussten schon 2006 ausweichen

Auch Obst- und Gemüsehändlerin Bettina Dregger lobt die schönere Atmosphäre auf dem Marktplatz: „Das hat was von Urlaubsgefühl mit der Gastronomie rechts und links.“ Ihr Obst- und Gemüsehändler-Kollege Ralf Moritz aus Iserlohn freut sich über mehr Kundschaft: „Man sieht Leute, die man sonst nicht gesehen hat. Der Marktplatz ist viel schöner als der Schillerplatz, schon wegen der Bäume und der lebendigeren Atmosphäre.“

„Ich bin hier auf dem Markt angefangen. Jetzt kommt das Alte wieder zurück“, erinnert sich Marianne Hennigfeld, die mit Carsten Radtke Fleischwaren an den Mann und die Frau bringt und den jetzigen Standort vor der Commerzbank viel besser findet. Carsten Radtke erinnert daran, dass etliche Marktbeschicker bereits 2006 schon mal ausweichen mussten, als auf dem Schillerplatz wegen der WM „Public Viewing“ lief. „Ich finde, der Marktplatz hat viel Potenzial.“

Kritik an Erhöhung der Mehrwertsteuer für Fleisch

Auf Unverständnis unter Marktbesuchern und -Händlern stößt der Vorschlag des Deutschen Tierschutzbundes, die Mehrwertsteuer auf Fleisch von sieben Prozent auf 19 Prozent zu erhöhen. Fleischereifachverkäuferin Sabine Plesse-Harley und ihre Kollegin Ljubica Milicevica warnen vor dem Preisdruck, der viele Leute, die rechnen müssen, in die Supermärkte treibe, die ganz anders kalkulieren könnten.

„Das ist nicht der richtige Weg“, meint auch Schwester Monika Grötz, dass die Erhöhung der Mehrwertsteuer keineswegs zu weniger Fleischkonsum führe. „Es gibt viele Menschen, die jetzt schon bewusst leben und alles in Maßen essen“, weiß die Seelsorgerin im Pankratius-Altenheim, die selbst mehr Obst und Gemüse als Fleisch isst und trotzdem ab und zu ein Würstchen oder ein Kotelett zu genießen weiß.

„Die Leute, die das vorschlagen, haben einen Knall“, kritisiert Marktbesucherin Brigitte Venus am Bührmann-Stand. „Ich glaube nicht, dass das Geld den Tieren zugute kommt. Ich esse nicht viel Fleisch, kann es mir leisten. Aber es gibt viele, die könnten es sich nicht mehr leisten, wenn es teurer würde.“ Kundin Christel Kühne aus Iserlohn bezweifelt, dass das Geld den Bauern oder dem Tierwohl zugute käme. „Von mir aus kann Fleisch teurer werden, dann esse ich eben weniger“, sagt sie.

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