Grundschule

Noch keine Lösung für die Lichte Kammer

Stefan Thiemann, Leiter des städtischen Bereichs Infrastruktur, erläuterte dem Ausschuss, dass die kleine Stichstraße direkt zu Beginn, also unmittelbar am Gehweg, eine Schrankenanlage erhalten sollte.

Stefan Thiemann, Leiter des städtischen Bereichs Infrastruktur, erläuterte dem Ausschuss, dass die kleine Stichstraße direkt zu Beginn, also unmittelbar am Gehweg, eine Schrankenanlage erhalten sollte.

Foto: Torsten Lehmann / IKZ

Iserlohn.  Der Verkehrsausschuss hält die Vorschläge der Verwaltung zur Schulwegsicherung an der Lichte Kammer für nicht ausgereift und ausreichend.

Insgesamt eineinhalb Stunden beschäftigte sich der Verkehrsausschuss in seiner jüngsten Sitzung mit der Schulweg-Situation rund um die Grundschule Lichte Kammer. Um am Ende eine Entscheidung doch noch mal zu vertagen. Denn die von der Verwaltung präsentierten Lösungsvorschläge hielten die Politiker nicht für ausreichend bzw. ausgereift, und vor allem waren weder Schulleitung noch Elternvertreter im Vorfeld kontaktiert worden.

Dass sich die Ausschussmitglieder zu Beginn der Sitzung die Situation einmal persönlich anschauten, erwies sich als sehr gut. Denn dabei stellte sich heraus, dass es nicht nur den Trampelpfad gibt, der vom Fußweg zur Heidehalle hinüber zur Schwimm- und zur Turnhalle der Schule führt. Der sollte nach dem Vorschlag der Verwaltung „mit dem Material einer wassergebundenen Wegedecke ,abgesplittet’“ werden, damit die Schüler ihn besser nutzen können, wenn sie künftig am Parkplatz der Heidehalle aus den Autos ihrer Eltern aussteigen.

Weiteren Trampelpfad erst in der Sitzung entdeckt

Etwas unterhalb dieses Trampelpfades findet sich aber noch ein weiterer, auf den Politik und Verwaltung von Anwohnern aus der Heide aufmerksam gemacht wurden und der sicher von den Kindern eher genutzt würde bzw. wird, da er näher zum Parkplatz liegt. Dieser Pfad bekam vom Ausschuss den Namen „Boule-Weg“, weil er eben zum geplanten Boule-Platz am ehemaligen Sportplatz führt. Die Verwaltung hatte hingegen die „Erschließung“ des Platzes über einen Abzweig vom oberen Trampelpfad vorgesehen. Dieser wiederum könnte künftig dann auch von den Schülern genutzt werden, um zur Schule zu kommen.

Und noch eine weitere Wege-Option soll nach dem Wunsch der Politiker jetzt ebenfalls untersucht werden, und zwar eine Treppe, die direkt vom Parkplatz Heidehalle zu dem Boule-Platz führt. Diese Möglichkeit hatte die Verwaltung verworfen wegen des Höhenunterschiedes von dreieinhalb bis vier Metern – zu viel für einen Weg, aber eben nicht für eine Treppe, über die bislang nicht weiter nachgedacht worden war. Fest steht hingegen schon jetzt, dass gleich für welchen Trampelpfad man sich hinterher eventuell entscheiden sollte, er eben nur die leichte Befestigung erhalten wird. Einen Ausbau oder gar eine Beleuchtung wird vor allem mit Blick auf den alten Baumbestand (und dadurch auch die vielen großen aus dem Erdreich ragenden Wurzeln in dem Bereich) von der Verwaltung „ausdrücklich nicht empfohlen“. Und das sahen auch die Ausschussmitglieder so. Zumal mit dem normalen „Straßenbegleitenden Gehweg“ an der Lichte Kammer ja schon ein beleuchteter Weg zur Verfügung steht.

Verwaltung schlägt weitere Hol- und Bringzone vor

Warum sich der Parkstreifen in diesem Bereich allerdings nach Meinung der Verwaltung für eine Hol- und Bringzone anbietet, erschloss sich nicht. Mehr noch: Im Beschlussvorschlag nennt die Verwaltung die Zone entlang der Lichte Kammer sogar als erstes und führt anschließend „eine weitere Hol- und Bringzone auf dem Parkplatz ,Heidehalle’“ an, „falls die Stellplätze an der Straße nicht ausreichen sollten“. Im Gegensatz zu der jetzt von der Verwaltung vorgeschlagenen war die Zone auf dem Parkplatz explizit von der SPD-Ratsfraktion in ihren beiden Anträgen von Januar und April zu diesem Thema angeregt bzw. gefordert worden. Zugleich forderten die Sozialdemokraten zuletzt für „den gesamten Bereich vor der Schule ein absolutes Halteverbot“, was eine Hol- und Bringezone dort ausschließt.

Einigkeit zwischen Politikern aller Fraktionen und auch mit der Verwaltung herrschte bei der Frage, dass beim Ausgangspunkt der ganzen Debatte, im Bereich der Zufahrt zu den 15 Lehrerparkplätzen, etwas geschehen muss, um auf der kleinen Stichstraße zur Schule „die gefährlichen Hol- und Bringefahrten der Eltern“ zu unterbinden. Denn dieses ist für viele Schüler aus dem Bereich Leckingser Straße, Gutenbergstraße etc. der übliche Schulweg. Die Frage ist nur das Wie. Während die CDU mit Blick auf ihren Antrag (wir berichteten), den sie aber erst nach der Erstellung der Beschlussvorlage gestellt hat, schon einmal dort eine Schrankenanlage errichtet haben möchte, wollten Vertreter unter anderem der Linken, von der FDP, von den Blauen und von den Grünen zuerst eine weitere Wege-Option auch in diesem Bereich überprüft wissen.

Weg entlang der Kita soll jetzt auch untersucht werden

Dabei handelt es sich um eine Idee der Initiative Heide/Hombruch, die vorschlägt, den Weg, der parallel zu der Stichstraße zum Eingang der Kindertagesstätte Lichte Kammer führt, bis zur Schule zu verlängern: „naturnah, zwischen Bäumen hindurch, vorbei am Spielplatz der Kita und über eine kleine Grünfläche“ – wobei der letzte Teil auch über die alte Zuwegung zum Sportplatz führen könnte. Damit dieser Weg dann aber auch genutzt wird, müsste gegebenenfalls über eine Abriegelung der Stichstraße auch für Fußgänger beispielsweise durch ein großes Tor nachgedacht werden.

Diskutiert wurde im Ausschuss auch darüber, ob die Lichte Kammer in diesem Bereich möglicherweise während der Schulzeit komplett abgebunden werden könnte, um die „Elterntaxis“ entsprechend umzuleiten. Und bei allen Maßnahmen, so wurde unisono betont, sei es unabdingbar, dass anschließend von Ordnungsamt und Polizei regelmäßig kontrolliert werde.

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