Chorszene

Offenheit in einer starken Gemeinschaft

So sieht der Kirchenchor Gerlingsen heute aus: Ab dem 25. Juni feiern die Sängerinnen und Sänger eine ganze Woche lang ihr 50-jähriges Bestehen.

Foto: Privat

So sieht der Kirchenchor Gerlingsen heute aus: Ab dem 25. Juni feiern die Sängerinnen und Sänger eine ganze Woche lang ihr 50-jähriges Bestehen. Foto: Privat

Iserlohn   Der Kirchenchor Gerlingsen feiert sein 50-jähriges Bestehen – und zwar eine ganze Woche lang.

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Noch in diesem Jahr wird der Gerlingser Kirchenchor vermutlich sein 100. Gerlingser Sonntagskonzert veranstalten. 98 sind bisher gelaufen, und allein das ist schon eine stolze Marke und ein erstaunlicher Erfolg, der den Gerlingser Chor zu einem ganz besonderen in Iserlohn macht. Denn jedes Mal hat der Chor auch aktiv mitgewirkt – und wenn es „nur“ in dem Gottesdienst vor dem eigentlichen Konzert war.

Anlagen der ersten Jahrehaben bis heute Bestand

Noch erstaunlicher findet Chorleiter Hanno Kreft aber, dass diese reiche Konzerttätigkeit überhaupt keine Erfindung der jüngeren Vergangenheit ist. 1999 hatte er die Leitung des Chores übernommen und die Gerlingser Sonntagskonzerte eingeführt. Nun feiert der Chor sein 50-jähriges Bestehen, und bei einem Blick in die Annalen musste Kreft erstaunt feststellen, dass im Grunde alles, was den Chor heute ausmacht, schon bei der Gründung festgelegt wurde – eben auch, dass einmal im Monat im Gottesdienst gesungen wird und der Chor auch außerhalb der Gottesdienste zu Weihnachten, in der Passsionszeit und zu anderen Anlässen zu eigenen Konzerten einlädt. „Es hat sich im Grunde gar nicht viel geändert“, freut sich Kreft über seinen immer noch extrem aktiven Chor. Chorsänger Dr. Rudolf Hollenders, der zum Jubiläum eine Chronik vorbereitet und sich intensiv mit den Anfängen beschäftigt hat, bestätigt das. So habe sich auch die Größe kaum geändert. Von Anfang an seine es immer um die 25 Sängerinnen und Sänger gewesen. Auf Initiative von Pfarrer Lam­brecht, dem ersten Pfarrer der evangelischen Gemeinde in Gerlingsen ab 1962, sei der Chor gegründet worden und hat sich am 13. September 1967 der Öffentlichkeit vorgestellt. Eine Besonderheit war von vornherein der ökumenische Geist des Chores, der den Sängern, die aus beiden Konfessionen stammen, bis heute sehr wichtig ist. Direkt nach der Fertigstellung der Gerlingser Kirche St. Michael habe der Chor auch dort zu gemeinsamen Konzerten und Veranstaltungen eingeladen.

Weltliche Musik gehörtevon Anfang an dazu

Eine weitere Besonderheit ist, dass der Chor ebenfalls von Beginn an außerkirchliche Themen bedient und auch weltliche Musik und Volkslieder aufgegriffen hat. Auch diese spezielle Seite der heutigen Gerlingser Sonntagskonzerte ist also schon in der Gründungsphase angelegt worden. Und der Chor hat sich schon immer nicht nur auf das Singen in Gerlingsen beschränkt, sondern mit Konzerten und Auftritten in anderen Stadtteilen immer auch ganz Iserlohn bereichert.

Auch nach dem Umzug an den Nußberg, wo der Chor eine mehr als herzliche Aufnahme erfahren habe, seien diese Traditionen des Chores nicht abgerissen und sollen auch weiterhin Bestand haben. Das spiegelt sich auch in der Festfolge wider, mit dem der Chor sein Jubiläum begeht. Eine ganze Woche lang wird gefeiert. Vier Auftritte stehen dabei vom 25. Juni bis zum 2. Juli auf dem Festprogramm. Am Sonntag, 25. Juni, geht es um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst in der Johanneskirche am Nußberg und dem offiziellen Empfang im Gemeindesaal los. Am Mittwoch, 28. Juni, um 11 Uhr folgt ein kleines „Geburtstagsständchen“ in der Reformierten Kirche an der Wermingser Straße.

Der Chor ist sich bisheute immer treu geblieben

Am Samstag, 1. Juli, gestaltet der Chor dann um 18.15 Uhr die Abendmesse in St. Michael in Gerlingsen. Und am Sonntag, 2. Juli, folgt um 17 Uhr das eigentliche Festkonzert in der Johanneskirche, bei der unter anderem drei Welturaufführungen erklingen. Auf den Vers „Singet und jubelt“ hat der Chor Kompositionen bei drei befreundeten Komponisten in Auftrag gegeben, die nun erstmals aufgeführt werden.

Offenheit für die Ökumene, Offenheit für andere Konzertstätten und Offenheit für neue Musik: Das Festprogramm zeigt, dass sich der Chor treu geblieben ist – auch wenn acht Chorleiter in 50 Jahren eine durchaus bewegte Geschichte dokumentieren. Gerade das spricht aber für die starke Gemeinschaft, die in Gerlingsen gewachsen ist und fortlebt – auch wenn natürlich auch bei den Gerlingsern der Zahn der Zeit nagt. „Der Chor ist in die Jahre gekommen“, sagt Dr. Hollenders. Gerade da werden die starke Gemeinschaft, das gesellige Singen und die immer neuen Eindrücke durch die Konzerte immer wichtiger.

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