Kirchenmusik

Orte, Menschen und Instrumente kennenlernen

Alexander Denz war zum Abschluss der diesjährigen Reihe „Kirchen klingen“ als Solist in der Reformierten Kirche zu Gast.

Alexander Denz war zum Abschluss der diesjährigen Reihe „Kirchen klingen“ als Solist in der Reformierten Kirche zu Gast.

Foto: Max Winkler

Iserlohn.   Auch nach sieben Jahren erfreut sich die Reihe „Kirchen klingen“ großer Beliebtheit, braucht aber dennoch Veränderungen.

Das Format ist einfach stark und erfreut sich auch im nunmehr siebten Jahr größter Beliebtheit: Kirchen klingen. Am vergangenen Sonntag ist die diesjährige Konzertreihe zu Ende gegangen. Der Schlusspunkt erfolgte in der Reformierten Kirche.

Und auch dort hat sich das Publikum an dem wunderbaren Konzept erfreut, das so vieles vereint. Eine Kirchenführung, Zeit für Gespräche bei einem Glas Wein und natürlich gute Musik. Kirchen klingen heißt: Orte, Menschen und Instrumente kennenzulernen.

2012 – im Jahr der Kirchenmusik innerhalb der Lutherdekade – hatte Iserlohns Kreiskantor Hanns-Peter Springer die Reihe eröffnet, um vor allem die verborgenen Kirchen und Orgeln in den Dörfern des Kirchenkreises Iserlohn in den Mittelpunkt zu rücken. Über 30 Kirchen werden es seitdem gewesen sein, die das Publikum kennenlernen durfte, und in denen erstklassige Musiker für ein Konzert an der Orgel Platz nahmen.

Romantische Musikin der Reformierten Kirche

Am Sonntag war es Bettina Pahnke, Kantorin der Elseyer Kirchengemeinde, die die besonderen klanglichen Möglichkiten der Reformierten Kirche mit der historischen Schulze-Orgel aus der Romantik und einem Flügel nutzte, um zusammen mit dem jungen Hohenlimburger Klarinettisten Alexander Denz ein sehr romantisches Programm mit französischem Einschlag zu bieten. Auf dem Programm standen Werke unter anderem von Josef Gabriel Rheinberger, Niels Gade, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Félix-Alexandre Guilmant und Edward Elgar – darunter auch wunderbare Bearbeitungen, die dem ausführenden Duo wie auf den Leib geschnitten waren. Dazu gab es auch am Sonntag viel Wissenswertes über die Geschichte der Kirche und Gelegenheit zum lockeren Austausch.

Dass dieses Konzept sich auch nach sieben Jahren für das Publikum nicht tot läuft, weiß auch Kantor Hanns-Peter Springer. Gleichwohl werden die Kirchen im Kirchenkreis langsam knapp, um dieses Konzept in seinem engen Zuschnitt auf Orgelkonzerte noch lange fortzuführen. Deswegen kann Springer es sich durchaus vorstellen, die klingenden Kirchen in einem größeren Gesamtmodell aufgehen zu lassen und im kommenden Jahr zusammen mit weiteren Partnern des Kirchenkreises einen weiter gefassten Kultursommer anzubieten, bei dem dann auch andere Arten der Kultur an ungewohnten Orten des Kirchenkreises erlebbar werden. Denn auch das stärkste Format braucht irgendwann eine Veränderung.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben