Kirchliches

Pankratiustag als „kleiner Katholikentag“

Gemeinsam mit Weihbischof Dominicus Meier feierten die Geistlichen der Pfarrei St. Pankratius ihren Pankratiustag in der St. Aloysius-Kirche. Auf dem Altar steht die Reliquie, die Meier als Geschenk mitbrachte.

Foto: Wolfgang Meutsch

Gemeinsam mit Weihbischof Dominicus Meier feierten die Geistlichen der Pfarrei St. Pankratius ihren Pankratiustag in der St. Aloysius-Kirche. Auf dem Altar steht die Reliquie, die Meier als Geschenk mitbrachte. Foto: Wolfgang Meutsch

Iserlohn.  Weihbischof Dominicus Meier fordert in der Festmesse die Zusammenarbeit bei der Neuausrichtung der Pfarrei St. Pankratius.

Das Fest zur Gründung der Pfarrei St. Pankratius geriet am Sonntag zum „kleinen Kirchentag“. In der gut gefüllten St. Aloysiuskirche feierten alle sechs innerstädtischen Gemeinden mit Weihbischof Dominicus Meier den Pankratiustag.

Der Weihbischof überreichte anlässlich der Neuausrichtung der Pfarrei eine Reliquie des heiligen Pankratius in einer Monstranz – als Geschenk des Erzbischofs Hans-Josef Becker: „Glauben braucht Ausdrucksformen und Zeichen der Verbundenheit. Pankratius ist ein Sinnbild für das, was wir heute feiern können – der Aufbruch in etwas Neues.“

Weihbischof Meier lehnt „Kirchturmdenken“ ab

Passend beschreibe Xavier Nadios Lied „Dieser Weg wird kein leichter sein“ den Prozess bei der Umstrukturierung, sagte Weihbischof Meier. Mit Blick auf „abtrünnige Kritiker“ machte er deutlich, dass er „Kirchturmdenken und innerkirchliche Zirkel, in denen es so schön kuschelig ist“, ablehnt, sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Weihbischof betonte: „Pfarrer Hammer hat vieles in Bewegung gebracht. Es gibt gelungene Aktionen und Projekte von ermutigendem Zusammenhalt, aber leider auch Erfahrungen von Beharrlichkeit, Verweigerung und Stillstand.“ Er warb darum, innerkirchliche Streitigkeiten zu überwinden: „Man muss dem Prozess Zeit geben.“

Im Festgottesdienst standen Ökumene und Kooperation im Vordergrund. Das demonstrierten die Pfarrer Johannes Hammer, Joachim Skora, Janus Plewnia sowie die Vikare Stefan Kenzorra und Frederic Kerbbach mit den Diakonen Wolfgang Vieler, Michael Feldmann und Heinz-Rüdiger Lülff sowie dem Vertreter der evangelischen Versöhnungskirchengemeinde, Pfarrer Jürgen Löprich. Vertreter aus den Gemeinden Peter und Paul, Herz Jesu, Heilig Geist, Hlst. Dreifaltigkeit, St. Michael, St. Hedwig, St. Gertrudis, St. Josef und St. Aloysius steckten nach den Fürbitten „Pankratius-Kerzen“ als Symbole der Einheit an.

Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens erinnerte unter großem Applaus an den mutigen Stadtpatron Pankratius als Beispiel für Standhaftigkeit und als Symbolfigur der Ökumene. Ahrens warb angesichts der sozialen und gesellschaftlichen Herausforderungen für gemeinsame Anstrengungen in Iserlohn.

DRK-Vorstand Michael Vucinaj zeigte sich beim anschließenden Begegnungsempfang beeindruckt von der Ansprache des Bürgermeisters und lobte die klaren Worte des Weihbischofs zu den Schwierigkeiten des Zusammenwachsens angesichts der gesellschaftlichen, sozialen und religiösen Strukturveränderungen: „Auch Wohlfahrtsverbände wie das DRK, die AWO, die Diakonie und die Caritas müssen sich zusammenschließen.“

Pfarrer Jürgen Löprich erinnerte an die langjährige gute Zusammenarbeit zwischen den katholischen und evangelischen Kirchengemeinden, die sich dem Vorbild des Stadtpatrons verpflichtet fühlen: „Gemeinsam arbeiten wir am Reich Gottes und den Herausforderungen, die uns in die Hände gelegt wurden.“ Als positives Beispiel nannte er die ökumenische Zusammenarbeit zwischen der evangelischen Versöhnungskirchengemeinde und der Caritas beim Mittagstisch „Iss was?!“.

Schubert-Messe zur Krönung des Festgottesdienstes

Der Kammerchor „Collegium Vocale“ im Pastoralverbund führte gemeinsam mit dem „Pankratius-Orchester“, dem Bach-Chor Hagen und den Solisten Anna Naechster (Sopran), Maximilian Fieth (Tenor) und Manfred Bühl (Bass) Franz Schuberts Messe G-Dur auf. Festgottesdienstbesucher beglückwünschten Kantor Christopher Brauckmann zu dem besonderen Konzert, mit dem er quasi seinen Abschied eingeläutet hat, denn der Dekanatskirchenmusikdirektor verlässt Iserlohn demnächst. Er wird an Pfingsten verabschiedet. Pfarrer Hammer kündigte an, dass für die Nachfolge gesorgt sei.

Johannes Hammer verabschiedete Vikar Stefan Kenzorra, der nach Arnsberg wechselt: Das Dekanat Märkisches Sauerland und der Pastoralverbund dankten ihm für seinen engagierten Einsatz in den unterschiedlichen Feldern, besonders in der Jugendarbeit, bei pastoralen und seelsorgerischen Projekten, sagte Hammer unter lang anhaltendem Applaus der Festgemeinde.

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