Projekt

Pioniere auf dem Gebiet der Inklusion

Viel Lob und prominenten Besuch der lokalen Politik gab es jetzt bei der Eröffnung der sechsten Wohngemeinschaft der Elterninitiative „Wohnprojekt 170°.

Viel Lob und prominenten Besuch der lokalen Politik gab es jetzt bei der Eröffnung der sechsten Wohngemeinschaft der Elterninitiative „Wohnprojekt 170°.

Foto: Annabell Jatzke

Iserlohn.   Die Elterninitiative „Wohnprojekt 170°“ hat ihre bereits sechste WG eröffnet

Mit der bereits sechsten Wohngemeinschaft für junge Menschen mit Handicap leistet die Elterninitiative „Wohnprojekt 170°- gemeinsam anders“ Pionierarbeit in der Waldstadt. In diesem Punkt waren sich der stellvertretende Bürgermeister Michael Scheffler und die Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag (beide SPD) bei der offiziellen Eröffnung der neuen Wohngemeinschaft an der Ortlohnstraße einig.

„Sie leisten hier einen wichtigen Beitrag zur Inklusion“, so Scheffler bei seiner Rede. Der Abnabelungsprozess vom Elternhaus sei auch für Menschen mit Handicap enorm von Bedeutung. „Lassen Sie nicht nach in Ihren Engagement“, bestärkte der stellvertretende Bürgermeister alle Mitstreiter der Elterninitiative, denen er zugleich versprach, sich bei Landschaftsverband Westfalen-Lippe um finanzielle Hilfe zu bemühen.

Viel Lob für ein beispielhaftes Projekt

Natürlich ließ es sich Dagmar Freitag, die selbst zu den Gründungsmitglieder von „170°“ zählt, nicht nehmen, ebenfalls ein paar Grußworte zu sprechen. Sie lobte, was mit der sechsten Wohngemeinschaft wieder Beispielhaftes und Bewundernswertes auf die Beine gestellt wurde und unterstrich mehrfach, dass es ihr selbst ein persönliches Anliegen sei, die Elterninitiative zu unterstützen und der Eröffnung beizuwohnen. „Familien werden bei der Geburt eines behinderten Kindes vor große Herausforderungen gestellt“, so Freitag, die sich freute, dass der Verein eine langfristige Vision eines Zusammenlebens für Menschen mit Handicap biete.
Den offiziellen Worten der Vertreter der Stadt und Politik schlossen sich auch Reinhard Kruckas, der erste Vorsitzende der Elterninitiative, sowie Christian Müller, Geschäftsführer der Netzwerk Diakonie, an. Beide betonten, wie stolz sie seien, dass mit der neuen Wohngemeinschaft neun jungen Menschen mit Handicap, fünf Männer und vier Frauen, alle Mitte zwanzig, ein gewisses Maß an Selbstständigkeit ermöglicht wird.
Die Reden wurden jedoch alle bewusst kurz gehalten, so dass die zahlreichen Besucher auch genügend Zeit hatten, die neue Wohngemeinschaft, die schon im November 2018 bezogen wurde, zu besichtigen. Neben den Gemeinschaftsräumen wie Küche, Wohnzimmer und Galerie konnten auch die einzelnen Zimmer der WG-Bewohner, die allesamt liebevoll, komplett nach dem persönlichen Geschmack eingerichtet wurden, bestaunt werden.

Bei einigen spiegelt sich beispielsweise in der Gestaltung der eigenen vier Wände die Sympathie für Borussia Dortmund wieder. Insgesamt sind es moderne, helle Räume, die auf jeden Fall dazu beitragen, dass man sich dort wohlfühlen kann. Nicht nur Torsten Severing, Bereichsleiter bei der Netzwerk Diakonie, ist stolz auf das Geschaffene, auch sein ganzes Team freut sich mit den Bewohnern.
Abgerundet wurde die offizielle Einweihungsfeier, bei der der Verein „170°“ selbstverständlich auch nochmal kräftig Werbung in eigener Sache machte, durch den Auftritt der Dance-Teens von der Carl-Sonnenschein-Schule. Und gewiss kam auch das leibliche Wohl nicht zu kurz, wurde doch auf der Dachterrasse gegrillt.
In inzwischen sechs „170°“-Wohngemeinschaften leben mittlerweile insgesamt 24 junge Menschen, denen so ein möglichst selbstbestimmtes Leben ermöglicht wird. Wer mehr über die 2014 gegründete Elterninitiative „Wohnprojekt 170°“ erfahren möchte, findet auf der Homepage www.wohnprojekt170grad.de Informationen und Ansprechpartner.

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