Heutelbeck-Immobilie

Platohaus wird zwangsversteigert

Das Platohaus an der Arnsberger Straße

Das Platohaus an der Arnsberger Straße

Foto: IKZ

Iserlohn.  Am 6. November kommt die Geschäftsimmobilie Arnsberger Straße 12-16 im Iserlohner Amtsgericht unter den Hammer. Die Zwmnagsversteigerung ist eine Spätfolge der Privatinsolvenz des Kaufmanns Jochen Heutelbeck.

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Hinter jeder Zwangsversteigerung steckt zumeist ein persönliches Schicksal. Im Falle des Termins, der am 6. November um 11 Uhr im Amtsgericht an der Westfalenstraße aufgerufen wird, ist es das Schicksal des Kaufmanns Jochen Heutelbeck. Heutelbeck hatte sein Elternhaus am Tückwinkel einst zurückgekauft, um das Denkmal zu erhalten. Nachdem von der Stadtverwaltung zunächst ein positiver Bauvorbescheid für den Umbau in Eigentumswohnungen ergangen war, wurde dieser später als unrechtmäßig erteilt wieder zurückgezogen. Das Denkmal musste notverkauft werden. Was blieb, war ein enormer Vermögensschaden, von dem sich Heutelbeck nicht mehr erholte. Am Ende stand die private Insolvenz.

In deren später Folge kommt nun ein weiteres Objekt aus dem Eigentum des Kaufmanns unter den Hammer: Das Platohaus an der Arnsberger Straße 10-16, Heimat unter anderem des Kneipenclubs „Stay Wild“, des Integrationsbereichs der Caritas und der Fitnessfabrik. Der Verkehrswert für das Platohaus wurde für den Versteigerungstermin auf 1,1 Millionen Euro festgelegt.

Das Objekt besteht aus mehreren Gebäudeteilen, die zwischen 1820 und 1953 erreichtet wurden. Als Messingfabrik des Herrn Dr. Gösser hatte die Immobilie großen Anteil am Aufschwung Iserlohns während der industriellen Revolution, zwischen den Kriegen und in der Zeit danach. In den 60er Jahren wurde das Gebäude von einem Iserlohner übernommen, der hier Automobilteile aus Kunststoff und Metall herstellte. Nach dem tragischen Tod des Inhabers gehörte das Gebäude lange zu General Motors, bis Jochen Heutelbeck die Industriebrache erwarb und ihrer neuen Nutzung zuführte.

Das mehrgeschossige Fabrikgebäude samt einigen eingeschossigen Hallen wurde zu Beginn des 20 Jahrhunderts errichtet und weist eine Nutzfläche von 6668 Quadratmetern auf. „Ursprünglich habe ich das Gebäude erworben für den Aufbau meines Import-Großhandels“, erinnert sich Noch-Eigentümer Heutelbeck im Gespräch mit unserer Zeitung. Nach dem Kauf renovierte der Kaufmann das Objekt Zug um Zug und verwandelte den einstigen reinen Fabrikkomplex in eine gemischt genutzte und gut vermietete Gewerbe- und Wohnimmobilie. Dass mit der bevorstehenden Zwangsversteigerung seine Eigentümerschaft enden könnte, erfüllt Heutelbeck indes nicht mit Verlustschmerz. Ganz im Gegenteil: „Wenn man, so wie ich es erleben musste, jahrelang ein Gejagter der Banken ist, dann kann eine Privatinsolvenz auch eine Befreiung sein, selbst wenn sie mit solchen Entscheidungen verbunden ist.“

Nach wie vor bedauerlich sei es hingegen, dass er seine Pläne zur Umgestaltung der denkmalgeschützten Villa Heutelbeck seinerzeit nicht realisieren konnte, so Heutelbeck: „Ich habe das Haus dann für relativ kleines Geld verkauft, aber der neue Besitzer scheint keinerlei Anstrengungen zum Erhalt zu unternehmen.“

Mit den Dingen anbschließen und durch neue Türen gehen

Jochen Heutelbeck selbst will indes nicht zu lange über Vergangenes reden, „man muss mit Dingen abschließen“. Und dies, so der Kaufmann, gelinge ihm auch deshalb sehr gut, weil er direkt nach der Insolvenz wieder schnell in Lohn und Brot gelangt sei. „Wenn man sich als Kaufmann in all den Jahren korrekt gegenüber seinen Geschäftspartnern verhalten hat, dann öffnen sich auch wieder Türen.“ In Jochen Heutelbecks Fall war es die Tür zu einer Handelsvertretung für Infrarot-Heizungen, die er mittlerweile seit 2012 führt.

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