Stadtbetrieb Iserlohn/Hemer

Politik entscheidet über SIH-Zukunft

Die Politik in Hemer und Iserlohn entscheidet, ob der gemeinsame Stadtbetrieb eine Zukunft hat.

Foto: Michael May

Die Politik in Hemer und Iserlohn entscheidet, ob der gemeinsame Stadtbetrieb eine Zukunft hat.

Iserlohn/Hemer.   Die Mitglieder der Stadträte in Iserlohn und Hemer sollen entscheiden, ob der gemeinsame Stadtbetrieb eine Zukunft hat.

Die Zukunft des gemeinsamen Stadtbetriebes Iserlohn/Hemer, der 2011 als interkommunales Unternehmen gegründet worden ist, liegt jetzt in der Hand der Politik: Die Stadträte in Iserlohn und Hemer sollen im Oktober darüber abstimmen, ob der Betrieb in Kooperation fortgeführt wird, oder ob das Gemeinschaftsunternehmen aufgelöst werden soll.

Bei einer Fraktionsvorsitzendenkonferenz haben sich am Montagabend die Vorsitzenden der Iserlohner Ratsfraktionen von Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens zum Stand der Dinge informieren lassen. Klar ist, die Fraktionen in Iserlohn brauchen eine Vorlage für die entscheidende Sitzung, „mit der wir belastbare Informationen zu den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für jedes Szenario haben“, erklärt der SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Leye. Auch die CDU, so deren Fraktionschef Fabian Tigges, mache die grundsätzliche Entscheidung beziehungsweise das Für und Wider von einer ausführlichen Vorlage abhängig, die von der Verwaltung jetzt nachgeliefert werden soll.

Die Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens (Iserlohn, SPD) und Michael Heilmann (Hemer, parteilos) seien, so heißt es aus der Runde der Fraktionsvorsitzenden, fest entschlossen, den gemeinsamen Betrieb weiterzuführen.

Während die Iserlohner Ratsmitglieder wissen wollen, was im Falle einer Scheidung auf die Stadt zukäme, will der Rat in Hemer schon in der nächsten Woche einen Beschluss dazu fassen.

Bürgermeister glauben ans gemeinsame Unternehmen

In der Vorlage, die inzwischen öffentlich ist, schlägt Bürgermeister Michael Heilmann vor, den gemeinsamen Stadtbetrieb weiter zu führen. An der Spitze des SIH soll dann ein hauptamtlicher Vorstand stehen, den eine Personalberatung aussucht.

Auch für die Hemeraner FDP ist klar, dass man am gemeinsamen Betrieb festhält. „Eine Scheidung wäre für Hemer eine weitaus schlechtere Lösung. Wir brauchen auch eine schnelle Entscheidung, eine weitere Hängepartie ist nicht gut für den Stadtbetrieb. Es wird Zeit, dass dort Ruhe einkehrt“, sagt Arne Hermann Stopsack, Fraktionsvorsitzender im Hemeraner Rat.

Hans Immanuel Herbers, Fraktionschef von UWG/Piraten, ist sicher, dass es in der Iserlohner Politik derzeit kein einheitliches Stimmungsbild gibt. Er ist mit seiner Fraktion für eine Trennung der Kommunen beim Stadtbetrieb. „Es funktioniert offenbar nicht, das ist für uns mehr als deutlich. Es ist offenbar nicht gut, wenn verschiedene Köche in einem Brei rühren. Wir brauchen klare Strukturen.“ Deshalb könne er sich auch vorstellen, dass der Betrieb allein in Iserlohner Regie geführt werde. „Dieses Unternehmen könnte dann ja auch im Auftrag der Stadt Hemer tätig werden.“

Nach Problemen mit dem früheren SIH-Geschäftsführer hat eine Doppelspitze bisher den SIH im Nebenamt geführt: Dr. Klaus Weimer (Stadtwerke Iserlohn) und Monika Otten (Stadtwerke Hemer). Weimer hat seinen Rücktritt im Juli erklärt. „Wir sind sicher, dass wir einen Vorstand brauchen, der die Aufgabe zu 100 Prozent übernimmt“, sagt FDP-Mann Stopsack.

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