Berufskolleg

Quereinsteiger haben Wechsel nicht bereut

Ärzte arbeiten als Lehrer am Berufskolleg des Märkischen Kreises: Dr. Uta Staufenbiel und Daniel Igwe

Ärzte arbeiten als Lehrer am Berufskolleg des Märkischen Kreises: Dr. Uta Staufenbiel und Daniel Igwe

Foto: IKZ/Michael May

Iserlohn.   Zwei Ärzte tauschten Patientenbetreuung gegen Unterricht am Berufskolleg des Märkischen Kreises: die aus Letmathe stammende Fachärztin Dr. Uta-Staufenbiel und ihr Kollege Daniel Igwe aus Hagen.

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Es ist außergewöhnlich, dass zwei Ärzte aus ihren Beruf aussteigen und als Quereinsteiger am Berufskolleg Unterricht im Bereich Gesundheitswesen leisten. Die aus Letmathe stammende Fachärztin Dr. Uta-Staufenbiel und Daniel Igwe als Arzt mit Weiterbildungen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie haben ihren Schritt in den Schuldienst nicht bereut.

Beide Mediziner bieten alle gesundheitsrelevanten Themen an, mit denen sie Berufskolleg-Schüler der Abteilung Sozial- und Gesundheitswesen am Hauptstandort Iserlohn des Märkischen Kreises auf ihre späteren Arbeitsfelder im Gesundheitsbereich und in den sozialpädagogischen Tätigkeitsbereichen vorbereiten.

„Ich habe leidenschaftlich als Hausärztin gearbeitet“, erklärt die 57-jährige Dr. Uta Staufenbiel. Das Motiv, vor zehn Jahren in den Schuldienst zu wechseln, begründet sie so: „Die Situation als Mutter mit drei kleinen Kindern in einer großen allgemeinmedizinischen Praxis war nicht gerade familienfreundlich. Die Organisation des familiären Alltags ließ sich für mich besser mit meiner Berufstätigkeit als Lehrerin vereinbaren.“ Außerdem habe ihr die Arbeit mit jungen Menschen bereits in der Praxis in Letmathe viel Spaß gemacht. „Eine Bestätigung erhielt ich am Tag meines zweiten Staatsexamens, als ein Mitglied der Prüfungskommission zu mir sagte: Man spüre, dass ich junge Menschen möge.“ In ihrer Praxistätigkeit von 1986 bis 1994 habe sie medizinische Fachangestellte ausgebildet. Daran knüpfe sie als Lehrerin an, indem sie zunächst in Teilzeit am damaligen kaufmännischen Berufskolleg Menden unterrichtete, dem heutigen Teilstandort des Berufskollegs in Iserlohn, wo sie mehrere Jahrgänge zu medizinischen Fachangestellten ausbildete. Nach dem pädagogischen Zusatzstudium legte sie eine weitere Prüfung ab. Neben dem erweiterten Unterricht in Menden unterweist sie seither ihre Schüler des Berufsgrundschulfachs Sozial- und Gesundheitswesen am Hauptstandort in Iserlohn im Fach Pflegewissenschaften. Zudem ist sie Ausbildungslehrerin für eine Referendarin.

Auch Dr. Igwe (40) aus Hagen wagte nach dem Medizinstudium und klinischer Tätigkeit den Quereinstieg, ein Referendariat mit berufsbegleitendem Pädagogikstudium und 2. Staatsexamen. Er war in diversen sozialen Brennpunkten tätig, wo er sich um die Freizeitbetreuung von Kindern und Jugendlichen kümmerte. Es schlossen sich unterrichtspraktische Erfahrungen in verschiedenen Schulformen an, unter anderem an der Krankenpflegeschule des Allgemeinen Krankenhauses in Hagen. Als Assistenzarzt arbeitete er bis von 2007 bis 2010 in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Dortmund und Remscheid sowie der Kinderklinik des Bethanien-Krankenhauses, bevor er zum Berufskolleg wechselte, wo er das Fach Gesundheitswesen in allen Klassen der Abteilung Sozial- und Gesundheitswesen unterrichtet.

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