Kriminelles

Räuber bricht in Drogendealer-Wohnung ein

Vor der dritten Großen Strafkammer des Landgerichtes in Hagen begann der Prozess gegen einen 26-jährigen Drogensüchtigen aus Iserlohn wegen besonders schweren Raubes. Neben ihm sitzt sein Verteidiger Andreas Trode.

Vor der dritten Großen Strafkammer des Landgerichtes in Hagen begann der Prozess gegen einen 26-jährigen Drogensüchtigen aus Iserlohn wegen besonders schweren Raubes. Neben ihm sitzt sein Verteidiger Andreas Trode.

Foto: Cornelia Merkel

Iserlohn.   Marihuana, Waage, Handys, Kopfhörer geklaut und den Besitzer mit Baseballschläger niedergeschlagen – das gab ein 26-jähriger Drogenkranker zu.

„Ich habe nur heimlich gekokst. Vor meinen Freunden habe ich es nie gemacht“, erzählt der 26-jährige Iserlohner vor der dritten Großen Strafkammer des Hagener Landgericht. Einmal mehr musste sich der arbeitslose Drogensüchtige wegen eines Raubüberfalls vor dem Landgericht verantworten. Der wegen Überfällen auf das Iserlohner Cinestar, Spielhallen und eine Taxifahrerin und wegen Drogendelikten vorbestrafte Iserlohner konsumiert seit seiner Schulzeit Drogen, erst Marihuana und nach der ersten Haftentlassung dann Kokain. „Durch falsche Freunde“ sei er immer wieder „in das alte Schema abgerutscht“, schildert der aus einer kinderreichen Arbeiterfamilie stammende Iserlohner seinen bisherigen Lebensweg mit zwei Schulverweisen an Hauptschulen, Berufsfindungsmaßnahmen und abgebrochenen Ausbildungen und Jobs.

Mit zwei Komplizen in eine Wohnung eingebrochen

Der Angeklagte gab zu, im Oktober 2016 zusammen mit zwei Komplizen in die Wohnung eines Dealers in einem Mehrfamilienhaus an der Kalkstraße eingebrochen zu sein. Der Mann sei nicht zu Hause gewesen. Der Angeklagte entwendete neben zehn Gramm Marihuana, eine Feinwaage, eine Playstation 4, drei Handys, einen Kopfhörer sowie einen Baseballschläger. Die Beute steckte er in einen Rucksack aus der Wohnung.

Auf ihrem Rückzug trafen die Einbrecher den Mieter im Treppenhaus an. Dort will der Angeklagte den Mann mit einem Baseballschläger auf die Hüfte geschlagen haben, während seine Begleiter ihr Opfer, das zu Boden ging, festhielten und mit weiteren Schlägen traktierten. Dann seien sie geflüchtet.

Laut Anklage soll der Iserlohner auch noch 900 Euro aus der Wohnung gestohlen haben. „Da waren keine 900 Euro, wenn es so wäre, würde ich es sagen“, erklärt der Angeklagte, der zum Tatzeitpunkt „voll auf Koks und Alkohol“ gewesen sein will. Ob seine Komplizen das Geld genommen hätten, könne er nicht sagen. Er habe an dem Tag mehrfach Kokain genommen und einige Bier getrunken. Auf dem Weg zu ihrem Opfer habe er zudem Whiskey getrunken und die halb leere Flasche an der Tür abgestellt, schildert der Angeklagte das Vorgeschehen am Tattage.

Den Rucksack mit dem Diebesgut aus der Dealer-Wohnung hätten sie in einem Iserlohner Flüchtlingsheim verkauft, nachdem sie vorher noch etwas von dem Marihuana zum Eigenkonsum abgezweigt hatten. „Drei Gramm Kokain und 50 Euro gab’s dafür“, berichtet der Iserlohner weiter.

Freund ermahnt Angeklagten: „Hör auf mit den Drogen“

Ein Zeuge, der mit ihm befreundet ist, sagte nach seiner schmallippigen Aussage in Richtung Anklagebank: „Hör auf mit den Drogen.“ Das ist sein Ziel – von den Drogen wegzukommen. Der Angeklagte unterstreicht: „Im Knast ging es mir besser als draußen. Normalerweise liebe ich die Freiheit.“

Ihm drohen nach Ankündigung des Gerichtes eine Strafe zwischen fünf oder sechs Jahren – weil er sich nach einem Rechtsgespräch zwischen Verteidiger, Staatsanwältin und Richtern zu einem Geständnis durchgerungen hat. Am Freitag wird der Prozess fortgesetzt, für dessen Beweisaufnahme vier Verhandlungstage angesetzt sind.

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