Podiumsdiskussion

Rassismus steckt tief im Alltag

Die Philosophiekurse der Gesamtschule hatten zu einer Podiumsdiskussion rund um das Thema „Rassismus im Alltag“ eingeladen.

Die Philosophiekurse der Gesamtschule hatten zu einer Podiumsdiskussion rund um das Thema „Rassismus im Alltag“ eingeladen.

Foto: Carolin Meffert

Iserlohn.   Die Podiumsdiskussion an der Gesamtschule thematisierte das Gesellschaftsproblem.

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Busse fahren an muslimischen Frauen mit Kopftüchern vorbei, Taxifahrgäste verlangen nach einem deutschen Fahrer – Rassismus im Alltag ist nicht selten. Ein Grund mehr, darüber zu diskutieren. Aus diesem Grund hatten die Philosophiekurse der Städtischen Gesamtschule Iserlohn zu einer Podiumsdiskussion in das Forum der Gesamtschule eingeladen. An der Diskussion nahmen Peter Kostrzewa (FC Borussia Dröschede), Désirée Zappe (Jugendtreff Kalthof Hombruch), Sylvia Kothe-Frankholz (Jugendreferat), Julian Bahr (Checkpoint Iserlohn), Dima Kamalmaz (Euro-Schulen), Stefanie Serafini (Lobbe), Erkan Zorlu (Landesintegrationsrat) und Ercan Atay (Integrationsrat der Stadt Iserlohn) teil.

Rund zwei Stunden dauerte die Podiumsdiskussion, in der die Vertreter auf der Bühne nicht nur vor den Schülern sprachen, sondern auch den direkten Dialog mit ihnen suchten. Die Schülerinnen und Schüler fragten sich zunächst, wo Rassismus anfängt und wo er heute zu finden ist. Die Diskussionsteilnehmer veranschaulichten mit Erfahrungen aus dem Berufs- und Privatleben, in welchen Formen Rassismus im Alltag verankert ist. Dima Kamalmaz ist 2014 als Geflüchtete aus Syrien nach Deutschland gekommen und erfährt Rassismus fast täglich. „Eine Lehrerin hat mich zum Beispiel mal gefragt, ob wir denn auch mit Löffeln essen würden und ob wir Strom besitzen“, berichtete sie. „Es kostet sehr viel Kraft, immer wieder erklären zu müssen, dass man ein normaler Mensch ist.“

Rassismus ist keine Ausnahmeerscheinung

Rassismus stecke tief im Alltag und werde zu oft toleriert, fand Sylvia Kothe-Frankholz und verwies auf eine Werbung für Zahnpasta, deren Slogan „White Power“ auch Motto in rechten Kreisen sei.

Dass Rassismus keine Ausnahmeerscheinung sei, sondern ein Gesellschaftsproblem, bestätigte Erkan Zorlu und stellte fest: „Es ist die Aufgabe der Gesellschaft und der Politik, dagegen vorzugehen.“ Sein Kollege Ercan Atay merkte an, dass man nicht genug für diese Thematik sensibilisieren könne – am besten nicht nur theoretisch, sondern vor allem auch praktisch.

Ein weiterer Ratschlag kam von Peter Kostrzewa: „Wir denken immer zu groß, wenn wir etwas verändern wollen. Ich erreiche in meinem eigenen Umfeld viel mehr.“ Oft helfe es auch, gerade dort die Diskussion zu starten, wie Désirée bekräftigt. Sie hatte ein Video mit rassistischen Witzen zugeschickt bekommen, welches zum Gesprächsthema wurde. „Es ist wichtig, dass so etwas thematisiert wird. Es ist auch nicht immer einfach, sich zu positionieren, je nachdem in welcher Gruppe man sich befindet.“

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