Baukultur

Reich an Kunstdenkmälern

Das Wichelhovenhaus am Theodor-Heuss-Ring 4-6 ist im aktualisierten Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler aufgenommen worden. Der Backsteinbau mit Travertin-Gliederungen wurde 1926/27 von Ullmann & Eisenhauer gebaut. Foto: Josef Wronski

Das Wichelhovenhaus am Theodor-Heuss-Ring 4-6 ist im aktualisierten Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler aufgenommen worden. Der Backsteinbau mit Travertin-Gliederungen wurde 1926/27 von Ullmann & Eisenhauer gebaut. Foto: Josef Wronski

Foto: IKZ

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Iserlohn. Eine ansehnliche Zahl Iserlohner Baudenkmäler wurde jetzt aufgenommen in den Nordrhein-Westfalen-Teil II des überarbeiteten Handbuches der Deutschen Kunstdenkmäler, an dem Claudia Euskirchen, Olaf Gisbertz und Ulrich Schäfer mitwirkten.

Herausgeber ist die Wissenschaftliche Vereinigung zur Fortführung des kunsttopographischen Werkes von Georg Dehio, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in der BRD, vertreten durch die LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen und das Institut für vergleichende Städtegeschichte. Das unter Leitung von Ursula Quednau im Deutschen Kunstverlag erschienene Werk widmet sich markanten Entwicklungen der Stadtgeschichte anhand erhaltener Karten, Gebäude oder Kunstwerke (ISBN 978-3-422-03314-2).

Als Siedlungskern wird im Tal des Baarbaches mit der Pankratiuskirche, der heutigen Evangelischen Bauernkirche, frühes Eisengewerbe angenommen. Nach 1230 oberhalb der Kirche Grenzfeste des Grafen von der Mark gegen die Erzbischöfe von Köln. Als neues Stadtzentrum werden die Oberste Stadtkirche und das Rathaus dokumentiert und die Stadtrechte um 1278 bestätigt. Iserlohn war im 18. Jahrhundert Zentrum der europäischen Bronze- und Messingproduktion mit weltweitem Export und bis Mitte des 19. Jahrhunderts die größte westfälische Industriestadt und Handelszentrum, heißt es weiter in dem Buch, das sakrale und profane Bauten in Iserlohn und seinen Stadtteilen beschreibt: Reformierte Kirche, St. Aloysius, Bauernkirche, Pfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit, Erlöserkirche, Oberste Stadtkirche, Johanneskirche in Hennen, Kirche Maria Königin in Lasbeck, St. Kilian in Letmathe und Evangelische Kirche in Oestrich. Zu jedem Objekt sind die kunsthistorischen und baugeschichtlichen Details zusammengetragen worden. Das gilt ebenso für das ehemalige Rathaus, in dem heute die Stadtbücherei beheimatet ist, Haus Letmathe jetzt Zweigstelle der Bücherei, und das Verlagshaus Wichelhoven, dem Sitz der Heimatzeitung.

Das Buch behandelt auch Unternehmerwohnhäuser der Frühindustrialisierung: etwa das Stadtmuseum am Fritz-Kühn-Platz 1 oder das Von-Scheiblersche-Haus am Theodor-Heuss-Ring 24, das als einer der repräsentativsten Unternehmenswohnsitze in Westfalen gilt. Weiter dokumentiert sind das Villenviertel am Tyrol, die Villa Ebbinghaus-Möllmann an der Gartenstraße 39, die Villa Heutelbeck (Im Tückwinkel 7) und das Haus Dr. Klute (An den Siebengäßchen 9). Zudem werden die bedeutendsten Gewerbe- und Industriebauten aufgeführt: die ehemalige Brause-Schreibfedernfabrik (Brausestraße 13 bis 15) und das ehemalige Fabrikenhaus Maste (Fritz-Kühn-Platz 5, die ehemalige Westfälische Metallwarenfabrik Christophery und die ehemalige Messinggießerei Kissing & Möllmann. Ein weiteres Kapitel ist der Fabrikanlage Maste in Barendorf gewidmet: „In Größe und Vollständigkeit die am besten erhaltene Fabrikansiedlung der Frühansiedlung in Westfalen.“ Weiter behandelt das Buch den städtischen Friedhof mit Grabdenkmälern des 19. und 20. Jahrhunderts, den Bismarck- und den Danzturm sowie das Eiserne Kreuz und das Stadtmuseum.

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