Stadtmuseum

Revolution, starke Frauen und ein Heimspiel

Museumsleiterin Dr. Sandra Hertel freute sich gemeinsam mit Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens über eine bestens besuchte Eröffnung der Ausstellung von Dr. Walter Wehner (re.).

Museumsleiterin Dr. Sandra Hertel freute sich gemeinsam mit Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens über eine bestens besuchte Eröffnung der Ausstellung von Dr. Walter Wehner (re.).

Foto: Stefan Janke

Iserlohn.   Die Ausstellung „Die Revolution von 1848/49 – was bleibt?“ ist im Stadtmuseum mit großem Interesse eröffnet worden.

Die neue Museumsleiterin Dr. Sandra Hertel strahlte übers ganze Gesicht und zwar über zwei Stunden lang fast pausenlos. Nicht ohne Grund: Ihre erste Ausstellungseröffnung im Stadtmuseum, die Vernissage zur Präsentation von Literaturwissenschaftler Dr. Walter Wehner „Die Revolution von 1848/49 – was bleibt?“ am Donnerstag, war für die „zurückgekehrte Tochter der Stadt“ gewissermaßen ein Heimspiel. Viele Besucher der Ausstellungseröffnung freuten sich ganz offensichtlich sehr darüber, dass „ihre Sandra“ nach ihrer bereits beachtlichen wissenschaftlichen Karriere nun die Museen ihrer Heimatstadt leitet. Und schon während ihrer begrüßenden Worte wurde so manchem Zuhörer klar – hier kommt eine Frau, die mit Herz und Verstand an ihre Arbeit geht.

Und so war es auch diese junge Museumsleiterin selbst, die ganz unbewusst den Bogen zur Ausstellung schlug. Denn bei der Frage, was nach der Revolution von 1848/49 bleibt, fallen sofort die literarischen Werke von Frauen ins Gedächtnis, die damals die ersten Schritte hin zur Gleichberechtigung gingen – ebenfalls mit Herz und Verstand. Und so sind auch drei Frauen auf dem Plakat zur Ausstellung zu sehen, die Revolutionärinnen Lola Montez, Louise Aston und Emma Herwegh, die sich mutig gegen die Gegner des Aufstandes stellen.

Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens brachte in seiner Eröffnungsrede die Ereignisse in Iserlohn von damals in Erinnerung und stellte zusammenfassend fest, dass die Revolution eine dauerhafte Mahnung dafür sei, dass ohne Antworten auf die soziale Frage der Frieden niemals sicher ist – „auch heute nicht“.

Ein Schwerpunkt der Ausstellung ist die Geschichte des Anwaltes Michael Schuchart, der damals an der Seite der Aufständischen stand. Zu sehen ist ein Porträt Schucharts, das dessen Urenkel Dr. Dieter Schmidt und Professor Peter Schmidt dem Museum zur Dauerleihgabe gemacht haben. Das Bild selbst wurde vor Wut von einem preußischen Füsilier mit dem Degen aufgespießt – der Schnitt ist noch heute zu sehen.

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