Unglück abgewendet

Rohrbruch drohte tonnenschweren Kran zu stürzen

Experten untersuchen das Erdreich an der Baustelle am Schillerplatz. Aus dem Hydranten (links im Hintergrund) war Wasser ausgetreten.

Experten untersuchen das Erdreich an der Baustelle am Schillerplatz. Aus dem Hydranten (links im Hintergrund) war Wasser ausgetreten.

Foto: Alexander Barth

Iserlohn.  Eine Unterspülung drohte den Kran am Sparkassen-Neubau zu destabilisieren. Nach erster Entwarnung am Mittwoch dauern die Untersuchungen an.

Der Wasserrohrbruch am Hausanschluss der Sparkasse am Schillerplatz am Dienstagabend hat den Verantwortlichen große Sorge bereitet. Da eine destabilisierende Unterspülung des Erdreichs unterhalb der Kranfundamente zu befürchten war, sperrten Ordnungskräfte zunächst sowohl den Theodor-Heuss-Ring zwischen den Einmündungen Am Nolten und Sofienstraße als auch die Fußgängerbrücken, den oberen Schillerplatz und das Rathaus I vollständig ab. Um den potenziellen Schaden im Fall eines Umstürzens zu minimieren, wurde als eine der ersten Sicherheitsmaßnahmen der Hebearm des Krans eingeklappt.

Rohbau resistent gegen Wasserschaden

Die zuständige Baufirma räumte am Mittwoch die Bodengewichte des Krans beiseite, um den Experten der hinzugezogenen Tiefbaufirma eine Untersuchung des Erdreichs zu ermöglichen. Aus dem Hydranten waren am Dienstag nach dem Rohrbruch um 19.40 Uhr Tausende Liter Wasser geflossen, bis Mitarbeiter des Rufbereitschaftsdienstes der Stadtwerke die Leitung absperren konnten.

Während ein Teil des Wassers in Richtung Straße ablief, gelangte ein anderer durch einen Lichtschacht ins Untergeschoss des Rohbaus, von wo es abgepumpt wurde. „Die Folgeschäden sind überschaubar. Hauptsache, es ist kein Mensch zu Schaden gekommen“, betonte Sparkassenvorsitzender Thomas Nagel im Gespräch mit unserer Zeitung.

Sperrung am Nachmittag aufgehoben

Die Arbeiten auf der Baustelle, die nicht vom Betrieb des Krans abhängig sind, wurden im Tagesverlauf wieder aufgenommen. Der Kundenbetrieb der Sparkasse wurde am Morgen mit einer Stunde Verzögerung aufgenommen, was für Kunden aber nicht zu nennenswerten Einschränkungen geführt habe, sagte eine Sprecherin des Unternehmens. Ab etwa 9.30 Uhr konnten die Mitarbeiter der Stadtverwaltung auch das Rathaus I wieder betreten.

Als nächstes waren im Tagesverlauf die Fußgängerbrücken und der obere Schillerplatz wieder passierbar, die Sperrung des Theodor-Heuss-Rings wurde, bis auf den rechten Fahrsteifen auf der Sparkassenseite, gegen 16 Uhr aufgehoben. Bis dahin brauchten Autofahrer, die den Bereich nicht vorsorglich umfuhren, Geduld beim Durchqueren der Innenstadt.

Zur Ursache bislang nur Vermutungen

Die Ursache des Rohrbruchs ist bislang unklar, als Vermutung standen am Mittwoch Erschütterungen durch den Baukran im Raum, der in unmittelbarer Nähe zu dem in die Jahre gekommenen Hydranten arbeitete. Zu nah, sagte Jürgen Richters, Bereichsleiter für den Technischen Service bei den Stadtwerken: „Eigentlich war abgesprochen, dass der Kran in größerem Abstand aufgebaut wird.“

Sparkassenvorsitzender Thomas Nagel betonte, die Sachlage werde sorgfältig geprüft. Ein schriftliches Gutachten über die Stabilität des Erdreichs lag am Mittwochabend noch nicht vor. „Um ganz sicher zu gehen, sind weitere Bohrungen erforderlich“, so Nagel. Eine endgültige Einschätzung sei im Laufe des Donnerstags oder am Freitag zu erwarten. Vermutlich könne der Kran bald wieder in Betrieb gehen. Die Sparkasse hofft, bei den Dacharbeiten im Zeitplan zu bleiben.

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