Literaturszene

Romanze mit Iserlohn ist für immer vorbei

Die DELIA-Präsidentin Andrea Reichart begrüßte bei der letzten „Liebesromantage“-Gala im Parktheater

Die DELIA-Präsidentin Andrea Reichart begrüßte bei der letzten „Liebesromantage“-Gala im Parktheater

Foto: Wolfgang Meutsch

Iserlohn. „  Die Preisverleihung der Liebesromantage zieht nach Leipzig: „Man sollte aufhören, wenn es am schönsten ist“, sagt Präsidentin Andrea Reichart.

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Die stetig zunehmende Relevanz der Autorenvereinigung DELIA führt dazu, dass die renommierten Literaturpreise, die DELIA seit 2004 alljährlich vergibt, zukünftig direkt dort verliehen werden, wo das Herz der Buchwelt und der Leser im März besonders laut schlägt: auf der Leipziger Buchmesse.“ Das teilt die Autorin Bibo Loebnau mit, Pressesprecherin des Schriftstellerverbandes.

„Man sollte aufhören, wenn es am schönsten ist“, erklärt dazu die Iserlohner Präsidentin der Autorenvereinigung, Andrea Reichart im Gespräch mit der Heimatzeitung. „Iserlohn hat uns die Möglichkeit gegeben, uns zu entwickeln. Wir sind der Stadt sehr dankbar für die Gastfreundschaft und den Sponsoren für die Unterstützung bei unseren Lesungen und der Ausrichtung der Gala seit 2013. Das Zehnjährige in Iserlohn war der Meilenstein, seither hat sich DELIA enorm entwickelt. Iserlohn war wie ein sicherer Hafen und hat mit seiner Gastfreundschaft DELIA-Geschichte geschrieben.“

Einstimmiges Votum für die Neuausrichtung

Auf der Mitgliederversammlung in Iserlohn sind jetzt einstimmig die Weichen für die Neuausrichtung gestellt worden. „Mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, wie die Präsidentin Andrea Reichart erklärt. „In Leipzig sind wir im Herzen des Literaturbetriebs. DELIA hat 15 Jahre gebraucht, die Relevanz zu bekommen, auch auf dem Lesermarkt diese Präsenz zu zeigen. Ich freue mich für den Verein, der damit eine Zukunft hat. Mit dieser Lösung werden wir im kommenden Jahr auch einen neuen Vorstand zusammenbekommen. Ich bin sehr zufrieden mit dieser Lösung.“

Die 58-jährige Iserlohner Autorin und ihre Vorstandsmitglieder im Alter zwischen 60 und 80 wollen dann einen Generationswechsel und einen Strukturwandel einläuten: „2019 stehe ich nicht mehr zur Wahl, das gilt auch für weitere Vorstandsmitglieder.“ Der neue Vorstand müsse in Leipzig nur eine Bühne und einen Stand buchen und seine Mitglieder Unterkünfte.

DELIA, der Zusammenschluss von über 250 Autorinnen und Autoren, hat sich der Förderung deutschsprachiger Liebesromanliteratur verschrieben und es sich zur Aufgabe gemacht, diese Literatur von Vorurteilen zu befreien. „Der Verband besteht zu 90 Prozent aus Profiautoren, die unendlich viel schreiben“, erläutert die Iserlohnerin Andrea Reichart. „Da bleibt nicht viel Zeit, ehrenamtlich Liebesromantage immer wieder weiterzuentwickeln.“

Andrea Reichart hat in Leipzig Zukunftschancen ausgelotet

In diesem Jahr war sie erstmals mit einem eigenen DELIA-Stand auf der Leipziger Buchmesse präsent – als Anlaufpunkt für Leser und Autoren, Agenturen und Verlage. „Dort habe ich fünf Tag lang ausgelotet, was möglich ist“, sagt Andrea Reichart. Und sie hatte nochmal Werbung gemacht für die letzten „Liebesromantage“ in Iserlohn.

Ab 2019 werden die Sieger des Literaturpreises und des Jugendliteraturpreises von DELIA im Rahmen der Buchmesse bekanntgegeben und ausgezeichnet. Beide Preise sind mit je 1500 Euro für die besten Liebesromane des Vorjahres dotiert.

Die Shortlist mit den jeweils zehn von einer Fach-Jury nominierten besten Liebesromanen des Vorjahres, werden weiterhin – thematisch passend – am Valentinstag bekanntgegeben.

Wie der Verein mitteilt, werden die jährlich stattfindenden „Liebesromantage“ mit Workshops, Seminaren und der Vollversammlung zukünftig wieder in wechselnden Städten stattfinden. Im Mai 2019 tagt DELIA außerdem mit einem umfangreichen Rahmenprogramm vier Tage lang in der Ostseeperle Heiligenhafen.

In diesem Jahr fanden die „Liebesromantage“ und die Preisverleihung zum letzten Mal in Iserlohn statt. Dazu waren neben dem Literaturpublikum 89 Autorinnen und Autorinnen zur Gala gekommen, darunter auch die diesjährigen Finalisten. Wie berichtet, siegte Nora Elias mit „Antonias Tochter“ (Goldmann). Die Gewinnerin des Jugendliteraturpreises 2018 ist Kira Gembri mit „Wovon du träumst“ (Arena Verlag).

Andrea Reichart informierte bereits die Mitstreiter bei der Stadt und die hiesigen Sponsoren. „Ich bedanke mich bei allen. Ohne sie hätte ich es nicht schaffen können.“

„Wir gehen im Guten auseinander und können diese verbandsinterne Entscheidung verstehen“, erklärt Matthias Quaschnik, Ressortbüro Kultur, Migration und Teilhabe, in einer Stellungnahme gegenüber unserer Zeitung zum Abschied. „Auf der Buchmesse haben die Autoren natürlich eine größere Präsenz. Es war ein Geben und Nehmen. Wir hatten einen Mehrwert für unsere Stadt, auch durch die Lesungen in Schulen. Die sind gut angekommen. Haushaltstechnisch war das kostenneutral, weil die Verstaltungen größtenteils durch Sponsoring ermöglicht wurden. Wir hatten nur Personalkosten und haben die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt“, sagt Matthias Quaschnik.

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