175 Jahre IKZ

Schon die Ankunft war eine Show für sich

Das Foto aus dem Jahr 1961

Foto: IKZ Archiv

Das Foto aus dem Jahr 1961

Iserlohn.   Als der Zirkus in die Stadt kam und die Elefanten durch die Straßen zogen.

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Ein glutheißes Wochenende liegt hinter den Iserlohnern, das sie in großer Zahl in den beiden Freibädern der Stadt verbracht haben. Der Iserlohner Kreisanzeiger berichtet Anfang September 1961 mit Bild aus dem überfüllten Schleddenhof und zeigt daneben die Wermingser Straße an einem Sonntagmittag – menschenleer. Auf der Lokalseite der Montagsausgabe findet sich auch diese Meldung: „Von Dienstag bis Freitag gastiert auf dem Bädekerplatz der Circus A. Fischer. Mit Tierdressuren – besonders der berühmten Elefantengruppe – der klassischen Hohen Schule auf edlen Pferden, Artistik unter der Zeltkuppel und in der Arena und natürlich viel Musik und Humor wird die Programmfolge unter dem Titel ,Lachen, Jazz und Sensationen’ viele Freunde der zirzensischen Kunst anlocken.“

Doch bevor es in der Manege des Zirkuszeltes am Bädekerplatz turbulent zugeht, haben zunächst die Tiere ihren offensichtlich viel beachteten Auftritt in der Iserlohner Innenstadt, den die Bildberichterstatter des Iserlohner Kreisanzeigers dokumentiert haben. Die Bilder von damals finden sich im umfangreichen Fotoarchiv des Wichelhovenhauses, das ab 1958 das alltägliche und außergewöhnliche Geschehen in der Waldstadt gewissermaßen bildlich konserviert hat.

Am 5. September 1961 zieht der Zirkus durch die Stadt: Elefanten und Kamele sind da zu sehen, die offenbar vom Bahnhof in Richtung Bädekerplatz geführt werden und dabei durchaus für Aufsehen bei den am Rande stehenden Menschen sorgen. Die Bilder wurden damals nie veröffentlicht, stattdessen konzentriert sich der IKZ in seiner Berichterstattung auf die Circus-Vorstellungen in der Manege, und so erfährt der heutige Leser auch, dass damals dressierte Seelöwen und Büffel ebenso zum Programm gehörten wie Schäferhunde und Pferde.

Der Umzug durch die Innenstadt mutet aus heutiger Sicht außergewöhnlich an, doch damals war es üblich, dass Zirkusunternehmen mit ihrem Tross per Bahn reisten und dann die letzten Meter zum Veranstaltungsort über die Straßen zurücklegten: ein Schauspiel das auch zur Werbung genutzt wurde.

Schwierige Lage wurde schon damals im Bericht erwähnt

Dass die Zirkus-Unternehmen wirtschaftlich schwierige Zeiten erleben, war schon 1961 eine Randbemerkung im IKZ-Bericht wert. Der Circus A. Fischer ist heute ebenso Geschichte wie viele seiner Mitbewerber. Große Zirkus-Unternehmen, soweit es sie noch gibt, wurden in den vergangenen Jahren in Iserlohn nicht mehr gesehen, während kleinere Familienzirkusse noch durchaus regelmäßig auf dem Festplatz am Seilersee auftreten. Der Stellenwert der Manege hat sich mit dem Freizeitverhalten der Menschen verändert, die hohen Kosten haben ebenso wie Auflagen zum Tierschutz der Traditions-Branche das Überleben schwer gemacht.

So bleiben wohl, was große Tierdressuren und internationale Artistik unter der Zeltkuppel angeht, nur die Erinnerungen an eine Zeit, in der Iserlohn für die reisenden Großbetriebe eine attraktive Adresse war. Willy Hagenbeck und Sarrasani, Busch-Roland und Williams-Althof, Renz und Barum hießen die reisenden Großunternehmen, die mit ihren oft spektakulären Shows die Menschen begeisterten und damit jahrzehntelang immer wieder Gegenstand der Berichterstattung im Iserlohner Kreisanzeiger waren.

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