Bildung

Schulbank statt Ferien

Ganz vertieft in den Text: Diese vier Mädchen wollen im Ferienkurs „FIT in Deutsch“ ihre Sprachkenntnisse verbessern.

Ganz vertieft in den Text: Diese vier Mädchen wollen im Ferienkurs „FIT in Deutsch“ ihre Sprachkenntnisse verbessern.

Foto: Michael May

Iserlohn.   25 Kinder aus unterschiedlichen Ländern nehmen an dem Kurs „FIT in Deutsch“ teil

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Während die meisten Kindern während der Osterferien draußen Fußball spielen, in den Zoo fahren oder irgendwo im Urlaub sind – also auf jeden Fall die freie Zeit genießen – drücken an der Gesamtschule Iserlohn 25 Kinder derzeit die Schulbank – und das völlig freiwillig. Sie nehmen nämlich an dem Programm „FIT (FerienIntensivTraining) in Deutsch“ teil und wollen so ihre Sprachkenntnisse verbessern.

„Und wir hatten für diesen Kurs sogar noch viel, viel mehr Anmeldungen“, erzählt der ehemalige Lehrer und Sprachlernbegleiter Rainer Eckstein, der zusammen mit seinem Sohn Aeneas das Projekt, das vom Land NRW finanziert und von der Stadt Iserlohn unterstützt wird, leitet. 50 Kinder hätten am liebsten mitgemacht, 25 mussten aufgrund der maximalen Kursgröße allerdings abgelehnt werden. „Die werden wir dann aber in den beiden nächsten Kursen in den Sommerferien berücksichtigen“, verspricht Rainer Eckstein schon jetzt.

Syrien, Irak, Marokko, Russland oder Moldawien

Acht Tage geht der Ferien-Kurs, bei dem das Lesen und Verstehen im Zentrum stehen. Die Schwierigkeit dabei: Die Kinder und Jugendlichen haben nicht alle die gleichen Sprachkenntnisse. Einige von ihnen gehen in die fünfte Klasse, andere schon in die neunte. Die einen gehen auf die Realschule Hemberg, die anderen auf die Martin-Luther-Hauptschule. Die einen sind erst wenige Monate in Deutschland, andere ein paar Jahre – aber eines eint sie dennoch: „Die Kinder hier sind alle unheimlich eifrig“, freut sich Rainer Eckstein. Sie alle seien gewillt, die deutsche Sprache zu lernen und sich stetig zu verbessern.

Der Großteil von ihnen stammt aus Syrien und dem Irak, drei Jugendliche aus Osteuropa nehmen an dem Programm teil, der Rest kommt aus der europäischen Binnenmigration.

Neben dem klassischen Unterricht versuchen Aeneas, der Lehramt studiert, und Rainer Eckstein, Alltagssituationen in das Programm einfließen zu lassen. Jeden Morgen wird in der Gesamtschule am Nußberg, die die Räume und Ausstattung für den Unterricht zur Verfügung stellt, gemeinsam gefrühstückt. „Wir waren einen Tag auch in der Stadtbücherei und sind zusammen in ein Restaurant gegangen“, erklärt Rainer Eckstein.

Kinder brauchen dauerhafte Förderung

Doch so viel die beiden Sprachlernbegleiter den Kindern und Jugendlichen in diesen acht Tagen auch mit auf den Weg geben, es reicht nicht – zumindest nicht dauerhaft: „Sie brauchen eigentlich jeden Tag solch’ eine spezielle Förderung. Danach wären sie auf dem gleichen Stand wie deutsche Schüler“, glaubt der ehemalige Lehrer.

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