Politik

Schwarzer Peter geht an Katrin Brenner

Es knirscht, es schleift, es mahlt – und manchmal kracht es auch: Das Verhältnis zwischen Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens und der Ersten Beigeordneten Katrin Brenner gilt seit langem als gestört, auch beim Thema Südschule.

Foto: Montage: Dominique Penn

Es knirscht, es schleift, es mahlt – und manchmal kracht es auch: Das Verhältnis zwischen Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens und der Ersten Beigeordneten Katrin Brenner gilt seit langem als gestört, auch beim Thema Südschule. Foto: Montage: Dominique Penn

Iserlohn.   Nach der heftigen Kritik im Ausschuss an der Informationspolitik der Stadt zum Thema Südschule feuert der Bürgermeister nun in einer Mitteilung zurück. Als Schuldige macht er die Erste Beigeordnete aus.

Es knirscht im Gebälk, und zwar heftig: In der jüngsten Episode des offenbar nachhaltig zerrütteten Verhältnisses von Schuldezernentin Katrin Brenner und dem Bürgermeister teilt nun Dr. Peter Paul Ahrens in einer Stellungnahme heftig gegen die Erste Beigeordnete aus. Hintergrund ist die jüngste Sitzung des Schulausschusses in der vergangenen Woche, in der Vorschläge der Stadtverwaltung, von einem Anbau für die Südschule abzusehen und stattdessen die Schülerzahl zu reduzieren und die OGS umziehen zu lassen, für heftige Kritik von Seiten der Politik gesorgt hatte.

Die dreiseitige Stellungnahme zum Thema lässt nun tief blicken in Binnenverhältnis und Kooperationsniveau an der Verwaltungsspitze: „Ich kann nur vermuten, dass den Gremien der Schule auf welchem Wege auch immer eine nicht veröffentlichungsreife Beratungsdrucksache aus dem Schulressort der Beigeordneten Katrin Brenner vorgelegt worden ist, die jedoch in keiner Weise meine Meinung abbildet und auch nicht das Meinungsbild des Verwaltungsvorstands darstellt“, lässt sich Ahrens zitieren.

Die weiteren Unterzeichner der Verwaltungsspitze spricht der Bürgermeister explizit von jeder Schuld frei. Zwar hätten Baudezernent Mike-Sebastian Janke und Kämmerer Michael Wojtek die kritisierte Drucksache „mitgezeichnet“. Dies bedeute in der Praxis jedoch einzig und allein, dass „die beiden Ressortleiter mit Blick auf ihre eigenen Verantwortungsbereiche keine Einwände gegen die Drucksache der Schulverwaltung erheben“.

„Selbstverständlich unterstützt Stadt die Schule“

Wie berichtet, war die Drucksache zunächst nur der Verwaltungsspitze bekannt gewesen. Katrin Brenner hatte darauf die Schule informiert, die sich mit einer Stellungnahme zur Wehr gesetzt hatte, bis die Drucksache schließlich kurz vor der Schulausschusssitzung zurückgezogen worden war. Die endgültige Fassung, in der es lediglich um einen möglichen Container-Ankauf für eine Übergangsphase ging, wurde so erst in der Sitzung als Tischvorlage verteilt.

Bei der Politik hatte unter anderem dies für große Empörung gesorgt. Vieles sei erst durch Berichte dieser Zeitung publik geworden. Der Ausschussvorsitzende Peter Leye (SPD) betonte, dass die Entscheidungsgewalt nicht bei der Verwaltung, sondern allein bei der Politik liege, die sich schließlich einhellig hinter die Südschule stellte.

In der Stellungnahme heißt es nun, „selbstverständlich“ werde die Verwaltung die Südschule nach Kräften unterstützen. Man wolle dem gewachsenen Bedarf an OGS-Plätzen mit der Anschaffung von Containern Rechnung tragen, bis eine endgültige bauliche Lösung gefunden und beschlossen worden sei. „Über die Ausgestaltung der baulichen Lösung nachdenken zu dürfen, behält sich die Verwaltung jedoch vor“, heißt es weiter.

Hintergrund ist die Tatsache, dass der zur Diskussion stehende Anbau nur unter Aufgabe der auf dem Schulgelände befindlichen Zusatzbauten errichtet werden könnte. Der notwendige zweigeschossige Neubau würde zudem laut Stadt „in seiner Dimension über die Grundfläche des heute genutzten Gebäudes hinausgehen“. Der Anbau sei zwar „grundsätzlich möglich“, sei aber „städtebaulich kritisch zu sehen“, zudem denkmalrechtlich noch zu untersuchen. Nach einem Beschluss durch die Gremien sei nicht mit einer Fertigstellung vor Herbst 2019 zu rechnen.

„Baudezernent an Pranger zu stellen, ist unredlich“

Verwundert zeigt sich der Bürgermeister bezüglich der Aussagen Katrin Brenners im Schulausschuss. Planungsergebnisse seien nicht an die Schulverwaltung gegeben worden, folglich hätten sie die städtebaulichen Zweifel „überrascht“. Baudezernent Janke habe diese laut Ahrens aber bereits am 6. Dezember in Anwesenheit Katrin Brenners dem Verwaltungsvorstand vorgetragen. Die Kritik an ihm, die in seiner Abwesenheit im Ausschuss vor allem von der CDU kam, sei nicht gerechtfertigt. „Den Baudezernenten an den Pranger stellen zu wollen, ist unredlich“, betont Ahrens.

An eben jenem Pranger steht nun im Rathaus offensichtlich wieder mal die Schuldezernentin Katrin Brenner. Mit welchem Recht, vermag in diesem diffusen Fortsetzungsroman mit Gewissheit wohl kaum mehr jemand zu sagen. Fortsetzung folgt. Garantiert.

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