Einzelhandel

Security lässt immer nur 20 Kunden in Iserlohner Drogerie

Einkaufen in Zeiten von Corona: Am Samstagmorgen bildete sich eine Menschentraube vor der Öffnung des Drogeriemarktes dm.

Einkaufen in Zeiten von Corona: Am Samstagmorgen bildete sich eine Menschentraube vor der Öffnung des Drogeriemarktes dm.

Foto: Cornelia Merkel

Iserlohn.  Einkaufen vor der angedrohten Ausgangssperre: Disziplinierte Kunden überwiegen, Hamsterkäufer in der Minderheit.

Samstagmorgens um 8.20 Uhr auf dem Bädekerplatz: Eine große Menschentraube steht auf dem Parkplatz vor dem dm-Markt. Einige wenige Männer und Frauen tragen Mundschutz und Handschuhe. Ein Sicherheitsmann wartet, bis die Drogerie öffnet. Dann bittet er die Kunden, jeweils einzeln in den Markt, in den er 20 Personen reinlässt.

Einige kommen schnell wieder raus: „Kein Toilettenpapier mehr!“ Ein anderer sekundiert: „Und auch keine Küchentücher.“ Andere folgen: „Wir waren letzte Woche hier, da gab es keine Zahnpasta und kein Duschgel. Dann haben wir das letzte Paket Taschentücher gekauft. Heute haben wir alles gekriegt, was wir brauchten.“ Die Lage entspannt sich schnell.

Die Leute halten sich an die Appelle und gehen auf Abstand

Ebenfalls in den Supermärkten in der Nachbarschaft. Die Leute halten sich an die Appelle: Abstand halten. „Ich erlebe ganz viel Solidarität in der Nachbarschaft“, erzählt Astrid Braß aus Gerlinsen. „Wenn alle einen klaren Kopf behalten und jeder dazu beträgt, dass die Warnungen eingehalten werden, kann es gelingen, dass wir das Schlimmste verhindern.“ Wie ein Blick in die Einkaufswagen und ein kurzes Gespräch auf Abstand mit den Frühaufstehern ergibt, hat das Gros Dinge des täglichen Bedarfs von Lebensmitteln und Getränken bis Hygiene-Artikel eingekauft – in üblichen Mengen.

Mittags kurz vor 12 Uhr auf dem Parkplatz am Schapker Tal, der zu zwei Dritteln gefüllt ist. Aus dem Lidl-Markt kommt ein Kunde und beklagt das Fehlen von Toilettenpapier: „Die Hamsterkäufer müssen doch ihre Keller mittlerweile voll haben“, sagt er und schüttelt den Kopf. Er berichtet aber von einer neu gelieferten Palette Haushaltsrollen. Und Konserven seien reichlich da gewesen.

Die meisten Käufer, die bei Lidl oder Rewe rauskommen, scheinen ihre normalen Wochenendkäufe zu machen. Sie berichten von disziplinierten Kunden, die Abstände einhalten und haushaltsübliche Mengen einkaufen. „95 Prozent der Leute sind vernünftig“, schildert eine Frau Ende 50 ihren Eindruck. Etliche Kunden wünschen sich eine Ausgangssperre, machen sich Sorgen über die Unbekümmertheit jüngerer Menschen, die noch zusammen Corona-Partys feiern.

Sabine Breker-Ambrosch die an den Einkaufsmärkten am Schapker Platz ihre Einkäufe ins Auto packt, ist im Gespräch mit unserer Zeitung angesichts einiger „Ausreißer, die den Ernst der Lage noch nicht begriffen haben“, für eine Ausgangssperre.

Ähnlich sieht es Gerhard Bremer, der mittags im Edeka-Markt in Sümmern einkauft und sich wundert, wie wenig Menschen dort anzutreffen sind: „Lieber jetzt durchgreifen, als wenn es noch schlimmer wird mit der Verbreitung des Coronavirus. Manche begreifen es einfach nicht.“

Auch beim Edeka-Markt und bei Aldi in Sümmern überwiegen am Samstag-Mittag Kunden, die auf Abstand gehen, die sich angesichts leerer Nudel-, Toilettenpapier und Konservenregale andere Produkte in den Einkaufswagen packen. Der Parkplatz ist nur halb voll. Gerade liefert ein Lkw neue Waren an. Eine Kundin lobt das freundliche Verkaufspersonal.

Einlassbeschränkungen auch bei Hellweg und Spetsmann

Relativ entspannt ist auch das Einkaufen beim Hellweg-Baumarkt, wo es ebenfalls Einlassbeschränkungen gibt. Das gilt auch für das Café Spetsmann am Poth, wo immer nur vier Kunden reindürfen.

Um 20.30 Uhr ist offenbar mehr Personal im Edeka-Markt am Nußberg, als Kunden. Die Befürchtungen leerer Regale nach Hamsterkäufen lassen sich hier nicht bestätigen. Es ist noch reichlich da, bis auf Toilettenpapier. Offen ist nur die Selbstbedienungskasse. Nach diesem Streifzug durch verschiedene Geschäfte bestätigt sich der Eindruck: Es gibt in allen Stadtteilen Hamsterkäufe, aber mehrheitlich kaufen die Kunden in haushaltsüblichem Rahmen ein.

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