Offene Gärten

Selten gewordene Wildpflanzen angebaut

Hobby-Imker und Bienenweiden-Fachberater Volker Heinings (Mitte) erläutert interessierten Besuchern seine eigens für Bienen angelegten Staudengärten und Weiden. Er steht vor Königskerzen und Braunellen.

Hobby-Imker und Bienenweiden-Fachberater Volker Heinings (Mitte) erläutert interessierten Besuchern seine eigens für Bienen angelegten Staudengärten und Weiden. Er steht vor Königskerzen und Braunellen.

Foto: Cornelia Merkel

Iserlohn/Kalthof.   Hobby-Imker zeigt sein Paradies für Bienen in Kalthof und eine Apothekerin ihren Färbergarten.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Hummeln und Honigbienen schwirren durch die Luft, Hühnergegacker und Hundegebell ist zu hören auf dem abgelegenen Hof Am Spring. Volker und Sandra Heinings präsentieren beim Tag der offenen Gärten ihre eigens für Bienen angelegte Staudengärten und erläuterten die Artenvielfalt von selten gewordenen Wildpflanzen. Den Hof mit sieben Hektar Land haben sie 1990 erworben und ausgebaut. Der gebürtige Dortmunder Volker Heinings ist Geschäftsführer zweier Firmen für Metall-Technologie und hochwertige Musikboxen mit 50 Mitarbeitern in Schwerte. Der Kaufmann liebt das ökologische Landleben. Den Strom für seinen Hof und das Elektroauto, einen BMW i 3, bezieht er aus seiner Photovoltaik-Anlage auf dem Dach.

„Mit meinen Bienen fing alles an“, erzählt der vielseitig interessierte Hobby-Imker und Bienenweiden-Fachberater. Der Naturbursche führt die interessierten Besucher durch sein Pflanzenreich, wo er seit zehn Jahren Bienenweiden anbaut.

Braunelle, Königskerze, Ochsenzunge und Salbei

„Wir haben uns darauf spezialisiert, Wildpflanzen anzubauen, weil meine Bienen hier sonst nicht existieren könnten. In Zusammenarbeit mit der Firma Rieger-Hofmann, den Pionieren der Artenvielfalt, bauen wird regionales Saatgut an. So kann für jede Region das richtige Saatgut geliefert werden. Wir haben letzten Sommer damit angefangen.“

Rund um seinen Hof wachsen Braunelle, Königskerze, Ochsenzunge und Salbei der Sorte Gamander. „Wir können in diesem Jahr die erste Ernte einfahren“, erläutert der 56-jährige Volker Heinings. „Die gelungenste Kultur ist die Braunelle“, sagt er und zeigt auf ein 4000 Quadratmeter großes Feld. Ich bin der einzige in NRW, der Braunelle liefern kann.“ Sandra Heinings und ihr Vater Edmund Schoof präsentierten außerdem den in Eigenarbeit ausgebauten Bauwagen. Ein schöner Rückzugsort für sie und ihre drei Kinder.

Volker Heinings, der dem Imkerverein Kalthof angehört, unterhält weitere Bienenvölker auf Gut Nordhausen und an der Ohler Mühle in Hennen. „Dort gedeihen ihre Bienen am besten“, verrät der Hobbyimker.

Weiteres Highlight war beim Tag der offenen Gärten der Färbergarten im hinteren Bereich des Heinigschen Anwesens. Dort erläuterten Sonja Kordt aus Drüpplingsen und Ina Titzmann aus Hennen anhand von Beispiel-Materialien die alte Kunst des Färbens mit Pflanzen, die bis ins Mittelalter zurückreicht: Dafür eignen sich Akelei, Krappwurzel, Waid, Walnuss- oder Zwiebelschalen, Eichenrinde, Rhabarberwurzeln, Rotkohl, Rote Beete, Blüten von Dahlien oder Borretsch, Kurkuma und wilde Möhre. „Waid ist lichtecht, Ritterspornblüten nicht“, weiß Ina Titzmann.

Färbergarten mit Pflanzen, die man nicht im Laden bekommt

„Viele Pflanzen sind heimisch. Einige haben außerdem eine Heilpflanzenwirkung“, sagt Apothekerin Sonja Kordt. Die Hobbygärtnerin aus Drüpplingsen ist dankbar, dass Volker Heinings ihr auf seinem Anwesen ein Stück Land für die Anlage ihres Färbergarten überlassen hat: „Hier habe ich die Chance, Färber-Drogen anzupflanzen, die man so nicht im Laden bekommt.“ Sie hat Kontakt zu einer Schäferin aufgenommen, von der sie Wolle beziehen kann. Ein Fell hat sie bereits mit Birkenblättern gefärbt. Sie könnte sich vorstellen, Färberkurse für Kinder anzubieten, die auf diese Weise einen besonderen Bezug zur Natur bekommen und nicht nur vorm Computer sitzen.“

Am Sonntag öffneten außerdem Julio und Paula Simoes ihren mediterranen Garten in der Kleingartenanlage Sonnenhöhe. Zudem präsentierte der Naturschutzbund auf dem Stiftungshof in Kalthof Zollhaus seinen Garten mit naturnahen Elementen wie Hochbeeten, Teich und Streuobstwiesen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben