Justiz

Sexuelle Nötigung war Angeklagtem nicht nachzuweisen

Das Amtgericht in Iserlohn an der Friedrichstraße.

Foto: Michael May

Das Amtgericht in Iserlohn an der Friedrichstraße. Foto: Michael May

Iserlohn.   Vor dem Iserlohner Amtgericht gab es in einer Verhandlung einen Freispruch in Sachen sexueller Nötigung und eine Geldstrafe wegen versuchten Betruges.

Was ist am 18. Oktober 2016 in einem Keller in Iserlohn vor sich gegangen? Kam es dort zu einer sexuellen Nötigung durch den Angeklagten und anschließend zu einer versuchten sexuellen Handlung an der Zeugin? Diese Fragen konnten nach der Hauptverhandlung durch das Schöffengericht am Amtsgericht Iserlohn unter Vorsitz von Günter Giesecke von Bergh nicht beantwortet werden, und so wurde der Beschuldigte, was diesen Tatvorwurf angeht, freigesprochen. Damit folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft und des Verteidigers Andreas Trode. Mit verhandelt wurde ein versuchter Betrug. Dafür erhielt der 39-Jährige eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 15 Euro. Der Angeklagte hatte versucht, zwei Rolex-Uhren, die sich jedoch als Plagiate herausstellten, in einem Pfandhaus für insgesamt 1000 Euro beleihen zu lassen.

Gericht hat Zweifel amAblauf des Tathergangs

Was die sexuelle Nötigung angeht, blieb in der Fortsetzungsverhandlung viel im Dunklen. So soll der Angeklagte angeblich ein Verhältnis mit der Mutter von zwei Zeuginnen gehabt haben, wodurch er auch deren Töchter kennenlernte, von denen eine derzeit eine Haftstrafe in der JVA Köln verbüßt. Bei ihr wurde auch ein Handy sichergestellt, durch das sich Richter Giesecke von Bergh weitere Informationen zur Tat erhoffte. Die Zeugin war jedoch nicht bereit, dem Gericht den PIN-Code zu nennen. Die Staatsanwaltschaft hegte zudem ziemliche Zweifel an der Darstellung der Zeugin, der Angeklagte habe versucht, ihr die Hose zu öffnen und seine Hand vorne und hinten einzuführen. Zu dieser sexuellen Handlung sei es nicht gekommen, weil sie sich „an ihm festgehalten“ habe. „Das ist ein völlig unnormales Verhalten“, so die Staatsanwältin. „Normalerweise hält sich ein Opfer nicht am Täter fest, sondern versucht mit allen Mitteln sich zu wehren. Zudem soll sich die Tat in dem Keller nachts um 3 Uhr ereignet haben. Im Raum steht nämlich auch ein Drogengeschäft. Beide seien in den Keller gegangen, um unbeobachtet zu sein. Auch da hat die Staatsanwältin Zweifel: „Eine bessere Gelegenheit, als eine menschenleere Straße um 3 Uhr gibt es nicht, um unbeobachtet zu sein.“

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