Nächtlicher Ausnahmezustand an BFT-Tankstelle

Softwarefehler: Der Liter Sprit für drei Cent

Foto: IKZ

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Iserlohn. Die Autofahrer, die in der Nacht zum Freitag auf der Baarstraße unterwegs waren, trauten ihren Augen nicht. An der BFT-Tankstelle standen die Preisschilder auf drei Cent pro Liter. Dieses "Sonderangebot" ließen sich die Fahrer nicht entgehen.

„Ich dachte, ich seh' nicht richtig - drei Cent für den Liter Sprit? Das lässt man sich doch nicht entgehen!” So wie Werner Vollmert haben sich in der Nacht auf Freitag viele Autofahrer gewundert, als sie an der BFT-Tankstelle an der Baarstraße vorbeifuhren. Tatsächlich leuchtete von der Preistafel dieser unglaubliche Literpreis für alle Kraftstoffe.

Wie Werner Vollmert der Heimatzeitung berichtet, schalteten die elektronisch gesteuerte Preistafel sowie die Anzeigen in den Zapfsäulen um kurz nach Mitternacht auf die Drei-Cent-Marke um. Binnen weniger Minuten steuerten immer mehr Fahrzeuge die Tankstelle an. Per Handy wurden Freunde darüber informiert, dass hier an der Baarstraße das Sprit-Schnäppchen des Jahres zu machen sei. „Für 1,78 Euro konnte ich volltanken”, sagt Vollmert, der aber erst einmal eine halbe Stunde geduldig warten musste, bis er endlich an der Reihe war.

Dabei beobachtete er, wie Autofahrer Kanister in allen Größen und selbst Mineralwasserflaschen mit dem sonst so teuren Treibstoff abfüllten. „Es herrschte echter Ausnahmezustand, und die Bediensteten der Tankstelle waren mit der Situation völlig überfordert”, beurteilt der 51-jährige Iserlohner die skurile Situation mitten in der Nacht.

Seinen Augen mochte auch der 21-jährige Iserlohner Adriano Zappala nicht trauen. „Wir haben uns noch mit Freunden getroffen. Als ich gegen 1 Uhr nach Hause gefahren bin, stand der Benzinpreis bei drei Cent. Ich habe mich da aber nur umgedreht und ungläubig geschaut.” In diesem Moment habe er sich nichts dabei gedacht. Gegen 2.30 Uhr wurde er dann von einer Freundin aus dem Bett geklingelt. „Sie rief mich an, dass ich sofort zur Baarstraße fahren sollte.” Direkt stieg er in den großen Wagen seines Vaters und fuhr zur BFT-Tankstelle. „58,67 Liter Diesel haben mich in dieser Nacht nur 1,76 Euro gekostet. Das war wirklich unglaublich”, erzählt er beim Besuch im Wichelhovenhaus.

Manche Leute hätten regelrechte „Hamsterkäufe” getätigt. „Ich habe einen Mann gesehen, der hat 635,84 Liter Benzin in Kanistern mit nach Hause genommen und ganze 19,08 Euro dafür bezahlt.”

Wie eine Mitarbeiterin der Betreiberfirma auf unsere Anfrage hin mitteilte, handelte es sich bei dem unfreiwilligen „Sonderangebot” um die Folge eines Software-Fehlers im Steuerungssystem der Tankstelle. Die sichtlich angespannte Pächterin hingegen wollte sich am Freitag nicht zu dem Vorfall äußern.

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