Ausbildung

Soziale Verantwortung und traditionelle Werte

Nolte-Chefin Petra Pientka (Mi. li.), Fabian Bräutigam von der Handwerkskammer (Mi. re.), Jörg Peddinghaus von der Sparkasse (hi. re.), vorn zwei Azubis.

Foto: Alexander Barth

Nolte-Chefin Petra Pientka (Mi. li.), Fabian Bräutigam von der Handwerkskammer (Mi. re.), Jörg Peddinghaus von der Sparkasse (hi. re.), vorn zwei Azubis. Foto: Alexander Barth

Iserlohn.  Die Handwerkskammer hat das Autohaus Nolte für den Ausbildungspreis in der Kategorie Gesellschaftliches Engagement nominiert.

Nach ihrer Ausbildung habe sie selbst „den Blaumann angehabt“, erinnert sich Fritzi Bimberg-Nolte. Die 87-Jährige, die noch immer als Geschäftsführerin der Nolte-Gruppe aktiv ist, hat in dieser Woche Vertreter der Handwerkskammer Südwestfalen und der Sparkasse zu einer Inspektion begrüßt. Das Iserlohner Traditionsunternehmen darf sich über eine Nominierung im Wettbewerb um den besten Handwerks-Ausbildungsbetrieb in der Region freuen: In der Kategorie „Soziale Verantwortung und Gesellschaftliches Engagement“ sei das Autohaus als Kandidat für den Preis allemal zu berücksichtigen, machte Jörg Peddinghaus von der Sparkasse Iserlohn, Sponsor des Preisgeldes in dieser Kategorie, deutlich: „Hier gibt es keine Berührungsängste zwischen der Geschäftsführung und den Azubis, statt übereinander wird miteinander geredet“, schilderte Peddinghaus den Eindruck der Jury und hob das soziale Engagement hervor, das bei Nolte seit der Unternehmensgründung im Jahr 1914 von einem christlichen Weltbild geprägt ist.

„Unser Kapital sind die Menschen“, brachte Fritzi Bimberg-Nolte ihre Grundüberzeugung als Betriebschefin auf den Punkt. Ihre Tochter Petra Pientka, ebenfalls Geschäftsführerin, versuchte zu zeigen, wie sich Nolte gegenüber jungen Menschen verhalte: „Bei Bewerbungen schauen wir natürlich auf die schulischen Leistungen, aber nur so weit es erforderlich ist, um zwei Dinge zu gewährleisten. Die jungen Leute müssen eine Chance haben, die Inhalte der Ausbildung zu packen, und sie müssen Verantwortung für die technische Sicherheit der Fahrzeuge übernehmen können.“

Wer menschlich überzeugt, muss keine Bestnoten haben

Es würden nicht nur Bewerber mit Bestnoten eingeladen, und bei angenommenen Azubis sei eine schlechte Bewertung noch kein Grund für eine Kündigung. „Die entwickeln sich oft noch. Wir geben den Auszubildenden immer Gelegenheit, dass wir uns nochmal neu kennenlernen. Individuelle Förderung bedeutet für uns, dass wir uns bemühen, für jeden die richtige Abteilung zu finden“, erläuterte Petra Pientka weiter.

Anforderungen würden aber auch gestellt: Im persönlichen Bereich lege man Wert auf traditionelle Tugenden wie Fleiß, Pünktlichkeit, Höflichkeit und ein gepflegtes Erscheinungsbild. Von Grundvoraussetzungen abgesehen fühle man sich einem Erziehungsauftrag verpflichtet. „Junge Menschen sind rohe Diamanten. Wir versuchen, sie so zu sehen, wie Gott sie sieht“, formulierte Pientka. Verantwortung und Selbstbewusstsein könne man lernen, vor allem durch Übung. Andere Unternehmen möchte die Geschäftsführerin motivieren, an der Ausbildung „dranzubleiben“, Betriebe sollten versuchen, „das Positive in den Menschen sehen“.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik