Bürgermeisterwahl 2020

SPD sucht bereits jetzt einen Ahrens-Nachfolger

Dr. Peter Paul Ahrens im Sommer an seinem Schreibtisch bei einem Interview mit der Heimatzeitung. Damals äußerte er sich noch nicht klar zu seinen Plänen. Foto:Frank Jungbluth

Dr. Peter Paul Ahrens im Sommer an seinem Schreibtisch bei einem Interview mit der Heimatzeitung. Damals äußerte er sich noch nicht klar zu seinen Plänen. Foto:Frank Jungbluth

Iserlohn.  Der SPD-Stadtverband versucht seit Donnerstag, über eine Ausschreibung den passenden Kandidaten zu finden.

Es sicherlich nicht mehr das ganz große Geheimnis gewesen, dass Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens (SPD) bei der Bürgermeisterwahl im Herbst 2020 nicht noch einmal antreten wird. Dr. Ahrens wäre dann 70 Jahre alt, wirkte zuletzt wiederholt etwas angeschlagen. Überraschend ist es da eher, dass die Iserlohner Sozialdemokraten bereits jetzt, knapp zwei Jahre vorher, die Kandidatensuche in Form einer Ausschreibung auf den Weg bringen. „Der bisherige SPD-Amtsinhaber stellt sich nach zwei Amtsperioden nicht mehr zur Wahl“ heißt es im Ausschreibungstext, der unserer Redaktion vorliegt.

Bewerbungsfirst istder 31. Januar 2019

Eine SPD-Mitgliedschaft wird darin nicht explizit verlangt, es heißt aber: „Die Kandidatin/Der Kandidat bringt idealerweise eine besonders hohe Identifikation mit den Grundwerten und Zielen der SPD mit.“ Als Bewerbungsfrist ist der 31. Januar 2019 festgelegt. Gestern ist die Ausschreibung über die Kanäle der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik verbreitet worden.

Dr. Peter Paul Ahrens hatte sich bislang in offizieller Form nicht öffentlich dazu erklärt, ob 2020 für ihn Schluss ist, oder nicht. In einer gemeinsamen Pressemitteilung mit der SPD-Stadtverbandsvorsitzenden Eva Kitz teilt der Bürgermeister jetzt mit: „Ich bin bereits vor Monaten auf den SPD-Stadtverband zugegangen und habe den Vorstand gebeten, einen geeigneten Nachfolger und SPD-Kandidaten für die Wahl im Jahr 2020 zu finden.“ Daraufhin habe Eva Kitz dann mit den Ortsvereinsvorsitzenden über das weitere Vorgehen beraten. Mit der Ausschreibung wolle man neue Wege gehen, und alle einbinden, „die positiv für Iserlohn wirken wollen“, sagt die Stadtverbandsvorsitzende Eva Kitz zur Herangehensweise der SPD.

Seit 25 Jahren in denDiensten der Stadt

Zum Bürgermeister sagt sie: „In den letzten 25 Jahren als Kämmerer, Baudezernent, Beigeordneter und seit 2009 als Bürgermeister hat Dr. Peter Paul Ahrens viel für Iserlohn erreicht.“, Dabei habe er stets den Ausgleich zwischen den Parteien und Positionen gesucht und nicht sich selbst, sondern stets die Sache in den Vordergrund gestellt. „In den nächsten zwei Jahren stehen noch zahlreiche große Projekte an. Dr. Peter Paul Ahrens wird auch weiterhin alle Kräfte aufbieten, die nötig sind, um die besten Lösungen für die Stadt und ihre Bürger zu erreichen“, sagt Kitz zum Rest der Amtsperiode.

Einige weitere Details aus dem Ausschreibungstext: Dort steht beispielsweise, dass „Verwaltungs- und Führungserfahrungen“ wünschenswert seien. Detaillierte Anforderungen, beispielsweise was einen Studienabschluss anbelangt, enthält der Text nicht. Der Kandidat solle in der Lage sein, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu motivieren sowie die Verwaltung und Eigenbetriebe wirtschaftlich, leistungsorientiert und nicht zuletzt bürgernah zu führen. Gesucht werde eine einsatz- und entscheidungsfreudige sowie verantwortungsbewusste Persönlichkeit.

Identifikation mit den Grundwerten der SPD

Der künftigen Bürgermeisterin beziehungsweise dem künftigen Bürgermeister solle es ein besonderes Anliegen sein, „die Qualität kommunaler Daseinsvorsorge zur Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger und im Benehmen mit den städtischen beschäftigen kontinuierlich zu steigern. Dazu gehören insbesondere sozialdemokratische Grundwerte wie die Erhaltung und Verbesserung sozialer Infrastruktur in den Bereichen Bildung, Familie und Kinder, Mobilität, Wohnungsbau und Stadtentwicklung.“

Die SPD hat nun also ausgeschrieben, wie sieht es bei der CDU in Sachen Bürgermeister-Kandidat aus? Fraktionsvorsitzender Fabian Tigges antwortet nur knapp: „Wir werden die Sache mit einem hohen Maß an Professionalität angehen. Mehr sage ich dazu nicht.“ Michael Joithe von den „Iserlohnern“ sagt: „Wir sind relativ sicher, dass wir einen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl stellen wollen.“ Eine personelle Festlegung habe es aber noch nicht gegeben, man befinde sich noch am Beginn der Findung.

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