Umwelt

Sperrmüll bleibt ein sperriges Thema

Hat sich hier ein ganzer Straßenzug dazu entschlossen, die Wohnungen zu entrümpeln?

Foto: Alexander Barth

Hat sich hier ein ganzer Straßenzug dazu entschlossen, die Wohnungen zu entrümpeln? Foto: Alexander Barth

Iserlohn.  Die Bilanz der Verwaltung nach halbjähriger Probephase fällt sehr verhalten aus.

Wiederholt hatte der Umweltausschuss 2016 über die Sperrmüllabfuhr in Iserlohn diskutiert. Auslöser waren Fälle, in denen Müll liegengeblieben war: Es waren Dinge abgestellt worden, die nicht über die Sperrmüllabfuhr entsorgt werden können. Nicht selten haben Nachbarn an einer angemeldeten Abfuhrstelle noch zusätzlichen Unrat abgeladen, der ebenfalls nicht entsorgt werden konnte. Das Ergebnis: Unschöne Müllberge verschandeln das jeweilige Quartiersbild. Damals beschloss der Umweltausschuss daher, im Rahmen einer Probephase mit einem Bündel von Maßnahmen diesem und anderen Problemen bei der Sperrmüllabfuhr entgegenzuwirken. Befristet war die Probephase vom 1. Juli bis 31. Dezember 2016. Nun hat die Verwaltung im Umweltausschuss eine Auswertung des Versuchs vorgestellt. Fazit: Aus Sicht der Verwaltung rechtfertigt das Ergebnis den betriebenen Aufwand nicht.

Verfahren auf Dauer personell nicht zu bewältigen

Eine der Maßnahmen war es, dass ein Mitarbeiter der Abteilung Umwelt- und Klimaschutz auch Freitagnachmittag, also am Abfuhrtag, erreichbar war. Es habe nur wenige Anrufe gegeben, die überwiegend auch nichts mit der laufenden Sperrmüllabfuhr zu tun gehabt hätten, heißt es dazu. Dieser Mitarbeiter war dann auch für die Erstellung einer sogenannten Nachfuhrliste zuständig, die die Firma Lobbe dann am Samstag abgefahren ist. Aus Sicht der Verwaltung sei das im Versuch praktizierte Verfahren weder von der Abteilung Umwelt- und Klimaschutz noch vom Ordnungsamt dauerhaft personell zu bewältigen.

Eine Nachfuhr am Samstag soll es aber auch künftig geben, jedoch von der Firma Lobbe eigenständig organisiert und beschränkt auf die Fälle, in denen eine Abfuhrstelle nicht erreichbar war – beispielsweise wegen parkender Autos oder weil die Ablagestelle zu weit von der Straße entfernt lag.

Auch künftig soll aber die Praxis beibehalten werden, den Kernbereich der Innenstadt (Fußgängerzone) nach erfolgter Sperrmüllabfuhr zu kontrollieren. Auch soll Kontakt mit Anmeldern aufgenommen werden, wenn bereits die Anmeldung Hinweise auf mögliche Fehlbereitstellungen liefert. Auch künftig wird die Firma Lobbe Hinweiszettel in die Briefkästen der Anmelder einwerfen, deren Sperrmüll nicht abgefahren werden konnte.

Intensiviert werden soll zudem die Zusammenarbeit mit den Wohnungsgesellschaften. Beispielsweise hat der Zweckverband für Abfallbeseitigung einen Flyer speziell zum Thema Sperrmüll erstellt, der den Wohnungsgesellschaften zur Verfügung gestellt wird, damit diese dann bei Wohnungskündigungen gezielt an die Mieter weitergegeben werden können. Er soll künftig zusätzlich auch an öffentlichen Orten ausgelegt werden.

Trotz aller Bemühungen, so steht es in der Informationsdrucksache für den Umweltausschuss, könne es auch künftig nicht ausgeschlossen werden, dass Sperrmüll unerlaubt im Stadtgebiet herumliegt oder Sperrmüll unangemeldet herausgestellt wird. Letztlich, so Dirk Lachmuth von der Abteilung Umwelt- und Klimaschutz, müsse die richtige Balance gefunden werden. Einerseits wolle man natürlich vermeiden, dass zurückgebliebener Sperrmüll in einigen Bereichen das Straßenbild verschandelt. Andererseits dürfe dem Bürger nicht das Gefühl gegeben werden, dass einen Tag später dann doch alles – auch das, was überhaupt kein Sperrmüll ist – abgefahren wird. Das würde sogar noch einen Anreiz bieten, nach Lust und Laune jeglichen Müll an die Straße zu stellen. Auch künftig, so Lachmuth, werde beispielsweise der Außendienst des Ordnungsamtes ein wachsames Auge auf diese Dinge haben.

Weiterhin für problematisch hält die Verwaltung eine Verlegung der Sperrmüllabfuhr auf einen anderen Wochentag. Eine solche Entscheidung könne die Stadt Iserlohn nicht alleine treffen, da dadurch ja auch die Belange anderer Verbandsmitglieder, sprich der Nachbarstädte, betroffen wären. Zudem biete der Freitag den Vorteil, dass die Zeitspanne zwischen Anmeldung und Abfuhr sehr kurz sein kann. Außerdem biete ein anderer Wochentag keine Garantie für eine Lösung der zuvor geschilderten Probleme.

Ab sofort zehn Papiersäcke für die Grünabfallabfuhr

Eine Veränderung gibt es bei der Grünabfallabfuhr. Ab sofort werden dabei keine Kunststoffsäcke mehr mit abgeholt. Als Ausgleich hat die Verwaltung entschieden, dass künftig zehn statt bislang fünf Papiersäcke pro Abfuhrtermin zur Verfügung gestellt werden. Und unverändert gilt, dass Grünabfälle in die Grünabfallcontainer nur lose, also nicht in Säcken etc., eingefüllt werden dürfen.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik