Musik

Spitzen-Stimmung trotz verhaltener Resonanz

Furioses Finale mit „JazZination“-Bläsern, „Romantik Sailors“, „Cantata“ und „Billie Ray“, die zusammen „My Way“ gesungen haben.

Foto: Jennifer Katz

Furioses Finale mit „JazZination“-Bläsern, „Romantik Sailors“, „Cantata“ und „Billie Ray“, die zusammen „My Way“ gesungen haben. Foto: Jennifer Katz

Iserlohn.   Das erste „Pottkieken“-Musikfestival am Seilersee soll nicht das letzte gewesen sein.

Noch bevor die Premiere ihr fulminantes Ende gefunden hatte, war sich Bernd Graf bereits sicher: „Es wird eine Wiederholung des ,Pottkieken’-Festivals geben.“ Schließlich sei der Donnerstag (wir berichteten), an dem sich die Musikschulen präsentieren konnten, „richtig gut gelaufen“. Graf erklärte: „Es war lustig zu sehen, wie die Musikschulleiter am Ende zusammen ein Bier getrunken haben, sie arbeiten ja sonst eher alle für sich.“

Der Freitagabend im Zeichen der eher rockigen Töne ist mit Blick auf die Besucherzahlen dagegen ins Wasser gefallen. Nur etwa 150 Gäste hatten den Weg in die kleine Zeltstadt am Seilersee gefunden, um Bands wie „Syndikat“ oder „Finka“ zu erleben. „Damit muss man als Open-Air-Veranstalter leben, wir haben gleich die Außenbühne abgebaut, als der Sturzregen kam“, so der Bernd Graf. Doch diejenigen, die gekommen waren, brachten das Zelt zum Beben. So hatte sich beispielsweise der Schlagzeuger der Band „Coming Down“ verspätet. Nach einer Zeit des Leerlaufs schnappte sich schließlich Sänger Marvin Gesierich eine Akustikgitarre und gab ohne sonstige Begleitung Songs wie „Zombie“ von The Cranberries zum Besten. Das Publikum stimmte schnell mit ein, so dass der eigentliche Leerlauf zu einem Höhepunkt des Abends geriet.

Starkes Finale mit ganzunterschiedlichen Künstlern

Am Samstag schließlich war schon auf dem Parkplatz zu erkennen, dass deutlich mehr Besucher gekommen waren, mehr als 500 dürften es am Ende gewesen, die Bernd Graf in Euphorie versetzten. „Nächstes Jahr bauen wir zwei Zelte auf, dann sind wir unabhängiger“, steckte er gleich die künftigen Ziele ab. Dass die Premiere nicht gleich vom Publikum überrannt wurde, sei ihm im Vorfeld klar gewesen. Wenn er sich nicht vorher schon sicher gewesen wäre, dass es auch 2018 ein „Pottkieken“ geben soll, spätestens nach seinem eigenen Auftritt mit „Billie Ray & Friends“ wäre die Entscheidung klar gewesen.

Denn mit Frontmann Andy Schade und Graf am Schlagzeug hatte die Band Cross-over-Varianten initiiert, die das Publikum zum Kochen brachten. Mit der Horn-Sektion von „JazZina­tion“ beispielsweise spielten sie „Where The Streets Have No Name“ von U2. Bodo Scheuch und seine „Romantik Sailors“ waren das Experiment eingegangen, mit einer Rockband zu proben und am späteren Samstagabend zu singen. „I Am Sailing“, „Gott muss ein Seemann sein“ oder „Whisky In The Jar“ wurden so im rockigen Gewand präsentiert und von den Zuhörern frenetisch gefeiert. Ebenso wie „Billie Ray“ zusammen mit dem Frauenchor „Cantata“ aus Balve, die gemeinsam „Stairway To Heaven“ und „Highway To Hell“ spielten. Zum krönenden Abschluss gab es – verstärkt von „Cantata“ und Shantychor – „My Way“, ebenso wie ein dickes Dankeschön von Andy Schade: „Danke für diese geilen Momente, danke für dieses geile Festival.“ Das mündete in einer ausgelassenen Party mit DJ Matze Janke.

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