Aktion

„Sprechen Sie mit Ihrem Kind“

Die Kinderlobby und das Jugendamt Iserlohn wollen mit der neuen Plakataktion auf das Bedürfnis der Kinder nach Zuwendung aufmerksam machen.

Die Kinderlobby und das Jugendamt Iserlohn wollen mit der neuen Plakataktion auf das Bedürfnis der Kinder nach Zuwendung aufmerksam machen.

Foto: Michael May

Iserlohn.   Die neue Plakataktion soll das Medienverhalten der Eltern reflektieren.

Kaum eine andere technische Errungenschaft hat unseren Alltag und unser Konsumverhalten so stark beeinflusst wie das Smartphone. Das Handy ist in allen Situationen griffbereit und lenkt oftmals den Fokus von den wichtigeren Dingen ab. So auch von den eigenen Kindern. In Alltagssituationen, beim Einkaufen und auf den Straßen sieht man vermehrt Eltern, die ihr Smartphone nutzen, anstatt mit ihren Kindern zu kommunizieren.

Gerade deshalb hat am Mittwoch die gemeinsame Kampagne von Kinderlobby und Jugendamt „Sprechen Sie mit Ihrem Kind“ begonnen. Die Plakataktion soll ins Bewusstsein rücken, dass durch eine Dauerpräsenz von Medien im Alltag Eltern leicht das Bedürfnis ihrer Kinder nach Zuwendung und Aufmerksamkeit aus den Augen verlieren.

Diese ist aber besonders in den ersten Jahren wichtig, denn Blickkontakt und ungeteilte Aufmerksamkeit sind wichtige Faktoren für den Bindungsaufbau der Eltern-Kind-Beziehung. Mit den zwei Plakatmotiven soll geschlechterunabhängig den Eltern ein Spiegel vorgehalten und dazu aufrufen werden, das eigene Medienverhalten zu überdenken.

Vermehrter Konsum hat Auswirkungen auf Kinder

Eltern müssten außerdem als Vorbildfunktion dienen und die Kinder an die mediale Welt heranziehen. „Man muss dem Kind verdeutlichen, das es noch etwas anderes als das Smartphone gibt“, sagt Monika Körner-Weinert, Vorsitzende der Iserlohner Kinderlobby. Denn der vermehrte Smartphone-Konsum in jungen Jahren, führt auch im späteren Leben zu verheerenden Auswirkungen. So würde auch die Bewegungsarmut gesteigert, wodurch Kinder heute nicht mehr in der Lage seien, auf einer Linie zu balancieren.

Auch die räumliche Sehkraft nimmt zunehmend ab, so dass unter anderem im Straßenverkehr nicht mehr alles wahrgenommen wird. „Was die Fachleute feststellen, ist in der Öffentlichkeit noch nicht bekannt genug“, erklärt der stellvertretende Vorsitzende der Kinderlobby, Jürgen Schwerter. Doch Infoveranstaltungen werden an den Grundschulen nur selten wahr genommen. „Die Leute, die aktiviert werden müssten, nehmen an den Veranstaltungen nicht teil“, sagt Schwerter. Um dieses Grundanliegen dennoch in die Öffentlichkeit zu tragen, werden die Plakate unter anderem in Schulen, Kitas, Arztpraxen, Familienzentren und im Rathaus aufgehängt.

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