Der Fall Pascal

Staatsanwalt hört mehr Zeugen im Fall Pascal

Blumen, Kerzen und ein Bild erinnern an den 26-jährigen Pascal an der Dortmunder Straße.

Blumen, Kerzen und ein Bild erinnern an den 26-jährigen Pascal an der Dortmunder Straße.

Foto: Michael May

Iserlohn.   Nach dem Tod des 26-jährigen Pascal, der am Sonntag mit einem Faustschlag lebensgefährlich verletzt wurde, hört die Polizei weitere Zeugen.

Seit Dienstagabend brennen vier Dutzend Kerzen an einem Baum an der Ecke Dortmunder Straße/Karl-Arnold Straße. Rosen liegen auf dem Boden davor. Am Baumstamm lehnt ein gerahmtes Foto von Pascal († 26). Darauf haben 50 Freunde des Iserlohners unterschrieben, die zur Trauerfeier gekommen waren.

Pascal starb nach einem Faustschlag ins Gesicht, der ihn am Sonntagabend um 23.45 Uhr traf. Am Dienstag sind die lebenserhaltenden Maschinen im Knappschaftskrankenhaus in Bochum abgestellt werden. Pascal lag seit dem Angriff am Sonntag im Koma.

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln fieberhaft im Fall Pascal. Ein 17-Jähriger, der nach Zeugenaussagen am Montag festgenommen werden konnte, wird dringend verdächtigt, der brutale Schläger vom Tatort zu sein; die Polizei hat inzwischen richtig gestellt, dass Pascal nicht Beifahrer in einem Auto war, sondern seinen weißen Opel Astra selbst gefahren hat. Ihm war – nach mehreren Vorfällen in den Tagen zuvor – laut Zeugenaussagen am Sonntag von einem Treffpunkt an der Aral-Tankstelle Dortmunder Straße ein silberfarbener VW Bus Richtung Innenstadt gefolgt.

Im Bus soll der 17-jährige Tatverdächtige gesessen haben, der nach einer Diskussion mit Pascal den 26-Jährigen mit einem Fausthieb vor den Kopf zu Boden geschlagen haben soll. Die Polizei hat den mutmaßlichen Täter, der einer Gruppe angehören soll, die Pascal und seine Freundinnen seit Tagen behelligt und mit Autos verfolgt haben soll, nach der Vernehmung und erkennungsdienstlichen Behandlung wieder auf freien Fuß gesetzt und zu seinen Eltern gebracht.

Die Leiche von Pascal wird nach Auskunft von Staatsanwalt Michael Burggräf jetzt obduziert, um die genaue Todesursache und den Zeitpunkt des Hirntodes zu ermitteln. „Wir können aus ermittlungstaktischen Gründen nicht viel sagen, aber die Ermittlungen dauern an, wir haben einige Zeugen vernommen und werden in den nächsten Tagen weitere vernehmen“, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Ermittelt wird gegen den 17-jährigen mutmaßlichen Täters wegen des Tatvorwurfes der Körperverletzung mit Todesfolge, § 227 des Strafgesetzbuches. „Von diesem Tatvorwurf gegen wir derzeit aus. Der Verdächtige würde nach Jugendstrafrecht angeklagt, wenn es dazu kommt“, sagt Burggräf. Beim Jugendstrafrecht stehe der Erziehungsgedanke im Vordergrund, betont er.

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