Kirchenkreis

Stärkung der Arbeit mit Menschen

Einstimmig stimmte die Kreissynode für die Verteilung der Gelder nach dem biblischen Vorbild des „Zehnten“.

Einstimmig stimmte die Kreissynode für die Verteilung der Gelder nach dem biblischen Vorbild des „Zehnten“.

Foto: Privat

Iserlohn.  Die Finanzsynode stimmt einstimmig für Verteilung der Gelder im Sinne des biblischen Vorbildes vom „Zehnten.“

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Der Kirchenkreis Iserlohn geht neue Wege bei der Verteilung seiner Gelder im Sinne des biblischen Vorbildes vom „Zehnten“: „Geben vor Nehmen“. Einstimmig verabschiedete die Finanzsynode die neue Finanzsatzung, nach der der Kirchenkreis ab 2020 zehn Prozent der Brutto-Kirchensteuereinnahmen für die diakonischen und gemeindediakonischen Aufgaben bereit stellt – das heißt für die sozialen Dienste der Diakonie Mark-Ruhr einerseits und für die Kirchengemeinden und ihre gemeindediakonischen Aufgaben und die finanzielle Mitunterstützung von Personal des kirchlichen Feldes, für Jugendreferenten, Diakone und Gemeinde-Schwestern andererseits.

Als Beispiele nannte Superintendentin Martina Espelöer die Angebote der Versöhnungskirchengemeinde mit dem Sozialzentrum Lichtblick, das Jugendcafé Checkpoint, den Mittagstisch, außerdem die Maria-Magdalena-Gemeinde, in der eine Gemeinde-Schwester für die Seelsorge, die Erwachsenenbildung und im theologischen Grundwissen ausgebildet werde und die Gemeinde Ihmert, die einen Fahrdienst für Gemeindemitglieder anbietet, die nicht mehr am Gemeindeleben teilnehmen können.

90.000 Gemeindemitglieder im Evangelischen Kirchenkreis

„Dieses einstimmige Votum ist ein toller Erfolg. Die neue Verteilsystematik sendet ein klares Signal in Richtung der Arbeit mit den Menschen im Sinne des biblischen Auftrags“, fasste Superintendentin Martina Espelöer, die selber aus der Sozialarbeit kommt, das Ergebnis zusammen: „Der Kirchenkreis stellt Mittel zur Verfügung, um die Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen zum Wohle der Hilfe für den Nächsten in den Kirchengemeinden auf eine bessere finanzielle Grundlage zu stellen.“ Sie erläuterte das so: Der Zehnte sei als Vorwegabzug zu verstehen. Vor der restlichen Haushaltsverteilung wird der Zehnte von den Gesamteinnahmen des Kirchenkreises abgezogen, bevor die restlichen 90 Prozent der Einnahmen auf den Gesamthaushalt verteilt werden. Auf die Pfarrerbesoldung, die Kosten des Kreiskirchenamtes, die Synodalen Dienste, gesetzliche Trägeranteile für die Kindertagesstätten, Kirchenmusiker, die Substanzerhaltung und die Pauschale für die 90.000 Gemeindeglieder.

Diakonische Verwurzelungin kirchlicher Arbeit

„Keine Gemeinde kommt schlechter weg als vorher“, betonte Espelöer. „Alle Mitarbeiter, sowohl ehren- als auch hauptamtliche, die sich im Kirchenkreis Iserlohn mit Finanzangelegenheiten beschäftigten,wurden in den kreativen Prozess und die Planung mit einbezogen.“ Dieser Schritt aus einem ureigenen biblischen Verständnis führe die starke diakonische Verwurzelung in kirchlicher Arbeit konsequent weiter, sagte Espelöer auch als Vorsitzende des Verwaltungsrates der Diakonie Mark-Ruhr. „Wir müssen als Kirche sichtbar bleiben, was kirchliche Werte betrifft.“

Die Superintendentin berichtete von einer Stagnation bei den Kirchensteuereinnahmen. Die Kostensteigerungen werden knapp aufgefangen: „Der Kirchenkreis hat für das abgelaufene Jahr 2018 Kirchensteuereinnahmen in Höhe von 13,6 Millionen Euro erhalten und 994.000 Euro mehr an Zuweisungen bekommen, als erwartet. Die Kostensteigerungen besonders im Kita-Bereich und bei Gebäuden und im Pfarrstellenbereich werden durch die Kirchensteuern knapp gedeckt.“ Da gelte es noch viele Fragen zu lösen. Aber die Veränderung der Finanzsatzung solle bewirken, dass insgesamt mehr Geld in den Kirchengemeinden ankommt. Auch ganz kleine Gemeinden sollen gefördert werden.

Die Zahl der Gemeindemitglieder liegt aktuell bei 90.000 Mitgliedern und schrumpft pro Jahr um zwei Prozent, sagte die Superintendentin. Die Synode hat außerdem beschlossen, gemeinsam mit den Kirchengemeinden, ihren Ehren- und Hauptamtlichen und dem Klimabeauftragten Markus Campen, Vorschläge zur Verbesserung des Umweltschutzes zu sammeln und alle Abläufe zu optimieren.

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