Konzert

Star-Wars-Momente in der Johanneskirche

Mit 28 jungen Blechbläsern startete „Iserlohn Brass“ beim Gerlingser Sonntagskonzert in der Johanneskirche am Nußberg in das Jubiläumsjahr zum 20-jährigen Bestehen.

Mit 28 jungen Blechbläsern startete „Iserlohn Brass“ beim Gerlingser Sonntagskonzert in der Johanneskirche am Nußberg in das Jubiläumsjahr zum 20-jährigen Bestehen.

Foto: Michael May

Iserlohn.  „Iserlohn Brass“ und der Kirchenchor Gerlingsen eröffnen die Reihe der Sonntagskonzerte

Wenn das mal kein Anfang war: Mit leuchtenden Fanfaren und jubilierendem Fortissimo eröffneten die Musiker von „Iserlohn Brass“ die Reihe der nunmehr 20. Gerlingser Sonntagskonzert und trotzen so dem Sturm, der immer wieder die Kirchentüren der Johanneskirche am Nußberg aufstieß. Das Blechbläserensemble der Musikschule Iserlohn unter der Leitung von Stefan Beumers gab damit die Richtung vor: Hier wird gefeiert – und zwar nicht zu knapp!

Hanno Kreft, der mit seinem Kirchenchor Gerlingsen für die besinnlichen Momente des Konzertes sorgte, hatte also nicht zu viel versprochen, als er bei der Begrüßung sagte: „Sie werden mächtig etwas auf die Ohren bekommen. Jetzt liegen die Haare noch, später werden sie vielleicht stehen.“ So wie die Zuhörer, denn – um das vorwegzunehmen – nach dem Konzert gab es stehende Ovationen und der Beifall wollte gar nicht enden.

Musiker bestimmen auch die Werkauswahl

Zu Recht, denn wieder einmal zeigte „Iserlohn Brass“ seine Wandlungsfähigkeit und Spielfreude, die mühelos auf das Publikum übersprang. Stefan Beumers brauchte sein 28-köpfiges Ensemble, das auch durch einige ehemalige Mitspieler unterstützt wurde, nicht zu motivieren, das taten die Musiker von ganz alleine. Sie hatten auch bei der Stückauswahl ein Wörtchen mitgeredet und sich das wunderbar sphärische „Jupiter“-Thema aus der „Planeten“-Suite von Gustav Holst gewünscht. Und so erfüllten Melodien, die an die Star-Wars-Filme erinnern, die Johanneskirche. Aber natürlich kam auch die geistliche Musik mit Bachs Schlusschoral aus Kantate 100 „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ nicht zu kurz.

Mit drei Variationen des Themas von Johann Sebastian Bach bis zu Geronti Cernysev, der auch für die Klavierbegleitung sorgte, stimmte der Kirchenchor Gerlingsen in die musikalische Lobpreisung Gottes durch drei Jahrhunderte ein. Die Sängerinnen und Sänger gaben den Worten: „So wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten, dann lass ich ihn nur walten“ mit ihrer sanften und stimmlich ausgewogenen Darbietung eine tiefere Bedeutung. Das „Singt und jubelt“ des jungen Iserlohner Chorleiters und Komponisten Alexander Kowalski führte den Chor zurück in die Gegenwart.

Bei „Mister Jums“ und „Kraken“ aus Chris Hazells „Three Brass Cats“ konnte „Iserlohn Brass“ ganz dick auftragen – und hätte die Johanneskirche einen dicken roten Samtvorhang, dann hätte sich dieser stilecht im richtigen Moment gehoben. Die Annäherung an die Stubentiger war ein musikalisches Erlebnis – nicht nur für Katzenfreunde. Zum Abschluss durfte eine musikalische Annäherung zwischen Blechbläsern und Sängern nicht fehlen. Hanno Kreft musste vorher einige Bedenken zerstreuen, wie er zugab. „Mein Kirchenchor hatte etwas Angst, ob der Gehörapparat kaputt gehen könnte“, sagte Kreft. Eine Befürchtung, die sich schnell in musikalische Freude auflöste, und so sorgte das gemeinsame „Nun danket alle Gott“ für einen tollen Abschluss eines gelungenen Konzertes.

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