Straßenfotografie-Festival wird verschoben

Der Straßenfotograf Ronen Berka aus Israel, Mitglied des „Observe Collective“ sollte dieses Foto beim Festival ausstellen. „Oberservations“ wird jetzt ins nächste Jahr verschoben.

Der Straßenfotograf Ronen Berka aus Israel, Mitglied des „Observe Collective“ sollte dieses Foto beim Festival ausstellen. „Oberservations“ wird jetzt ins nächste Jahr verschoben.

Foto: Ronen Berka

Iserlohn.  Nach der Absage des Observationsfestivals gibt eine Online-Ausstellung im Herbst einen Vorgeschmack auf das ins Jahr 2021 verschobene Fotoevent.

„Wir verschieben unser internationales Observations-Festival ins nächste Jahr“, das kündigen die beiden Organisatoren Rainer Danne und Michael May in einem Corona-Krisen-Gespräch mit der Heimatzeitung an. Der VHS- und Galerieleiter und der IKZ-Bildjournalist hatten eine Reihe von von Ausstellungen mit rund 100 internationalen Straßenfotografen an verschiedenen Orten in der Städtischen Galerie, dem Luftschutzstollen, in der Fabrik Kissing und Möllmann, dem Parkhaus Altstadt sowie an der Lennepromenade in Letmathe geplant. „Alle Fotografen standen schon Kamera bei Fuß, hatten die Linsen geputzt und freuten sich schon auf das Großereignis“, sagt Danne. Die VHS wollte sich mit heimischen Fotografen und den Ergebnissen eines 24-Stunden-Marathons beteiligen.

Am kommenden Freitag, 22. Mai, sollte die erste Ausstellung mit geladenen Gastfotografen in der Städtischen Galerie eröffnet werden, um die ganze Faszination zu zeigen, die von diesem Genre ausgeht. Daraus wird nichts. „Die Corona-Pandemie und der internationale Lock down mit Reisebeschränkungen und Kontaktverboten machten diese Pläne vor Ort zunichte“, bedauert Rainer Danne. „Das ist höhere Gewalt. Die Corona-Krise wird sicherlich eine Finanzkrise nach sich ziehen. Ich denke aber, dass unser Festival fürs nächste Jahr gesichert ist.“

Dieter Nuhrs Fotos sind bis 29. Juni in der Galerie zu sehen

Der Galerieleiter musste coronabedingt auch die davor für diesen Monat geplante Ausstellung „Welt in Bewegung“ von „Freelens NRW“ absagen. Die Regionalgruppe des größten deutschen Fotojournalistenverbandes sollte erstmals in der Galerie präsentiert werden. Dafür wurde die im Februar eröffnete Fotoschau „Nah und fern“ von Dieter Nuhr bis zum 29. Juni verlängert.

„Wir hatten durch die beiden bisherigen beiden Observationsfestivals viele Unterstützer und Partner gewonnen“, berichtet Michael May von besonderen Möglichkeiten vor Ort. „Wir haben den Vorteil, dass wir für die Locations keine Miete bezahlen müssen. Das ist bei den anderen Fotofestivals das Problem. Die Straßenfotografie-Festivals in Mailand, Rom und London wurden abgesagt.“ Galerieleiter Danne betont: „Wir sind in Iserlohn anders aufgestellt und flexibler. Das Provinzielle und Familiäre hat auch Chancen. Damit heben wir uns von allen Festivals besonders ab.“

Michael May und Rainer Danne hoffen, dass die Mäzene und Partner dem Festival, das diesen Kultursommer beleben sollte, auch weiterhin treu bleiben können und wollen. „Viele erleben eine existenzielle Krise. Vielleicht müssen wir nochmal loslaufen und Klinken putzen“, sagt Michael May und wünscht für alle Beteiligten, dass sie diese schwere Zeit gesund überstehen. „Wir warten mal, wie es sich entwickelt. Konrad Horsch und Angela Böckmann-Hannibal von der Galerie 2.3 haben aber bereits signalisiert, dass sie wieder dabei sind“, sagt May. „Sie sind angefixt von der Idee Straßenfotografie auszustellen. Konrad Horsch hat sogar für die Bilder der chinesischen Fotografin einen besonderen Raum vorgesehen.“

Teilnehmer aus den Corona-Hot-Spots

Mit Rainer Danne berichtet Michael May von viel Verständnis bei den Straßenfotografen aus Italien, Neuseeland, USA, Israel und anderen Ländern, die zum Festival kommen wollten. „Ich weiß nicht, ob sie es nach der Krise einrichten können, teilzunehmen. Die meisten von ihnen kommen aus den Corona-Hotspots Italien, Frankreich und den USA.“

Um den Fans der Straßenfotografie einen Vorgeschmack zu geben, soll es zunächst im Herbst eine virtuelle Ausstellung im Internet geben. Damit hat der IKZ-Bildjournalist Michael May, der als Straßenfotograf Michael Monty May des des internationalen Fotokollektivs „Observe“ in der Szene bekannt ist, jetzt gute Erfahrung gemacht. Gemeinsam mit anderen Straßenfotografen stellte er jetzt in der Online-Kunstplattform Matrix aus und erhielt ein sehr positives Echo.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben