Straßen

Sümmerner Rüttelstrecke bekommt sehr dünne Decke

Die Seilerseestraße wird ab 2020 zunächst von der Einmündung Landhauser Straße bis zur Baarstraße komplett erneuert. Eventuell wird auch bereits in diesem Jahr mit dem Bau eines Regenrückhaltebeckens neben der Straße begonnen.

Die Seilerseestraße wird ab 2020 zunächst von der Einmündung Landhauser Straße bis zur Baarstraße komplett erneuert. Eventuell wird auch bereits in diesem Jahr mit dem Bau eines Regenrückhaltebeckens neben der Straße begonnen.

Foto: Torsten Lehmann

Iserlohn.   Die Arbeiten auf der Seilerseestraße sollen im kommenden Jahr jetzt wirklich endlich beginnen. Zuvor gibt’s noch eine Deckensanierung in Sümmern.

Die Tage der Rüttelstrecke Sümmerner Straße sind gezählt: Im September wird die Schlagloch-Piste zwischen Baarstraße und Kreisel am Industriegebiet komplett abgefräst und bekommt eine vier Zentimeter dicke neue Deckschicht.

Das kündigte Dirk Stiepert, Abteilungsleiter Straßenbau bei Straßen NRW, am Donnerstagabend im Verkehrsausschuss an. Gemeinsam mit Projektleiter Klaus Gillmann gab er auf Einladung des Ausschuss-Vorsitzenden Rolf Kaiser (SPD) einen Überblick über die Vorhaben, die der Landesbetrieb NRW in nächster Zeit in Iserlohn umsetzen will: Nach der Sümmerner Straße im September folgen direkt die Deckenerneuerungen auf der Kalthofer und der Drüpplingser Straße und ab 2020 dann das Groß-Projekt Seilerseestraße.

„Eventuell können wir auch schon in diesem Jahr mit dem Bau des Regenrückhaltebeckens beginnen“, stellte Siepert einen möglichen Baustart in dem Bereich zwischen Landhauser Straße und Griesenbraucker Straße doch noch in 2019 in Aussicht. Der war dem CDU-Landtagsabgeordneten Thorsten Schick im Februar diesen Jahres für den ganzen ersten Bauabschnitt bis zur Baarstraße signalisiert worden, nachdem sich nach der großflächigen Abholzung zur Vorbereitung ein Jahr lang gar nichts getan hatte (wir berichteten).

Die ursprünglichen Ideen zur Begradigung und zum Ausbau der Seilerseestraße reichen bekanntlich sogar bereits über ein Jahrzehnt zurück, immer wieder wurden und mussten die Pläne angepasst und geändert werden, eigentlich sollte es schon nach den Sommerferien 2017 losgehen. „Wir sind alle über das Projekt alt geworden“, räumte auch Klaus Gillmann ein. Neben einer Umweltverträglichkeitsprüfung, die wegen einer Gesetzesänderung mit Blick auf die zentrale Entsorgungsanlage notwendig wurde, seien vor allem noch Verhandlungen mit Grundstückseigentümern nötig gewesen. Mit dem letzten, dessen Flächen jetzt für die aktuellen Planungen benötigt würden, fände in der kommenden Woche noch ein Gespräch statt.

Wie zu erfahren war, gibt es aber viel Hoffnung, dass man sich mit dem verkaufswilligen Eigentümer einig werde und dass dann auch die Lösung mit einer Verlängerung der Rechtsabbiege-Spur in Richtung der Landhauser Straße, die für eine spürbare Entlastung sorgen soll, doch noch realisiert werden könnte. Während im ersten Bauabschnitt der eigentlichen Straßenarbeiten im Jahr 2020 von der Einmündung bis zur Baarstraße mit jeweils halbseitiger Sperrung gearbeitet wird, muss für den anschließenden Abschnitt in die andere Richtung bis zur Autobahn eine Vollsperrung erfolgen. „Unter anderem auch weil wir das Brückenbauwerk über den Caller Bach komplett neu bauen werden“, erklärte Dirk Stiepert. Einige Ausschussmitglieder machten bereits auf das befürchtete Verkehrschaos und die notwendigen großräumigen Umleitungen aufmerksam.

Grundlegende Sanierung in weniger als zehn Jahren

Komplett gesperrt werden muss auch die Sümmerner Straße für die „sehr dünne Deckensanierung“, die in geschätzten zwei bis drei Wochen im September ebenfalls in zwei Abschnitten erfolgen soll, zunächst bis zur Einmündung Kleine Straße, dann weiter bis zum Kreisel. „Das ist aus der Not geboren, das geht nur so“, machte Stiepert mit Blick auf die dafür zur Verfügung stehenden 250.000 Euro deutlich: „Das ist das, was wir bei unserem Budget aktuell hinbekommen für die nächsten Jahre, einfach auch um der Bevölkerung zu zeigen: Wir tun was gegen die Schlaglöcher, um beispielsweise die Lärmbelästigung durch Lkw zu mindern.“ Bohrkern-Untersuchungen hätten gezeigt, dass der Unterbau der Straße für diese Art der Sanierung noch geeignet wäre. Klar ist aber, dass es nicht zuletzt eben angesichts des Schwerlastverkehrs ins Industriegebiet nur eine provisorische Lösung für weniger als zehn Jahre sei. Dann müsse die Straße von Grund auf erneuert werden: mit einer wahrscheinlichen Bauzeit von einem Jahr und Kosten von mehreren Millionen Euro.

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