Super Bowl

Super-Stimmung fast wie in Minneapolis

Rund 240 Football-Fans, so viele wie noch nie, verfolgten im Kino 1 des Filmpalastes den „Super Bowl LII“, gaben Szenenapplaus und feuerten vor allem den späteren Sieger, die Philadelphia Eagles, kräftig an.

Foto: Torsten Lehmann

Rund 240 Football-Fans, so viele wie noch nie, verfolgten im Kino 1 des Filmpalastes den „Super Bowl LII“, gaben Szenenapplaus und feuerten vor allem den späteren Sieger, die Philadelphia Eagles, kräftig an. Foto: Torsten Lehmann

Iserlohn.   Rund 240 Football-Fans, so viele wie noch nie, verfolgten im Iserlohner Filmpalast den Super-Bowl-Sieg der Philadelphia Eagles.

Um 4.17 Uhr brach in der Nacht zu Montag auch im Kino 1 des Iserlohner Filmpalastes der Jubel los. Denn die Sympathien der ganz deutlichen Mehrheit der rund 240 Football-Fans, die seit kurz nach Mitternacht die Live-Übertragung des „Super Bowl LII“ auf der riesigen Leinwand verfolgt hatten, galten eindeutig dem „Underdog“, den Philadelphia Eagles, die in dem Moment den Titelverteidiger, die New England Patriots, mit 41:33 besiegt hatten.

„Das war einfach nur geil, es herrschte eine Super-Stimmung vom Anfang bis zum Ende“, fand René Haim. Der 23-jährige Dröscheder schlug sich mit seinem drei Jahre älteren Bruder Patrick und ihren gemeinsamen Kumpels Martin Pelle und Raphael Jakubczyk die Nacht um die Ohren. Bei dem hochspannenden Spiel habe aber niemand im Saal Probleme mit Müdigkeit gehabt. Bei den vier Jungs war das sowieso kein Thema: „Das sind wir von den Nachtschichten gewohnt“, sagte Martin Pelle, der als Verfahrensmechaniker bei Thyssenkrupp in Hohenlimburg arbeitet und durch das Schichtsystem am Sonntag frei hatte, während sein Freund und Kollege Raphael, von Beruf Schlosser, mit dem Super Bowl in seine Urlaubstage startete. „Ich hätte Nachtschicht gehabt, habe mir aber extra freigenommen“, berichtete hingegen Patrick Haim, der als Anlagenführer bei P. W. Lenzen in Stenglingsen arbeitet. Als er seinem Schichtführer erzählt habe, dass er zum Super Bowl wolle, fragte der ganz erstaunt: „Was? Wie bist du denn an Karten gekommen?“ Da habe er ihm natürlich gesagt, dass es „nur“ in den Filmpalast und nicht nach Minneapolis gehen soll.

Den Tag Urlaub hat sich er sich gerne dafür genommen: „Ich finde das viel interessanter als Fußball, unter anderem wegen der Taktik“, sagte Patrick Haim: „American Football ist wie Schach, aber mit 100-Kilo-Menschen.“ Auch sein Bruder René, der im ersten Semester Maschinenbau an der Fachhochschule studiert und vor der ersten Klausur morgen noch mal „ein bisschen den Kopf freibekommen“ wollte, kann mit Fußball gar nichts anfangen. Seit knapp fünf Jahren schauen sie die NFL-Spiele und waren bei allen drei Super-Bowl-Übertragungen im Filmpalast dabei.

Der Termin war natürlich seit 2016 auch stets für die Iserlohn Titans gesetzt, die diesmal mit einem Großteil der knapp 70 Spieler der Herrenmannschaft dabei waren: „Der Super Bowl ist für jeden Fan wie ein zweites Weihnachten“, machte Hanno Grundmann, Stadionsprecher der TuS-Footballspieler, die Bedeutung deutlich. Wer kann, nehme sich am nächsten Tag frei. „Und wer das nicht kann, ist trotzdem dabei.“ Das Schöne am Super Bowl sei, dass dabei Fans vieler Mannschaften zusammenkommen würden und nicht so eine Rivalität wie bei den Fußballvereinen herrsche. Und da sich alles um Taktik und Strategie drehe, könne sich das Spiel bis zur letzten Sekunde ändern, bleibe es bis zum Schluss spannend – so wie ja auch diesmal.

Wer bislang noch nichts mit dem Sport zu tun hatte, aber in der Nacht auf den Geschmack kam, kann es am kommenden Wochenende gleich mal selber ausprobieren: „Am Samstag und Sonntag laden wir jeweils von 12 bis 15 Uhr zum Tryout und offenen Training in die alte Hemberghalle ein“, sagte Sascha Vogel, Chef der insgesamt rund 150 Titans. Die hatten in den Filmpalast auch wieder Trikots und Ausrüstung mitgebracht, in die jeder nicht nur schlüpfen, sondern sich gleich damit auch noch von den Fotografen von „Hönne Fotodesign“ kostenlos ablichten lassen konnte. Und zwar auf Wunsch auch noch mit den Cheerleadern der Iserlohn Kangaroos, den „Dancing Roo’s“, die natürlich auch eine Kostprobe ihres Könnens gaben. Zudem gab es noch die Premiere der „G’old Stars“ bzw. deren Comeback. Denn bei der Formation um „Dancing Roo’s“-Trainerin Christine Dilley handelt es sich um die „N’Ice RooStars“, die früheren Cheerleader der Roosters, die künftig wieder bei Wettbewerben antreten wollen.

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