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Syrien-Abend des Friedensplenums „birgt Konfliktpotenzial“

Sevim Dagdelen sollte am 27. März auf Einladung des Friedensplenums in Iserlohn die Konflikte in Syrien erläutern, aber zwei Veranstaltungsorte wurden kurzfristig abgesagt.     

Sevim Dagdelen sollte am 27. März auf Einladung des Friedensplenums in Iserlohn die Konflikte in Syrien erläutern, aber zwei Veranstaltungsorte wurden kurzfristig abgesagt.  

Foto: Funke-Foto-S

Iserlohn.   Das Friedensplenum sucht einen neuen Veranstaltungsort, nachdem das Alte Stadtbad absagt und eine Verlegung ins Jugendzentrum geplatzt ist.

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Im Vorfeld einer Veranstaltung am kommenden Dienstagabend zu den Hintergründen des Krieges und dem drohenden Völkermord an Jesiden und Kurden in der Region Afrin in Syrien hat das Friedensplenum jetzt Probleme, einen Ort zu finden. Ursprünglich sollte die Veranstaltung in der Seniorenwohnanlage Altes Stadtbad (SWA) stattfinden.

„Leider müssen wir die Veranstaltung mit der Bundestagsabgeordneten Sevim Dagdelen verlegen, da im Verlauf des gestrigen Tages erheblicher Druck auf den Betreiber des Alten Stadtbades ausgeübt wurde und dieser uns daraufhin bat, die Veranstaltung nicht bei ihm auszurichten“, teilte Jörg Jung als Sprecher des Plenums am Mittwoch mit. SWA-Geschäftsführer Manfred Blaurock stellt dies anders dar: „Das Friedensplenum hat den Termin gebucht, ohne uns zu sagen, was passiert. Ich habe erfahren, dass es bei dieser Veranstaltung um den Krieg in Syrien geht. Und dass dazu eine Darstellung vorgetragen wird, die mit der Vortragenden und ihrer Partei Die Linke im Einklang steht. Als neutrale Institution sagen wir diese Veranstaltung ab.“ Die Seniorenwohnanlage habe zwar „heimischen Parteien ihre Räumlichkeiten für lokale Mitgliederversammlungen vermietet, aber nur für interne Veranstaltungen mit regional begrenzten Themen“.

Wohlmeinender Hinweis oder Druck aufs Friedensplenum?

Die Veranstaltung zum Syrienkrieg sollte nun kurzfristig in städtische Jugendzentrum am Karnacksweg verlegt werden, doch auch von dort kam am Nachmittag eine Absage. „Das Jugendzentrum hat Drohanrufe bekommen und bittet uns deswegen, die Veranstaltung nicht in deren Café zu machen“, teilt Jung mit. Man werde dem nachkommen, weil „wir natürlich nicht die Kinder und Jugendlichen in der Einrichtung gefährden wollen.“ Die Polizei sei vom Plenum über die Entwicklung informiert worden, es werde nun versuchen, über den Bürgermeister einen geeigneten Raum zu bekommen.

Ramazan Demir war bei Ordnungsamt und Polizei vorstellig geworden und hatte davor gewarnt, dass diese Veranstaltung „Konfliktpotenzial birgt und mehrere Hundert Leute mobilisieren könnte“. Das hatte Demir, der 2014 wegen seines ehrenamtlichen Engagements einen Preis des Iserlohner Integrationsrates erhalten hatte, auch in der SWA und beim Friedensplenum erklärt. Ordnungsamtsleiterin Angela Schunke und Polizeisprecher Marcel Dilling bestätigten dies. Ob Hinweis oder Druck mit türkisch-kurdischem Konflikt-Szenario, darüber gingen die Angaben der Beteiligten auseinander. Der Türke hatte 2016 die Spontan-Demo mit 350 Menschen vor dem Iserlohner Rathaus nach dem Putschversuch in der Türkei organisiert.

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