Freizeit

„Tagesgäste des Seilerseebades sind gekniffen“

Mit Tagestickets kosten diese Besucher des Seilerseebades seit Jahren das dortige Schwitzvergnügen, das Solebad und das Bistro-Angebot aus. Sie kritisieren die neue Parkregelung vor dem Bad.

Mit Tagestickets kosten diese Besucher des Seilerseebades seit Jahren das dortige Schwitzvergnügen, das Solebad und das Bistro-Angebot aus. Sie kritisieren die neue Parkregelung vor dem Bad.

Foto: Cornelia Merkel

Iserlohn.   Sauna-Gäste aus Iserlohn und Umgebung protestieren gegen neue Drei-Stunden-Parkregelung der Stadt.

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Was haben Elisabeth Hegmann (78) aus Dröschede, Irmgard Wilke (75) vom Griesenbrauck, Kurt (82) und Ellen (77) Bergmann, Erika Cronenberg (81) aus Rheinen, Regina Grebner (75) aus Hemer und Thea Lux (82) aus Iserlohn gemeinsam? Sie sind passionierte Saunafreunde, und das schon seit Jahrzehnten. Die Senioren-Clique gehört zum Stammpublikum im Seilerseebad und tankt hier Woche für Woche Energie für Körper und Seele auf – und das seit Eröffnung des Bades im Jahr 2008. Schon vorher trafen sie sich regelmäßig in Saunen der Umgebung. Man sieht ihnen an, dass sie sich dadurch fit und fröhlich gehalten haben, bis ins hohe Alter. Doch jetzt ist die Truppe sauer: Die neue Parkregelung an Seilerseebad/Eissporthalle lässt maximal eine dreistündige Parkzeit zu. Wie berichtet, hat die Stadt in dem Bereich Dauerparker verdammt.

Ganztägiges Schwitzvergnügen

Drei Stunden sind zu wenig, sagen die Senioren, die seit Jahren bei ihren Besuchen ein Tagesticket ziehen, um sich nach dem ausgiebigen Schwitzvergnügen und dem Besuch im Solebad mit Salzgrotte, Infrarotkabine und Inhalationsbad noch im Bistro verwöhnen zu lassen.

„Ein befreundetes Ehepaar hat bereits die Reißleine gezogen und weicht auf Saunen in der Nachbarschaft aus“, weiß Kurt Bergmann. „Die sind abgesprungen. Sie haben in der Woche 30 Euro hier gelassen.“ Das mache umgerechnet aufs Jahr mehrere tausend Euro aus, die dem Seilerseebad jetzt als Einnahmen entgehen. „Drei Stunden lohnen sich für uns nicht“, bekräftigt Ehefrau Ellen Bergmann. Deshalb hat sie sich von ihrem Mann mit den schweren Saunataschen vorfahren lassen. Danach hat ihr Mann das Auto an der Seilerseestraße geparkt.

Den Einwand, sie können doch entweder an der Seilerseestraße, auf dem Seilersee-Festplatz oder vor dem verwaisten Seerestaurant parken, lassen die Senioren nicht gelten, zumal der Festplatz aktuell auch als Parkraum wegfalle, weil er durch die Osterkirmes bis Ende April blockiert sei. „Wir sind alt und können unsere schweren Saunataschen nicht so weit tragen“, hält Elisabeth Hegmann dagegen. Sie ist gehbehindert und braucht vom Restaurant-Parkplatz bis zum Seilerseebad zehn Minuten. „Und wenn ich aus der Sauna komme und die nassen Sachen dabei habe, ist meine Tasche nochmal schwerer.“

Die Saunafreunde haben ihre Kritik auch schon gegenüber dem Bad-Personal geäußert. „Die haben einen Maulkorb und dürfen sich nicht äußern“, fasst Erika Cronenberg deren für sie unbefriedigende Reaktion zusammen.

In der Freibadsaison könnten sich die Probleme zuspitzen

„Wir waren auch schon in Neheim, da ist die Parkzeit nicht begrenzt“, weiß Elisabeth Hegmann. „Auch nicht am Westfalenbad in Hagen und in Letmathe auch nicht.“ Die Kritiker befürchten, dass die Höchstparkdauer am Seilerseebad der Stadt bald deutliche Umsatzeinbußen beschere. Kurt Bergmann sieht auch Probleme auf den ISSV zukommen, wenn die Freibadsaison beginne und die Parkprobleme sich noch zuspitzen. „Ich bin dort Mitglied und war auf der Jahreshauptversammlung, bei der das Problem angesprochen wurde.“ Grundsätzlich sind die Senioren der Sauna treu und loben die Ausstattung des Seilerseebades, auf das sie nicht verzichten möchten: „Es hat das schönste Solebad im Umkreis“, betont Regina Grebner.

„Ich verstehe die Leute“, sagt Seilerseebad-Betriebsleiter Martin Luig gegenüber unserer Zeitung. „Ich hätte mir gewünscht, dass die Stadt bis Ende April mit der Einführung der Parkdauerbeschränkung auf drei Stunden wartet, bis die Schranken eingebaut ist. Dann können die zahlenden Bade- oder Saunagäste länger parken und sich an der Kasse Münzen geben lassen, die sie beim Ausfahren einwerfen können.“

Außerdem wäre dann die Osterkirmes vorbei, die den vorhandenen Parkraum bereits im Vorfeld schon erheblich reduziere, weil der Schotterplatz seit einer Woche gesperrt ist. Martin Luig sagt: „Bis dahin sind unsere Tagesgäste gekniffen.“

Tägliche Beschwerden über neue Parkregelung

Grundsätzlich begrüßt Manfred Luig die Drei-Stunden-Parkregelung, weil damit die Dauerparker und Pendler aus dem Bereich des Seilerseebades verbannt werden. Er kann aber bestätigen, dass die Kassiererinnen täglich Beschwerden über die Neuregelung zu hören bekommen. „Inwieweit die 50 bis 60 Parkplatze ausreichen, kann ich nicht sagen. Wenn wir einen richtigen Sommer bekommen, dann reichen diese Parkplätze sicher nicht, dann gibt es einen Riesenansturm aufs Freibad Schleddenhof.“

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