Parktheater

Tanzen bis der Saal kocht

Am Ende der Tanz-Revue war die Bühne proppenvoll mit rund 300 Tänzern und für das Publikum gab es kein Halten mehr.

Am Ende der Tanz-Revue war die Bühne proppenvoll mit rund 300 Tänzern und für das Publikum gab es kein Halten mehr.

Foto: Wolfgang Meutsch

Iserlohn.   Die Hemeraner Ballettschule im Sauerlandpark hat im Parktheater einen großen Erfolg gefeiert.

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Was für eine Show: Tatsächlich hatte Leiterin Alexandra Moneke bei der Begrüßung nicht zu viel versprochen, als sie den Zuschauern im voll besetzten Großen Saal des Parktheaters zurief: „Wir reißen hier die Hütte ab.“ Die Musical-Aufführung der „Ballettschule am Sauerlandpark“ war ein Spektakel, das niemanden kalt ließ. Am Ende der Tanz-Revue war die Bühne proppenvoll mit rund 300 Tänzern und für das Publikum gab es kein Halten mehr.

Energie überträgt sich von Bühne aufs Publikum

Tatsächlich war die Energie von der Bühne auf Papas und Mamas, Schwestern und Brüder, Omas und Opas und alle Freunde des Tanzes übergesprungen. Es war eine große Ballettschul-Familie. In der Inszenierung von Alexandra Moneke schlängelte sich die Aufführung an der Geschichte vom zauberhaften Kindermädchen Mary Poppins (getanzt von Lina Maria Casarini (, die beim Heimatzeitung-Gewinnspiel eine „Stage School“-Workshop-Teilnahme im Februar gewonnen hatte) und Straßenkünstler Bert (Tabea Stenner) entlang und schaffte so die Verbindung zwischen den vielen Tanzstilen vom klassischen Spitzentanz über Jazzdance bis zu Hip-Hop. So konnte jede Tanzklasse der Ballettschule ihr Können präsentieren. Und diese Möglichkeit nutzten sie ganz famos: Das begann mit den kleinen Ballettratten vom kreativen Kindertanz ab drei Jahren und ging bis zu den Erwachsenen beim Ballett für Fortgeschrittene. Zusammen mit den wunderschönen Kostümen, den perfekt dazu passenden Liedern und der aufwendigen Lichtregie gab es Unterhaltung auf hohem Niveau. Die Lieder-Klassiker von „Wenn ein Löffelchen voll Zucker …“ bis „Chim Chim Cheree“ kann jeder mitsingen, aber auch moderne Hits wie „Paradise“ von „Coldplay“ erklangen. „Wann kommt meine Schwester“, fragt der kleine Junge auf dem Sitz nebenan. Denn auch darum geht es an den beiden Nachmittagen im Parktheater: Es ist eine Art Familienzusammenführung.

Angehörige verfolgen die Aufführung mit Stolz

Mit ganz viel Stolz verfolgen die Angehörigen den Auftritt „ihrer“ kleinen Tanz-Stars: Wird alles gut gehen? Werden die Schritte passen? Dabei wirkt das freie Spiel der Kleinsten unheimlich süß: Es geht zu Herzen, wenn die Dreijährigen in ihrem rosa Tutu über die Bühne hüpfen – nicht immer genauso wie die Choreographie es vorsieht, aber wen stört das schon? Auch der Nachbarjunge hat seine Schwester auf der großen Bühne entdeckt: Gebannt schaut er ins Scheinwerferlicht und lässt sich keine Bewegung entgehen.
„So schön“, meint er leise und aller Streit zwischen Geschwistern ist mit einmal vergessen. Schade ist: Weniger als nur eine Hand voller Jungen zeigen auf der Bühne ihr Können – und sie machen ihre Sache sehr gut. Längst sollte sich doch das Klischee „Mädchen tanzen, Jungs spielen Fußball“ überholt haben. Oder etwa nicht? Tanzen ist eine gute Möglichkeit, um Jungen und Mädchen ein gesundes Körpergefühl zu vermitteln. Sie lernen dabei, stolz auf den eigenen Körper zu sein – auf seine Stärke, seine Formen, ganz egal was andere sagen. Damit ist die Bewegung eine tolle Möglichkeit, um über so manche Unbill der Pubertät „hinwegzutanzen“. Und wenn mal etwas danebengeht, dann gilt auch hier die Devise: „Aufstehen, Krönchen richten, weitermachen.“

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