Landgericht

Taten in Iserlohn: Mann gesteht Missbrauch an Stieftochter

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Der 47-Jährige lebt mittlerweile in Leverkusen. Die Taten haben sich vor rund zehn Jahren in Iserlohn abgespielt.

Der 47-Jährige lebt mittlerweile in Leverkusen. Die Taten haben sich vor rund zehn Jahren in Iserlohn abgespielt.

Foto: Alexander Barth

Hagen/Iserlohn.  Opfer bleibt belastende Aussage vor dem Landgericht Hagen erspart. Strafmaß zwischen drei und fünf Jahren Haft

Mit einem umfassenden Geständnis hat im Landgericht Hagen gestern der Sexualstrafprozess gegen einen 47-jährigen Mann aus Leverkusen begonnen. Der Angeklagte hatte vor zehn Jahren noch mit seiner damaligen Ehefrau an verschiedenen Adressen in Iserlohn gewohnt. Mit seinem Geständnis hat er bestätigt, dass er im Zeitraum zwischen dem Januar 2009 und Januar 2011 seine 1997 geborene Stieftochter mehrfach sexuell missbraucht hat. Das Kind war im Tatzeitraum zwischen elf und 13 Jahren alt. Die Anklage wirft dem 47-Jährigen zwölf Taten vor, die teilweise mit einem versuchten Eindringen in den Körper des Kindes verbunden waren. Allerdings hatte der Angeklagte offenbar mehrfach von seinem schmerzhaften Treiben abgelassen, weil das Kind ihn darum bat. Die Zeugin konnte die Taten in den Vernehmungen offenbar noch recht genau den verschiedenen Wohnungen in Iserlohn zuordnen. Mit den genauen Daten war es naturgemäß etwas schwieriger.

Dem Geständnis des Angeklagten vorangegangen waren ein Verständigungsgespräch der professionellen Prozessbeteiligten und der Schöffen sowie ein langes Beratungsgespräch des 47-Jährigen mit seinem Verteidiger. Viel wusste der Angeklagte nicht mehr zu den Taten zu sagen: Er könne sich an keine konkreten Zeitpunkte mehr erinnern, erklärte er. Grundsätzlich seien die Vorwürfe aber zutreffend.

Opfer habe die grausamen Taten offenbar gut verarbeitet

Gerade in Sexualprozessen wirkt sich ein Geständnis erheblich strafmindernd aus, weil den Betroffenen die belastende Aussage vor Gericht erspart bleibt. Die junge Frau war als Zeugin für den zweiten Verhandlungstag geladen gewesen. Nun kann sie frei entscheiden, ob sie ins Gericht kommen und eine in Aussicht gestellte Entschuldigung des Angeklagten entgegennehmen will. Ihr Anwalt wusste zu berichten, dass seine Mandantin die Ereignisse gut verarbeitet habe und mittlerweile „glücklich verheiratet“ sei.

Bei den internen Beratungen über das mögliche Strafmaß für den Angeklagten gingen die Meinungen noch recht weit auseinander: Staatsanwältin Dorothée Jacoby sah keinen Spielraum für eine Haftstrafe unter fünf Jahren. Der Verteidiger regte „eine Drei vor dem Komma“ an. Der Vorsitzende Richter Jörg Weber-Schmitz stellte dem Angeklagten für den Fall eines umfassenden und von Reue getragenen Geständnisses eine Haftstrafe in Aussicht, die eine Dauer von vier Jahren und sechs Monaten nicht überschreiten werde. Der Vorsitzende betonte die Bedeutung der sexuellen Selbstbestimmung, die ein „besonders schutzwürdiges Rechtsgut“ sei. Um den Beteiligten die nötige Zeit für Beratungen zu geben, hatte die Kammer die zunächst für den ersten Verhandlungstag vorgesehenen Zeugen größtenteils abgeladen. Auch am zweiten Verhandlungstag werden voraussichtlich keine Zeugen gehört.

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