Landtag

Thorsten Schick klarer Wahlsieger

Wahlsieger: Thorsten Schick nimmt vom CDU-Fraktionsvorsitzenden Fabian Tigges einen ersten Glückwunsch entgegen.

Foto: Stefan Drees

Wahlsieger: Thorsten Schick nimmt vom CDU-Fraktionsvorsitzenden Fabian Tigges einen ersten Glückwunsch entgegen. Foto: Stefan Drees

Iserlohn.   CDU-Mann hält den Schlussspurt für entscheidend, Michael Scheffler ist enttäuscht

Es ist 19.30 Uhr, als im Rathaus, wo die Stadt über die Zwischenstände bei der Stimmauszählung zur Landtagswahl informiert, Thorsten Schick auf Michael Scheffler trifft. Und auch wenn das Endergebnis noch nicht feststeht, so ist doch klar: Schick wird den Wahlkreis 121 direkt holen, Scheffler das Nachsehen haben. „Eine ähnliche Situation hatte ich mit der CDU 2012, manchmal wird man vom Trend einfach mitgerissen“, sagt Schick. „Glückwunsch, alles Gute“, sagt Scheffler.

Stimmen zur Landtagswahl 2017

Im Iserlohner Rathaus haben wir die Kandidaten zum Ausgang der Landtagswahl befragt.
Stimmen zur Landtagswahl 2017

Rückblende: Um 18 Uhr sorgen die Prognosen von ARD und ZDF für Freude bei Thorsten Schick. Von Erleichterung ist aber noch nichts zu spüren, schließlich gibt es ja noch keinerlei Ergebnisse aus dem Wahlkreis, die ja für seine persönliche politische Zukunft entscheidend sind. Er sitzt mit Lebensgefährtin Nicola Nähle auf dem Sofa im Haus am Bömbergring. Mit Handy und Tablet wird nach den ersten Stimmbezirksergebnissen gefahndet. Allmählich keimt Hoffnung auf. Um 19 Uhr verlässt Schick das Haus. Ein erster Besuch der Wahlparty im „El Ambiente“. Da ist es 19.20 Uhr. Die Hälfte der Stimmbezirke ist ausgezählt und Schick liegt rund 4,5 Prozent vorne. Jubel brandet auf. Jetzt ist es Zeit für das Rathaus. Gratulationen der anderen Parteien, das kennt man. Als Schick dann das zweite Mal ins „El Ambiente“ kommt, gibt es Sprechchöre: „Schicki, Schicki, Schicki.“ Nun macht sich auch bei dem 45-Jährigen Erleichterung breit. Besonders freut ihn das im Vergleich zum Wahlkreis noch deutlichere Ergebnis in Iserlohn. „Die letzten zehn Tage waren sehr kräftezehrend“, sagt er. Man habe sehr viel Energie in den Schlussspurt gesteckt, die Wahl hätte nicht eine Woche früher kommen dürfen. Der positive Landestrend habe für Motivation gesorgt. Auch im Märkischen Kreis habe sich große Unzufriedenheit mit der rot-grünen Landespolitik gezeigt.

„SPD hat einen engagierten Wahlkampf geführt“

Beim unterlegenen Michael Scheffler war indes die Enttäuschung groß, seine Hoffnung auf die Landesliste ist gering. Für den SPD-Mann stellt die Niederlage laut eigener Aussage auch persönlich eine „Zäsur“ dar. „Das muss ich erstmal verdauen.“ 17 Jahre saß Scheffler seit 1995 im Landtag, einzig unterbrochen von Schicks erstem Sieg im Wahlkreis 2005. Bezogen auf seine landespolitische Karriere meint Scheffler: „Ich würde sagen: das war’s. Wahlkampf ist eine Knochenmühle. Große Lust habe ich darauf in Zukunft keine mehr.“

Insgesamt, so Scheffler, habe die SPD in Iserlohn einen engagierten Wahlkampf geführt. „Ich habe mich in den letzten sieben Jahren, seit ich wieder im Landtag saß, bemüht, vieles für die Region auf den Weg zu bringen, wie etwa die Regionale. Es ist einfach schade.“

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