Digitaler Wissenscampus

UE bietet eine Partnerschaft an

Der CDU-Fraktionsvorstand sowie Teile des Verwaltungsvorstandes trafen sich am Montag mit Vertretern der UE, um über Möglichkeiten einer Kooperation beim Projekt Digitaler Wissenscampus zu sprechen.

Der CDU-Fraktionsvorstand sowie Teile des Verwaltungsvorstandes trafen sich am Montag mit Vertretern der UE, um über Möglichkeiten einer Kooperation beim Projekt Digitaler Wissenscampus zu sprechen.

Foto: Stefan Drees / IKZ

Iserlohn.  Die Hochschule UE könnte ein Konzept für den Digitalen Wissenscampus erarbeiten.

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Da ist von mehr als ein paar möglichen Synergien die Rede: Die University of Applied Sciences Europe (UE) kann sich vorstellen, die konzeptionelle und wissenschaftliche Ausarbeitung für das Regionale-Projekt Digitaler Wissenscampus zwischen Stadtbahnhof und Alexanderhöhe zu übernehmen. Das ist das Ergebnis eines Treffens des CDU-Fraktionsvorstandes mit UE-Verantwortlichen am Montagabend am Reiterweg. Grundlage waren intensive Gespräche, die Stadtbaurat Thorsten Grote bereits im Vorfeld mit der UE geführt hatte.

Die UE, so Prof. Dr. Ebbo Tücking, sei ohnehin dabei, ihr Profil in Richtung digitaler Zukunft zu schärfen – so soll beispielsweise ab dem Wintersemester 2020 ein Master-Studiengang „Smart City Management“ eingeführt werden, neben Iserlohn auch an den Standorten Berlin und Hamburg. Geforscht werden soll an Zukunftskonzepten, wie sich die urbanen Lebensräume im 21. Jahrhundert weiterentwickeln sollen – in enger Zusammenarbeit mit UE-Praxispartnern aus Stadtentwicklung und privater Wirtschaft. Konzepte, die urbane Räume effizienter, technologisch fortschrittlicher, grüner, sicherer, sozialer und somit auch lebenswerter machen.

Und dabei sollen auch regionale Besonderheiten etwa aus dem Sauerland einfließen, wo sich die Industrien häufig fernab der großen Verkehrswege befinden würden. Und bei diesen Überlegungen, so Prof. Dr. Tücking, sei man darauf gestoßen, dass eine Zusammenarbeit zwischen Stadt Iserlohn und UE beim Digitalen Wissenscampus für beide Seiten zahlreiche Vorteile bieten könne. Das seien zunächst natürlich Vorschläge, die UE ist sich offenbar durchaus bewusst, dass dies auch noch einiger Beratungen im Iserlohner Rathaus und insbesondere auch in der Politik bedarf.

Kofinanzierung einerentsprechenden Professur

Stadtbaurat Thorsten Grote verdeutlichte, dass die Stadtverwaltung bei allen konzeptionellen Fragen, also allem, was über die rein städtebauliche Komponente hinaus geht, ohnehin auf externen Sachverstand angewiesen sei. Und es sei da vielleicht interessanter, hier mit einer vor Ort verankerten Hochschule zusammenzuarbeiten, als die entsprechenden Leistungen bei Büros irgendwo in der Republik einzukaufen. Möglicherweise könne das Paket, was die UE anbiete, so zusammenhängend auch nicht mit anderen Partnern realisiert werden. Klar sei es, dass es ein entsprechendes Engagement der UE nicht zum Nulltarif geben könne. Denkbar, so Prof. Dr. Tücking, sei beispielsweise die Kofinanzierung einer entsprechenden Professur.

Tücking verdeutlichte, dass die ohnehin im Bereich des Digitalen Wissenscampus angedachten Komponenten sich zu einem großen Teil mit den Themenfeldern des Smart City Management-Masterstudiengangs decken würden. Folgende Vorteile sieht die UE für die Stadt Iserlohn: eine wissenschaftliche und damit politisch neutrale Planung und Betreuung des Projektes Digitaler Wissenscampus durch die UE, die auch große Expertise im Bereich Digitalisierung einbringen könne. In Aussicht gestellt wird auch ein zügiger Start und Umsetzung des Projektes. Die UE selber verspricht sich von der angedachten Kooperation ein weiteres Leuchtturmprojekt für die Hochschule und eine Bestätigung des neuen Master-Programms Smart City als ein aus der Praxis heraus entwickelter neuer Studiengang mit Zukunftspotenzial.

Die CDU spricht voneinem positiven Signal

Als mögliche erste Maßnahme nannte Prof. Dr. Tücking die Ausschreibung einer Professur für Smart City Management als Schnittstelle zwischen der Stadt Iserlohn und der UE. Bis Ende 2020/Mitte 2021 könnte ein Konzept für den Wissenscampus erarbeitet werden, auch mit dem Ziel, den zweiten Stern durch die Regionale Südwestfalen zu erhalten. 2022 könnte dann gezielt nach spezifischen Fördergeldern gesucht werden. Bereits für 2023 sieht Tücking Chancen, mit der konkreten Umsetzung der Maßnahmen des Konzepts zu beginnen.

Der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Schmitt sagte, „auch wir erwarten an dieser Stelle ein Leuchtturmprojekt“. Nachdem sich der Rat einstimmig für ein entsprechendes Regionale-Projekt ausgesprochen habe, beginne nun die Zeit der Arbeit. Hier sei man sehr froh über das Signal der UE, ihre Kompetenzen einbringen zu wollen. Schmitt vertrat die Auffassung, das es noch viele weitere Anknüpfungspunkte geben könne. So beinhalte das UE-Konzept für den Studiengang auch den Bereich „Smart Health“, hier könnte das in direkter Nachbarschaft liegende Krankenhaus Bethanien ein Partner sein. Der für Digitalisierung im Rathaus zuständige Ressortleiter Christian Eichhorn erinnerte daran, dass die Stadtverwaltung dabei sei, eine Digitalisierungsstrategie zu erarbeiten. Zudem stehe das Thema E-Government an. Auch hier könnten die Kompetenzen der UE hilfreich sein. Michael Schmitt verwies hier auf die Überlegungen, möglicherweise ein neues Rathaus im Bereich des Wissenscampus zu bauen.

Es soll nun weitere Gespräche zwischen Verwaltung und UE geben, auch mit dem neuen Rektor Prof. Dr. Maurits van Rooijen. Und es gibt noch einige Dinge zu klären. Beispielsweise, wie eine kostenhinterlegte Zusammenarbeit mit der UE vergaberechtlich zu bewerten ist. Stadtbaurat Thorsten Grote machte aber unabhängig davon deutlich, dass man glücklich darüber sei, mit der UE einen möglichen Partner gefunden zu haben.

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